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Gumpenjucken - ein lebensgefÀhrlicher Trend im AllgÀu


09. Sep. 2019 - 06:06

Oberstaufen: Jahr fĂŒr Jahr sind es mehr junge Menschen, die an den Buchenegger WasserfĂ€llen den Nervenkitzel suchen. Angelockt werden sie durch Internetvideos, die spektakulĂ€re SprĂŒnge ins Wasser zeigen. Das Gumpenjucken gilt allerdings als sehr gefĂ€hrlich.

Gumpenjucken - so wird Felsenspringen im AllgĂ€u genannt. Ein beliebter Ort dafĂŒr sind die Buchenegger WasserfĂ€lle inmitten eines Waldes bei Oberstaufen geworden. LĂ€ngst sind sie kein Geheimtipp mehr. "Manchmal fĂŒhlt es sich hier an wie ein voller Badestrand", sagt Kevin Whisenton. Der 24-JĂ€hrige aus Kempten kommt seit dreizehn Jahren zu den AllgĂ€uer WasserfĂ€llen. NatĂŒrlich sei Gumpenjucken gefĂ€hrlich, sagt er. "Aber der Absprung und der freie Fall, wenn es kein ZurĂŒck mehr gibt - dieses GefĂŒhl ist der Hammer." FĂŒnf Absprungstellen in die Gumpen gibt es, die höchste ist knapp 30 Meter. Warnschilder gibt es keine. Warnung vor Gumpenjucken Jahr fĂŒr Jahr kommen mehr Touristen, darunter viele Klippenspringer. Geschuldet ist das vor allem Videos im Internet, die waghalsige SprĂŒnge zeigen. Das TourismusbĂŒro Oberstaufen bewirbt das Gumpenjucken jedenfalls nicht. "Viel zu gefĂ€hrlich", sagt eine Sprecherin. An den Buchenegger WasserfĂ€llen gibt es kein Handynetz. Auch keine Aufsicht. Ein Krankenwagen könnte den abschĂŒssigen Pfad ohnehin nicht passieren. Einzige Möglichkeit wĂ€re ein Rettungshubschrauber. Vor kurzem soll sich ein Mann nach einem Sprung von der höchsten Absprungstelle von knapp 30 Metern einen Wirbel gebrochen haben, erzĂ€hlt Kevin. Ein anderer Springer habe sich RippenbrĂŒche zugezogen. Mehrere TodesfĂ€lle an den Buchenegger WasserfĂ€llen Im Jahr 2014 rutschte eine Studentin aus Amerika, die auf Europareise war, ab. Sie fiel in einen Wasserstrudel, der durch die herabstĂŒrzenden Wassermassen entstehen kann. Sie ertrank im Sog. Zwei Jahre spĂ€ter fiel ein FlĂŒchtling ins Wasser, als er ĂŒber einen Bachlauf springen wollte. Der Wasserfall riss ihn herunter. Er landete in einer der Gumpen, wurde aber durch die Strömung in den zweiten, folgenden Wasserfall gezogen. Um ihn zu retten, sprang ein 31-jĂ€hriger Betreuer hinterher. Beide tauchten nicht mehr lebend auf. Das Ă€ußere Erscheinungsbild der Leichen habe drauf schließen lassen, dass sie auf einen Stein aufgeschlagen sind, so die Polizei. - BR

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