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Rubrik: Wirtschaft

30.August.2019

Inflation: Verbraucherpreise steigen nur mäßig

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Wiesbaden: Die Inflation in Deutschland schwächt sich ab. Damit steigen auch die Verbraucherpreise weniger stark, wie zum Beispiel für Energie. Für Nahrungsmittel mussten Verbraucher allerdings deutlich mehr bezahlen. Schuld ist auch: das Wetter.

Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im August nur noch um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Im Juli lag die Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent.

Dämpfend wirkten im August die Energiepreise, die nur noch um 0,6 Prozent stiegen. Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher dagegen für Nahrungsmittel zahlen (plus 2,7 Prozent). Vor allem Gemüse wurde teurer, wie aus Daten der Statistischen Landesämter hervorgeht. Es kostete in Bayern 14,6 Prozent mehr, in Nordrhein-Westfalen 13,8 und in Hessen 12,0 Prozent mehr.

"Dafür gibt es vielfältige Gründe. Die Preise werden unter anderem durch die Nachfrage und das Wetter beeinflusst." Hans-Dieter Stallknecht, Referent beim Deutschen Bauernverband

Wegen Hitze: Preise für Gemüse steigen

Deutlich teurer geworden sind den Angaben zufolge Tomaten und Paprika, die zum Großteil aus Spanien und den Niederlanden stammen. "Dabei dürfte vor allem die wegen der Hitze gestiegene Nachfrage eine Rolle gespielt haben. Weiß- und Rotkohl sind bei den Temperaturen dagegen eher ein Ladenhüter", sagte Stallknecht.

Bei den vor allem in Deutschland angebauten Gemüsearten sei insbesondere der hitzeempfindliche Blumenkohl teurer geworden. "Grundsätzlich sind die Unterschiede bei den Verbraucherpreisen aber größer als bei den Erzeugerpreisen. Die Preise für den Verbraucher macht letztlich der Lebensmittelhandel", so Stallknecht.

Nach den vorläufigen Daten sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um insgesamt 0,2 Prozent.

Inflation im Euroraum hat sich abgeschwächt

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise können Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft.

Im Euroraum insgesamt hatte sich der Preisauftrieb zuletzt spürbar abgeschwächt. Nach jüngsten Angaben des Statistikamts Eurostat sank die Jahresinflationsrate im Juli auf 1,0 Prozent. Die Teuerung ist damit so gering wie seit November 2016 nicht mehr.

EZB wird lockere Geldpolitik wohl fortsetzen

Angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten und schwacher Inflation hatten Europas Währungshüter jüngst eine weitere Lockerung der Geldpolitik angedeutet. Erste Entscheidungen dürfte die EZB bei der Ratssitzung im September treffen, wenn aktuelle Konjunktur- und Inflationsprognosen für den Euroraum vorliegen. - BR

Quelle: Rundschau-Newsletter




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