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Kardinal Marx: Regionale Lockerung des Zölibats denkbar


08. Sep. 2019 - 06:03

MĂŒnchen: Kardinal Reinhard Marx zeigt sich offen fĂŒr eine EinschrĂ€nkung des Zölibats. Er könne sich durchaus vorstellen, unter bestimmten Voraussetzungen in bestimmten Regionen verheiratete Priester zuzulassen.

Kardinal Reinhard Marx Ă€ndert offenbar seine bisher strenge Haltung zum Zölibat. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz kann sich "durchaus vorstellen, dass man zu dem Ergebnis kommen kann, dass es sinnvoll ist, unter bestimmten Voraussetzungen in bestimmten Regionen verheiratete Priester zuzulassen". Das sagte Marx der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Verheiratete Priester in Gegenden mit Priestermangel? Der Erzbischof von MĂŒnchen antwortete damit auf eine Frage zur im Oktober anstehenden Amazonien-Synode in Rom, an der er selbst teilnimmt. Auf der Synode soll ĂŒber eine regional begrenzte Zulassung verheirateter Priester beraten werden. Das Vorbereitungsdokument stellt fest, "dass in vielen Gemeinden wegen des Priestermangels keine regelmĂ€ĂŸigen Eucharistiefeiern möglich" seien. Außerdem sei es notwendig, "dem indigenen und aus der Region stammenden Klerus unter BerĂŒcksichtigung seiner eigenen kulturellen IdentitĂ€t und Werte RĂŒckendeckung zu geben". Marx: Kein deutscher Sonderweg Auch die deutschen Bischöfe setzen sich mit dem Thema Zölibat auseinander - im Zusammenhang bei ihrer Aufarbeitung des Missbrauchskandals. Marx sagte dazu der Zeitung: "Es geht nicht um den Zölibat allein, sondern um die Zukunft der priesterlichen Lebensform." Entscheidend sei fĂŒr ihn, "ob und wie der Zölibat so gelebt werden kann, dass er ein positives Zeichen ist und auch die Priester in ihrem Leben nicht beschĂ€digt". Es werde da aber "keinen deutschen Sonderweg" geben. FĂŒnfmal so viele MissbrauchsfĂ€lle bei Priestern wie bei Diakonen Eine von den Bischöfen in Auftrag gegebene Missbrauchstudie hatte ergeben, dass 5,1 Prozent der Diözesanpriester des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt wurden, aber nur 1 Prozent der Diakone. Diakone sind nicht zu einer zölibatĂ€ren Lebensweise verpflichtet. Marx sagte der FAZ, die Kriterien fĂŒr die Priesterauswahl dĂŒrften nicht gesenkt werden: "Sie mĂŒssen womöglich noch strenger werden. Wenn es um die persönliche Reife eines Kandidaten geht, dann muss ich die moralische Gewissheit haben, dass er auch mit seiner zölibatĂ€ren Lebensweise zurechtkommt." Kardinal Reinhard Marx Der Vorsitzende der Bischofskonferenz forderte ein verpflichtendes Monitoring. "Jedes Bistum muss durch Statuten der Bischofskonferenz verpflichtet werden, etwa alle drei Jahre seine Arbeit in den Bereichen PrĂ€vention von sexuellem Missbrauch oder vielleicht auch in der Priesteraus- und -fortbildung von einem unabhĂ€ngigen Institut begutachten zu lassen und die Ergebnisse zu veröffentlichen." - BR

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