Weihnachts- und Neujahrsgrüße des Landrats
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wir blicken zurück auf ein
ereignisreiches Jahr 2002. Die Hochwasserkatastrophe im August war für viele
von uns ein prägendes Ereignis, das uns in unseren Erinnerungen noch lange beschäftigen
wird. In unserem Landkreis sind glücklicherweise keine größeren Schäden zu beklagen
gewesen; dies ist sicherlich auch den gemeinsamen Anstrengungen im vorbeugenden
Hochwasserschutz zu verdanken. Positiv zu vermerken war, dass die Zusammenarbeit
der zuständigen Behörden und der betroffenen Gemeinden sehr gut funktioniert
hat. Beeindruckend war vor allem aber die enorme Hilfsbereitschaft unserer Bürgerinnen
und Bürger und unserer Vereine und Organisationen für die Flutopfer in den neuen
Bundesländern. Der vielfache persönliche Einsatz und die große Spendenbereitschaft
waren ein hervorragendes Beispiel für gelebte Solidarität.
Die dramatischen Ereignisse an Elbe und Donau haben aber auch bestätigt, dass
wir mit unserem Entwicklungskonzept Donaumoos den richtigen Weg beschreiten.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Raumordnungsverfahrens konnte im April
bereits als erster Schritt der Hochwasserrückhalteraum Pöttmes-Seeanger seiner
Bestimmung übergeben werden. Sehr gefreut hat es uns natürlich, dass unser Konzept
von der Bayerischen Staatsregierung in der Rio+10-Konferenz in Johannesburg
als Modellprojekt für Hochwasser- und Ressourcenschutz vorgestellt wurde.
In der Unterstützung regenerativer Energieerzeugung hat der Landkreis eine Vorreiterrolle
übernommen. Durch die Erstellung des landkreisweiten Windgutachtens wurden auf
einer fundierten Grundlagenbasis Standorte ermittelt, die eine windeffektive
konfliktfreie Errichtung von Windkraftanlagen ermöglichen. Im November 2002
hat die zweite Windkraftanlage im Landkreis ihren Betrieb aufgenommen. Im Bereich
der Sonnenenergienutzung wurde das bereits im Jahre 1999 begonnene Förderprogramm
für Solaranlagen zur Warmwassererzeugung mit großem Erfolg fortgesetzt. Auf
dem Gymnasium Schrobenhausen haben wir eine Photovoltaikanlage zur Solarstromerzeugung
errichtet. Der Kreistag hat sogar beschlossen, für alle Kreiseinrichtungen entsprechende
Anlagen zu errichten.
Die wirtschaftliche Situation im Landkreis ist trotz der schlechten Gesamtsituation
nach wie vor vergleichsweise gut. Vor allen Dingen die im regionalen, landes-
und bundesweiten Vergleich sehr niedrige Arbeitslosenquote von 4,6 % beweist
es: Wir sind eine starker Wirtschaftsstandort. Dies liegt nicht zuletzt an der
differenzierten klein- und mittelständischen Unternehmensstruktur im Landkreis.
Die unverändert große Zahl von rund 1.300 Handwerksbetrieben hat hieran wesentlichen
Anteil.
Der aktive Dialog mit den Unternehmen, die Intensivierung des Standortmarketings
zur Gewinnung neuer Unternehmen oder auch die Förderung innovativer Geschäftsideen
durch regionale Kooperation und Fortführung des Businessplanwettbewerbs sind
nur einige Beispiele des ungebrochenen Engagements unseres Landkreises. Mit
der Errichtung des Gründerzentrums haben wir einen weiteren wichtigen Schritt
zur Verbesserung des Gründerklimas gemacht und ein Zeichen antizyklischer Wirtschaftpolitik
gesetzt.
Zu einem guten wirtschaftlichen Rahmen gehören funktionierende Bildungseinrichtungen.
Nach der Einführung der sechsstufigen Realschule als einer der ersten Landkreise
in Bayern konnten wir heuer eine Fachoberschule für den Landkreis einrichten.
Im Bereich der Daseinsvorsorge haben wir nach wie vor mit steigenden Kosten
zu kämpfen. Um dem zu begegnen, haben wir nach dem Kreiskrankenhaus Schrobenhausen
heuer auch die Umwandlung des Kreisaltenheims Steingriff in eine moderne, dienstleistungsorientierte
GmbH in Angriff genommen.
Die Kommunalwahlen im März diesen Jahres haben vielerorts Veränderungen gebracht
oder auch die bisherigen Mandatsträger in Ihrem Amt bestätigt. Ich möchte abschließend
die gute Arbeit, die in den Gemeinderäten und im Kreistag im Interesse der Allgemeinheit
beständig verrichtet wird, besonders hervorheben. Jeder, der sich in der Kommunalpolitik
engagiert und Verantwortung übernimmt, leistet einen unschätzbaren Beitrag für
das Gemeinwohl.
Ihnen und allen anderen, die ehrenamtlich in den verschiedenen Verbänden und
Organisationen sozialer, caritativer und kultureller Natur tätig sind, gilt
heuer mein besonderer Dank. Ich wünsche allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern
im Namen des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen ein schönes Weihnachtsfest und
Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für das neue Jahr 2003.
Dr. Richard Keßler Landrat