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Rubrik: Wirtschaft

08.August.2009

Boom statt Krise: Gesundheit und Pflege benötigen eine Million neue Jobs

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Der am Montag veröffentlichte "Deutschland-Plan" der SPD spricht eine deutliche Sprache: Unter dem Titel "Die Arbeit von morgen" wird die klare Botschaft platziert, dass das Gesundheitswesen einschließlich der Pflege eine dynamische Wirtschaftsbranche mit hoher Innovationskraft und erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für den Standort Deutschland ist.

Entsprechend hoch wird das Beschäftigungspotenzial bis zum Jahr 2020 eingeschätzt: Insgesamt eine Million neue Jobs sollen den mit der demographischen Entwicklung rasant wachsenden Bedarf auffangen, davon 300.000 in der Kranken- und Altenpflege. Mehrere hunderttausend neue Beschäftigungsverhältnisse sollen durch neue Berufs- und Tätigkeitsfelder zum Beispiel in der integrierten Versorgung entstehen.

"Wir begrüßen, dass die Politik in ihrem Bemühen um Wachstum und Arbeit die richtigen Schwerpunkte setzt. Vor allem die Pflege wird nicht länger als reiner Kostenfaktor diskutiert, sondern als das, was sie ist - ein wirtschaftliches und soziales Innovationsthema", so Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der bundesweit über 6.200 private Pflegeeinrichtungen vertritt. Allerdings: "Von nichts kommt nichts! Für sichere Jobperspektiven und nachhaltige neue Konzepte braucht es Ziel führende Rahmenbedingungen und verlässliche Finanzierungsgrundlagen. Bei derzeit immer höheren Leistungsanforderungen an die Einrichtungen und gleichzeitig immer geringeren Finanzspielräumen gibt es noch viel zu tun. Weitere Schritte müssten dem Plan somit folgen", so Meurer.

Auf die wachsende Bedeutung der Pflege innerhalb des Gesundheitssektors, aber auch im bundesweiten Branchenvergleich, hat der bpa auf Basis der jüngsten Studien der Wirtschaftsforscher (IW Köln und RWI Essen) bereits mehrfach verwiesen. Meurer: "Mit knapp 5 Millionen Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von ca. 260 Milliarden Euro ist die Gesundheitsbranche mindestens so wichtig wie die Automobilindustrie. Allein der Pflegesektor leistet heute mit rund 810.000 Beschäftigten einen Beitrag zur Wertschöpfung in Höhe von gut 25 Milliarden Euro. Das sind fast 20 Prozent der Wertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft. Die Zukunftsperspektive lautet: Boom statt Krise! Bis 2050 wird sich die Beschäftigtenzahl fast verdreifachen, so dass bis zu 2,2 Millionen Personen Pflege leisten können. Hauptgrund ist der demographische Wandel: In den nächsten 30 Jahren wird sich die Anzahl der Pflegebedürftigen auf über 4 Millionen verdoppeln."

Auch für geringer qualifizierte Menschen "ohne Abitur" sieht der "Deutschland-Plan" der SPD mehrere hunderttausend neue Stellen als Kranken- und Alterpfleger vor. Mit dem Ziel, den Nachwuchs zu sichern und die Pflegeberufe weiter zu öffnen, soll die gesamte Bandbreite der Qualifikationen im Pflegebereich ausgeschöpft werden. Bernd Meurer: "Diese Maßnahme ist richtig und wichtig! Trotz der überaus positiven Berufschancen krankt die Pflege an einem Fachkräftemangel. Wir als bpa haben uns deshalb immer dafür eingesetzt, mehr junge Menschen für die Pflegeausbildungen zu gewinnen. Die Öffnung der Altenpflegeausbildung ist ein wichtiges Signal der Chancengleichheit. Der Zugang zur Altenpflegeausbildung und - mit Berufspraxis - zum Pflegestudium wird dadurch erleichtert."

Ein weiterer wichtiger Teil des "Deutschland-Plans" für die Pflege ist das Bemühen, ambulant tätige Haus- und Fachärzte enger mit Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu vernetzen und deren Arbeit zusammen zu führen: Integrierte Versorgung und strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke sollen auf diese Weise ausgebaut werden. Bisherige ärztliche Tätigkeiten sollen in diesen und anderen Bereichen auch von nicht-ärztlichen Berufsgruppen, zum Beispiel Krankenpflegekräften, übernommen werden. Diese Forderung entspricht exakt dem langjährigen Appell des bpa, gesetzlich und vertragsrechtlich legitimierte Kooperationsmöglichkeiten zwischen Medizinern und Pflegekräften zu schaffen. "Ambulante Pflegedienste sind mit ihren Krankenschwestern und Pflegern durchaus in der Lage, Aufgaben zu übernehmen, die bislang den Ärzten vorbehalten sind. Hierzu zählt z. B. die Verordnung von Prophylaxen oder Pflegehilfsmitteln", so Meurer.

Mehr zum Thema: "Pflege: Wirtschaftsfaktor und Jobmotor"

- 0,8 Millionen Beschäftigte in der Pflege - davon tragen die
Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 184.000
Arbeitsplätze und ca. 9.700 Ausbildungsplätze.

- 0,54 Millionen Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden -
ca. 140.000 davon betreuen die im bpa organisierten 2.900
privaten Pflegedienste.

- 0,7 Millionen Pflegebedürftige werden in Pflegeheimen betreut -
210.000 davon betreuen die im bpa organisierten 3.200 privaten
stationären Pflegeeinrichtungen.

- 2,7 Milliarden Euro Lohnsteuer zahlen die in der Pflege
Beschäftigten an den Fiskus - davon werden ca. 0,7 Milliarden
Euro von Beschäftigten in Mitgliedsbetrieben des bpa
aufgebracht.

- 6,5 Milliarden Euro zahlen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der
Pflegedienstleister in die deutschen Sozialkassen. Davon stammen
ca. 1,6 Milliarden Euro von Mitgliedsbetrieben des bpa.

- 43.763 Ausbildungsplätze stellt die Pflegelandschaft in
Deutschland - 9.700 Ausbildungsplätze finden sich in
Mitgliedseinrichtungen des bpa.

- 18 Milliarden Euro betragen die jährlichen Heimentgelte. Hiervon
leisten die Pflegebedürftigen ca. 6,5 Milliarden Euro an
privaten Zuzahlungen.

Quelle: bpa




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