Rubrik: Kultur |
12.July.2012
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50 Jahre Rolling Stones. Wie die Bad Boys auf die Welt kamen
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München - Das g am Schluss fehlte noch, als die Rollin' Stones am 12. Juli 1962 zum ersten Mal auftraten: Sie sprangen im Londoner Marquee Club für Alexis Korner ein, der zur BBC musste. Vor Aufregung machten sie einige Patzer und so kamen sie noch ohne Zugabe davon - zum letzten Mal!
"Rollin' Stones": den Namen gab ihnen Gitarrist Brian Jones - frei nach dem Song von Muddy Waters "Rollin' Stone Blues".
LPs von Muddy Waters und Chuck Berry haben knapp ein Jahr zuvor schon dafür gesorgt, dass Keith Richards, das Arbeiterkind, das sich seine Zeit auf der Kunsthochschule vertrieb, aufmerksam wurde auf den Studenten der renommierten London School of Economics, Mick Jagger.
Der Legende nach trafen sich die beiden, die sich von der Grundschule her kannten und aus den Augen verloren hatten, 1961 auf dem Bahnsteig von Dartford im Süden Londons und schlossen sich im Namen des Blues zusammen.
Die "bösen Jungs" in den Startlöchern
Vom schwarzen Blues beseelt und schon längst zuhause in besagtem Marquee-Club war Brian Jones, der beim ersten Auftritt der Stones neben Keith Richards die Gitarre spielte, Dick Taylor war am Bass, Ian Stewart am Klavier und am Schlagzeug Mick Avory oderTony Chapman.
Über letzteres streiten sich die Geister. Augenzeugen von damals sind rar und die Zeiten der illegalen Fotos und Konzertmitschnitte, die über die erste Besetzung der größten Rockband aller Zeiten Auskunft geben könnten, damals noch in weiter Ferne.
1963 übernahm Charlie Watts, der bis dahin mit Alexis Korner gespielt hatte, das Schlagzeug und ab da kümmerte sich auch ein so junger wie ehrgeiziger Manager um die Zukunft der Band: Andrew Loog Oldham.
Er ergänzte das fehlende g und setzte alles dran, den Stones das Bad-Boy-Image zu verpassen und sie zum Gegenpart der Beatles zu machen, die schon die ersten großen Hits in den Charts gelandet hatten.
Und das funktionierte perfekt: Die Stones zeichneten sich bald schon durch rüdes Benehmen aus, die immer exaltierteren Show-Einlagen vor allem von Frontmann Jagger sorgten bald für eine hysterisch kreischende Fangemeinde.
Vor allem brachte Oldham Jagger und Richards dazu, eigene Songs zu schreiben, statt wie bislang voll auf Rhythm & Blues Coverversionen zu setzen. "I can't get no satisfaction" eroberte 1965 weltweit die Charts sogar - trotz der offenen sexuellen Konnotationen - in den prüden USA.
Der Rest ist Geschichte - aber eine, die sich zu erzählen lohnt. Die Rolling Stones waren neben den Beatles die Speerspitze der british invasion. - BR
Quelle: Rundschau-Newsletter
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