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Rubrik: Regional

14.August.2019

Uraufführung in Bayreuth: Schauspiel über Siegfried Wagner

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Bayreut: Erstmals in der Geschichte der Bayreuther Festspiele wird neben den Opern Richard Wagners auch ein Schauspiel aufgeführt. Das Stück aus der Feder des Autoren-Duos Feridun Zaimoglu und Günter Senkel behandelt das Leben von Siegfried Wagner.

Zum ersten Mal wird während der Bayreuther Festspiele auch ein Theaterstück aufgeführt. Festspielleiterin Katharina Wagner hat die beiden Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel mit einem Werk über ihren Großvater Siegfried Wagner beauftragt. Anlass ist der dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr. Das Auftragswerk wird Dienstag in der Kulturbühne Reichshof uraufgeführt.

Schillernde Persönlichkeit

Siegfried Wagner war Komponist, Dirigent, Regisseur, Szenograf und von 1903 bis 1930 Festspielleiter. Seinen privaten Nachlass behält die Familie unter Verschluss. Das Werk von Zaimoglu und Senkel wagt dennoch einen Blick hinter die Fassade der "schillernden Persönlichkeit" des einzigen Wagner-Sohns und zeigt dabei vor allem den gespaltenen Charakter Siegfried Wagners. Und das in Form eines Monologs.

Die Rolle des Thronfolgers von Bayreuth ist dabei doppelt besetzt: Die Schauspieler Felix Axel Preissler und Felix Römer mimen den Sohn Richard Wagners und Enkel Franz Liszts. Dazu werden zwei Sequenzen aus dem Leben des Wagner-Erben herausgegriffen - eine zeigt ihn als Junggesellen am Tag der deutschen Kriegserklärung 1914; die andere als alten Mann kurz vor seinem Tod 1930. Die Zeit unter Kaiser Wilhelm II. und der Nationalsozialismus werden ebenso thematisiert wie Siegfrieds Homosexualität, seine Ehe mit Winifred sowie der Druck durch sein Erbe.

Bei der Umsetzung habe Feridun Zaimoglu dem Regieteam völlige Freiheit gelassen, erzählt Dramaturgin Constanze Fröhlich. Laut Regisseur Phillip Preuss wurden auch historische Briefe, die aufzeigen "wie Siegfried Wagner zum Deutschtum und Antisemitismus stand" hinzugefügt. Seine Verstrickungen in die Anfänge des Nationalsozialismus im Jahr 1923 würden damit ebenfalls behandelt, so Preuss.

Zaimoglu und Senkel für kontroverse Werke bekannt

Festspielleiterin Katharina Wagner war gezielt auf das in der Kulturszene anerkannte Duo Zaimoglu und Senkel zugegangen. Die beiden sind vor allem für ihre kontroversen Werke bekannt. Die Uraufführung des Projekts "Siegfried. Ein Monolog." reiht sich in das Diskurs-Programm der Bayreuther Festspiele ein. Ziel der Reihe sei es, Richard Wagner und sein Werk den Bayreuthern und den Menschen aus der Region zu öffnen und auch Neues zu wagen, so Produktionsleiter Jonathan Danigel.

Als Ort der Aufführungen wurde die Kulturbühne "Reichshof" in der Bayreuther Innenstadt gewählt. Das ehemalige Kino wurde 1928 eröffnet – möglicherweise war Siegfried Wagner dort selbst Gast. Bereits vor den Theateraufführungen wird eine 20-minütige Werkeinführung angeboten. Weitere Aufführungen von "Siegfried. Ein Monolog." sind am 15., 19. und 21. August zu sehen. - BR

Quelle: Rundschau-Newsletter




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