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Anschlag in Halle - Was wir wissen


10. Oct. 2019 - 06:41

Halle/Saale: Ein schwer bewaffneter Mann will in die Synagoge von Halle/Saale eindringen, erschießt zwei Menschen und streamt seine antisemitische und rechtsextremistischen Tat im Internet. Die Ereignisse sorgen weltweit fĂŒr Entsetzen.

Der Schock sitzt tief. Am Abend versammelten sich nach MDR-Angaben mehrere Hundert Menschen auf dem Marktplatz in Halle an der Saale zu einer Trauerkundgebung. Der Anschlag sorgte weltweit fĂŒr Entsetzen. Ein schwer bewaffneter Mann hat aus offenbar antisemitischen und rechtsextremistischen Motiven versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Die jĂŒdische Gemeinde entging wohl nur knapp einer Katastrophe. Doch vor der Synagoge und in einem nahegelegenen Imbiss-Laden erschießt der AttentĂ€ter zwei Menschen. 27-JĂ€hriger streamt Video im Internet Nach ARD-Informationen handelt es sich bei dem am Nachmittag gefassten AttentĂ€ter um den 27-jĂ€hrigen Stephan B. aus Eisleben in Sachsen-Anhalt. Der TĂ€ter drehte ein Video der Tat und streamte dieses im Internet. Aus dem Video ergeben sich klare Hinweise auf ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv. So Ă€ußerte sich der Mann im Laufe des Videos mehrmals judenfeindlich. TĂ€ter wollte in Synagoge - Zwei Menschen starben durch SchĂŒsse Der AttentĂ€ter versuchte, in die Synagoge einzudringen, indem er auf die TĂŒren schoss, legte auch SprengsĂ€tze vor der Synagoge ab. Doch er scheiterte. In der Synagoge befanden sich mehr als 50 Menschen, die den höchsten jĂŒdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Vor der Synagoge schoss der TĂ€ter auf eine Frau. Sie starb. Ein weiteres Opfer wurde in einem nahegelegenen Imbiss getötet. Im UniversitĂ€tsklinikum Halle werden Angaben eines Sprechers zufolge zwei Verletzte mit Schussverletzungen behandelt. Auch im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg gab es Polizeiangaben zufolge SchĂŒsse. Das BKA ging zunĂ€chst von zwei oder möglicherweise sogar drei TĂ€tern aus. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Seehofer: MĂŒssen von "antisemitischem Anschlag" ausgehen Das Bundesinnenministerium bestĂ€tigte spĂ€ter, dass bei dem Angriff in Halle zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt wurden. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse mĂŒssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Abend. Nach EinschĂ€tzung des Generalbundesanwalts gebe es zudem "ausreichend Anhaltspunkte" fĂŒr einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund. Halle im Ausnahmezustand Die Stadt Halle sprach von einer "Amoklage". Die Menschen im gesamten Stadtgebiet von Halle waren bis zum frĂŒhen Abend aufgefordert, in Sicherheit in GebĂ€uden zu bleiben. Die Gegend im Paulusviertel in Halle wurde großrĂ€umig abgesperrt. Gegen 18.15 Uhr hob die Polizei Halle die Warnungen dann auf, die GefĂ€hrdungslage fĂŒr die Bevölkerung werde nicht mehr als akut eingestuft, man dĂŒrfe wieder auf die Straße. Bundespolizei fahndete Der Bahnhof von Halle wurde Angaben der Bahn zufolge wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Der gesamte Linienverkehr wurde nach Angaben der Stadtwerke eingestellt. Auch diese Sperrung wurde gegen 18 Uhr wieder aufgehoben. Die Bundespolizei kontrollierte verstĂ€rkt Bahnhöfe und FlughĂ€fen in Mitteldeutschland und generell alle Verkehrswege, in Bayern insbesondere auch den MĂŒnchner Flughafen und die Grenzen. - BR

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