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Emotionen im Jahr 2005
Neuburg, 19.11.2018 - 10:20 Uhr
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Emotionen im Jahr 2005

Das hat uns im vergangenen Jahr...

... erschüttert

° Tsunami-Katastrophe: Die riesige, von einem Seebeben ausgelöste Monsterwelle in Südasien kostete über 220.000 Menschen das Leben. Auch über 500 Deutsche, die ihren Weihnachtsurlaub dort verbrachten, starben. Erschütternde TV-Bilder brachten die Naturkatastrophe bis ins eigene Wohnzimmer und setzten eine beispiellose, weltweite Hilfsaktion in Gang. Allein die Bundesbürger spendeten 500 Mio Euro, die Bundesregierung legte ebenso viel drauf.

° Blutiger Terrorangriff in London: Kaum einen Tag nach dem Riesenjubel über Olympia 2012 in London herrschte großes Entsetzen in der Metropole. Bei fast zeitgleichen Bombenexplosionen in 3 U-Bahn-Zügen und 1 Doppeldeckerbus kamen 37 Menschen ums Leben, über 700 wurden verletzt. Eine Untergruppe des islamistischen Terrornetzwerkes El Kaida bekannte sich zu den Anschlägen und kündigte weitere Attentate in Europa an.

° Verheerendes Erdbeben in Kaschmir: Das im Himalaja gelegene Kaschmir ist bekannt für seine landschaftliche Schönheit, vor allem aber wegen des politischen Konflikts zwischen Indien und Pakistan. Ein schweres Erdbeben im pakistanischen Teil fordert 90.000 Tote. 3 Mio Menschen werden in der schlecht zugänglichen Region obdachlos, müssen bei nächtlichen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt im Freien hausen. Der Winter steht aber erst vor der Tür. Dann wird es noch viel mehr Tote geben!

... geschockt:

° Auschwitz, die Hölle auf Erden: Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben der Bayerische Landtag und der Bundestag der Opfer des Nationalsozialsmus’ gedacht. Auschwitz bedeutet ein unfassbares Grauen, den totalen Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation, der bis heute jedem, der sich damit beschäftigt, das Blut in den Adern gefrieren lässt: Auschwitz war die Todesfabrik, wo in perfekter Organisation Menschen in industriell geregeltem Ablauf umgebracht wurden: Sie starben durch Hunger, Gift und sadistischen medizinischen Experimenten, wurden tot geprügelt und erschossen, kamen zu Hunderttausenden in den Gaskammern um. Der Tod von fast 1 ½ Mio Menschen in Auschwitz soll uns immer eine Warnung davor sein, dass Unmenschlichkeit in jedem von uns wieder hervorbrechen kann, sobald Respekt vor Andersdenkenden, Toleranz und gleiche Rechte aufgegeben und Ausgrenzung und Verfolgung akzeptiert werden.

° 5,2 Millionen ohne Job: Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland nimmt immer dramatischere Ausmaße an. 5,2 Mio Erwerbslose im März 2005 bedeuten Nachkriegsrekord! Der erneut kräftige Anstieg der Arbeitslosenzahl ist jedoch vor allem auf statistische Einflüsse zurückzuführen, denn seit Januar 2005 werden auch erwerbsfähige Sozialhilfe-Empfänger in den Arbeitslosenlisten geführt. Ohne Hartz-IV-Reform läge die Zahl bei 4,85 Mio. Immer noch viel zu viel, weshalb Wirtschaftsforscher und Oppositionspolitiker neue Reformen fordern.

... bewegt

° Ergreifender Abschied: Zehntausende verharren, knien nieder auf den Straßen der Krakauer  Innenstadt, senken die Köpfe und beten einen Rosenkranz für Papst Johannes Paul II., der nach langer schwerer Krankheit im Sterben liegt. Die Anteilnahme der Polen ist Ausdruck der tief empfundenen Liebe und Dankbarkeit für „ihren“ Papst, der ihnen die Freiheit lehrte und durch seine Verdienste um den friedlichen demokratischen Umbruch in Mittel- und Osteuropa auch mit zur Wiedervereinigung Deutschlands und zur Überwindung der Teilung Europas beitrug.
200 Staatsgäste aus 138 Ländern und 300.000 Pilger erweisen Papst Johannes Paul II auf dem Petersplatz in Rom die letzte Ehre. Mehr als 1 Mio Menschen, die dort keinen Platz mehr finden, verfolgen auf Großleinwänden rund um den Vatikan, Milliarden an den Fernsehschirmen die Totenmesse für den Pontifex.
26 Jahre lang hatte er die Geschicke der katholischen Kirche bestimmt. Er war ein Papst zum Anfassen, beliebt bei Alt und Jung, beeindruckte als unermüdlicher Friedensverfechter, Streiter für Menschenrechte und die Armen der Welt, war hoch geachtet als Schuldbekenner, der die Juden um Vergebung für früheres schmähliches Kirchenverhalten gebeten hatte und so die katholisch-jüdische Aussöhnung herbeiführte. Er gestand mutig die Irrtümer und Fehler der katholischen Kirche über Jahrhunderte hinweg ein, imponierte mit seiner Toleranz gegenüber Andersgläubigen, erst recht nach dem 11. Sept. 2001, schockte aber auch als unnachgiebiger Verfechter christlicher Moraltradition bei Themen wie außereheliche Sexualität, Homosexualität oder Frauenpriestertum.

... begeistert

° „Viva Papa!“: Weißer Rauch steigt am 19. April um 17.42 Uhr über der Sixtina auf und signalisiert allen: Ein neuer Papst ist gewählt. Viele Römer eilen zum Petersplatz und wollen ihn sehen: Es ist ein Deutscher, ein Bayer – es ist Kardinal Joseph Ratzinger, nun Papst Benedikt XVI., kirchliches Oberhaupt von 1,1 Mrd. Katholiken! Unsere große Freude darüber, dass 60 Jahre nach Krieg und Holocaust so viel Normalität eingekehrt ist, dass ein Deutscher Papst werden konnte und darüber, dass bei der Amtseinführung ihm 350.000 Pilger auf dem Petersplatz begeistert zujubeln, drückt die Bild-Zeitung in drei Worten aus: „Wir sind Papst“ und so fühlen wir uns auch.

... beschäftigt

° Studiengebühren: Das Bundesverfassungsgericht hat den Weg zur Einführung von Studiengebühren frei gemacht. Während die meisten Universitäten den Richterspruch begrüßten, war es für  Sozialdemokraten und Studenten ein „sozialpolitisches Desaster“. Sind die ins Auge gefassten rund 500 € Studiengebühren pro Semester wirklich ein finanzielles Problem für die Studierenden oder ist es nur vorsorglicher Protest, denn wer ist schon begeistert, wenn es an den eigenen Geldbeutel geht?

° Terri Schiavo gestorben: Nach 13 Tagen ohne Wasser und Nahrung ist die prominenteste amerikanische Komapatienten gestorben.15 Jahre lang lag sie im Wachkoma. Ihr Mann hatte die Entfernung der Magensonde in einem jahrelangen Rechtsstreit gegen Schiavos Eltern durchgesetzt und dadurch weltweit eine erregte und heiße Diskussion um passive und aktive Sterbehilfe angestoßen.

... entsetzt

° Ekelfleisch-Skandal: Und es nimmt kein Ende! Immer wieder werden neue Fälle entdeckt. Umdeklarierte und an Lebensmittelproduzenten gelieferte Schlachtabfälle, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind (Schlachtkörperteile, Geflügelreste, Schweineschwarten und Knochen) und nur für Hunde-/Katzenfutter, Knochenmehl-Dünger oder zu Biogas weiterverarbeitet werden dürfen. Abgelaufenes, nicht mehr essbares Fleisch, das mit neuem Haltbarkeitsdatum versehen in den Regalen von Supermärkten landet oder weiterverarbeitet wurde z.B. zu Döner. Pfui Teifi, da kann’s einem scho grausen! Da bleiben nur die Alternativen: Vegetarier werden oder nur noch beim Metzger des Vertrauens kaufen. Auch wenn es dort ein bisschen mehr kostet!

... amüsiert

England kippte im November die Sperrstunde um 23 Uhr. Die Regierung will das Gesetz als Waffe gegen den unbestreitbaren Alkoholmissbrauch im Land des „Sturztrunkes“ einsetzen. Gegner fürchten jedoch Anarchie in den Stadtzentren und den endgültigen Zusammenbruch von Recht und Ordnung! Ob das bisher übliche schnelle Wettsaufen durch längere Schankzeiten nun wirklich in eine neue Trinkkultur inklusive vornehmes Nippen am Gläschen Rotwein münden wird, muss erst noch abgewartet werden. Cheers!

... geärgert

° Regierungswechsel: Sturz der rot-grünen Koalition in Schleswig-Holstein im März, historischer Machtwechsel in Nordrhein-Westfalen im Mai, wo die SPD ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 50 Jahren erzielt. Nach dem Scheitern der letzten rot-grünen Regierung in einem Bundesland will Kanzler Schröder Neuwahlen im Herbst 2005 und stellt die Vertrauensfrage. Der Wahlkampf beginnt. In den Umfragen liegt die CDU-CSU weit vor der SPD. Doch von den geplanten Zumutungen wie Reduzierung der Sonn- und Feiertagszuschläge, MWSt-Erhöhung, Streichung der Pendlerpauschale usw. wollen die Wähler nichts wissen. Lieber glauben sie den unerfüllbaren Versprechungen anderer Parteien, wie z.B. der neuen Linkspartei mit Gysi und Lafontaine. Außerdem haben sie vom Steuerexperten Kirchhoff Angst, der mit seinen Visionen im Wahlkampf zum Klumpfuß für Merkel wird. Es läuft nicht alles so, wie sie sich es vorstellt. Schröder legt hingegen einen furiosen Wahlkampf hin. Die Umfragewerte der SPD steigen erheblich.
Die Wahl endet knapp. Weder für rot-grün, noch für schwarz-gelb reicht es. 0,8 Prozent liegt die Union vor der SPD, doch Schröder beharrt auf seinen Machtanspruch auf das Kanzleramt, lacht Merkel am Wahlabend aus, rastet aus. Als stärkste Partei muss sie eine regierungsfähige Koalition bilden, da die FDP nicht mit den Grünen und der SPD zusammen will, ein Zusammengehen mit den Linken schloss Schröder während des Wahlkampfes aus. Schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition? Große Koalition mit Kanzler-Job-Sharing zwischen Schröder und Merkel? Mit ihm nicht! Das rabiate Auftreten des Bundeskanzlers bringt ihr größtmögliche Solidarität der eigenen Leute. Sie halten an ihr als Kanzlerin fest. Schröder kapiert endlich und  gibt seinen „gefühlten“ Machtanspruch auf. Erst werden in den Koalitionsverhandlungen Posten verteilt, dann geht es um die Sache. Deutschland wartet darauf, denn seit 6 Monaten wird es im Grunde nicht mehr regiert!

... gefreut

... Happy End für Angie:
Gut zwei Monate nach der Bundestagswahl hat Deutschland wieder eine Regierung und erstmals sogar eine Bundeskanzlerin. CDU-Chefin Angela Merkel wurde am 22. Nov. 2005 mit 397 von 612 Stimmen zur Regierungschefin gewählt. Bis zuletzt wurde sie von den meisten unterschätzt. Doch sie behauptete sich im Haifischbecken der Spitzenpolitik, zeigte starken Durchsetzungswillen, forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder selbstbewusst heraus und behielt im Koalitionspoker die Nerven. Mit ihr an der Spitze der Großen Koalition wollen Union und SPD die Reformen im Land vorantreiben. Trauten ihr bei Amtsantritt nur wenige eine erfolgreiche Arbeit zu, bewerteten gut zwei Wochen später schon 72 % der Bundesbürger im ZDF-Politbarometer ihre Arbeit als gut, 87 % Zustimmung erhielt sie dabei von CDU-Wählern und von den Grünen immerhin noch 68 %. Riesenlob auch von internationaler Seite für sie als „Retterin des EU-Gipfels“ in Brüssel und für ihr Verhandlungsgeschick.

° Erfolgsstory Lkw-Maut: Ziemlich viel schief gelaufen war bei der Einführung des automatischen Maut-Abbuchungsverfahrens der Toll Collect Anfang 2005. Inzwischen hat es sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das im ersten Jahr 2,85 Mrd Euro Einnahmen in die leeren Staatskassen fließen ließ. Nun soll das Mautsystem zum Exportschlager werden. Großbritannien, USA, China und Ungarn zeigen bereits Interesse.

° Dresdner Frauenkirche wieder aufgebaut: 60 Jahre nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg erstrahlt das aus den Trümmern errichtete Gotteshaus nun in neuem Glanz. Möglich gemacht hat dies eine Bürgerinitiative, die nach der Wende weltweit mehr als 100 Mio € Spenden sammelte. Die in 12 Jahren erbaute Frauenkirche gilt als Werk der Versöhnung und Mahnung zum Frieden, denn auch die einstigen Kriegsgegner unterstützten den Wiederaufbau der Kirche.

... empört

° Ministerpräsident Stoiber:  Mit seinen deftigen Äußerungen im Wahlkampf über „frustrierte Ostdeutsche, die nicht über den Kanzler und Deutschlands Zukunft bestimmen dürfen“ und „dass es nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern gäbe“ löste der CSU-Chef eine Welle der Empörung aus. Selbst Parteifreunde gingen auf Distanz zu ihm. Sein verbaler Tiefschlag schadete Kanzlerkandidatin Merkel ebenso, wie das Hinauszögern seiner Entscheidung, ob er im Falle des Wahlsieges mit nach Berlin kommen würde oder nicht. Die Wahl  wurde knapp gewonnen. Wir Bayern schwellten schon stolz die Brust: Unser Edi als Superminister in der Bundesregierung, als Retter der Nation würde den Dampfer Deutschland bestimmt wieder in Fahrt bringen, so wie daheim das Bayernland. Davon waren wir alle überzeugt. Er selbst anscheinend nicht, denn wie sonst ist sein Verzicht auf den angebotenen Ministerposten zu erklären? Nur weil Müntefering nicht mehr Parteivorsitzender der SPD ist? Das kann glauben wer will! Jetzt haftet irgend der Mief eines „Angsthasen“ an ihm. Und viele Bayern sind ziemlich enttäuscht.

° Schröders Pipeline-Job: Ex-Bundeskanzler gerät zunehmend wegen seines Wechsels an die Spitze der deutsch-russischen Gaspipeline-Gesellschaft unter Beschuss. Opposition und Experten forderten ihn zum Verzicht auf den Aufsichtsratsposten auf, weil er dadurch evtl. persönlichen Nutzen aus seinen eigenen politischen Entscheidungen ziehe könne. Schröder wies die Vorwürfe als Unsinn zurück und bezeichnete Äußerungen über ein angeblich hohes Gehalt als Spekulation. Für ihn sei es Ehrensache, an dem Projekt mitzuwirken. Auch wenn Schröder inzwischen als Privatmann handelt und sogar aktive Politiker Aufsichtsräte in großen Unternehmen sein dürfen – ein bisserl stinkt die Sache schon. Politiker fordern nun einen Ehrenkodex für ehemalige Regierungsmitglieder. Übrigens: Sitz der Gaspipeline-Gesellschaft ist das Steuerparadies Zug in der Schweiz!

° Saddam streitet Schuld ab: 2 ½ Jahre nach seinem Sturz begann der erste Prozess gegen den irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein. Er und seine 7 Mitangeklagten fühlen sich nicht schuldig an dem ihnen vorgeworfenen Massaker in dem schiitischen Dorf Dudschail, bei dem 143 Menschen getötet worden waren. Hussein wird noch weiterer Vergehen beschuldigt, u.a. ein Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabdscha, bei dem 5000 Menschen ums Leben kamen, ebenso ein Massenmord mit 180.000 Toten im Rahmen einer sog. „Ungezieferbekämpfung“, Massenmord an Schiiten usw. Der Prozess wurde auf 2006 vertagt.

... überrascht

° Hochwasser von den Alpen bis zur Donau: Noch gut in Erinnerung ist die Oderflut 1997 (330 Mio Euro Schaden in Deutschland) und das Elbhochwasser 2002 (15 Mrd. Euro Schaden). Sechs Jahre ist das letzte „Jahrhundert-Hochwasser“ in Bayern her. Was keiner zu denken wagte, ist im August eingetroffen: Nach extremen Regenfällen sind im Allgäu die Rekordmarken des Pfingsthochwassers 1999 übertroffen worden. Weite Teile von Oberbayern und Schwaben versinken in den Hochwasserfluten. In etlichen Städten wird Katastrophenalarm ausgelöst. Das Lech-Hochwasser hat die neue Autobahn-Lechbrücke bei Augsburg unterspült. Sie droht einzustürzen. Der Aufstau würde halb Augsburg unter Wasser setzen und zusätzlich die alte Brücke in Gefahr bringen.

° Hurrikan Katharina: „Die Szenen gleichen einem Apokalypse-Film“, berichtete ein Reporter aus New Orleans/USA. Mit voller Wucht saust Hurrikan Katharina über New Orleans hinweg und überflutet es. Angesichts der schleppenden Hilfsaktionen kommt Unmut auf, denn die Bedingungen sind katastrophal, die Situation völlig außer Kontrolle: Bewaffnete Banden plündern die Geschäfte. Auf den Straßen gibt es brutale Kämpfe um Plätze in den Rettungsbooten und in den wenigen vorhandenen Bussen, welche die Einwohner wegbringen sollen. 25.000 Menschen warten im Footballstadion Superdome darauf, abgeholt zu werden. Es gibt seit Tagen weder Strom, noch Toiletten, sauberes Wasser ist Mangelware. Viele Menschen sind wütend: Eine Nation, die zum Mond fliegen kann, versagt kläglich bei der Hilfe für die eigenen Leute! Bis zu 60.000 Menschen sind in New Orleans eingeschlossen. Fachleute vergleichen die Situation mit den Zuständen nach dem Tsunami Ende 2004 in Südostasien.

° Frankreich in Flammen: In den Pariser Vorstädten randalieren vermummte Kids und Jugendliche im Kapuzenshirt, zünden Autos, Teppichmärkte, Holzlager, Sporthallen und Kirchen an, werfen Molotow-Cocktails auf Supermärkte und Restaurants. Die Krawalle breiten sich auf weitere Teile des Landes aus. In 40 Städten verhängen die Bürgermeister die Ausgangssperre. 2800 Randalierer werden festgenommen. Fazit des 2-wöchigen Aufstands: In 300 Orten wurden fast 9.000 Fahrzeuge verbrannt, Schulen zerstört. Der wirtschaftliche Schaden wird auf über 240 Mio Euro beziffert. Grund für die Ausschreitungen ist nicht ein islamischer Glaubenskrieg, sondern Lust auf Gewalt aufgrund fehlender Perspektiven: Seit 30 Jahren warten die Menschen in den  „Armen- und Ausländervierteln“ der großen Städte vergeblich auf die versprochenen besseren Lebenschancen.

Die Welt nahm 2005 Abschied von:

° Rudolph Moshammer (64): Rund 15.000 „Mosi“-Bewunderer begleiteten den exzentrischen Promi-Schneider und Paradiesvogel der Münchner Schickeria auf seiner Abschiedsreise. Doch es waren eher die „kleinen Leute“, die den Wohltäter der Obdachlosen und „charmanten Spinner“ mit der schwarzen Beton-Hochfrisur samt Hündchen Daisy liebten. Der Iraker Herisch A. hatte den homosexuellen Moshammer im Streit um den versprochenen Liebeslohn erdrosselt.

° Arthur Miller (89): Der Dramatiker und Schriftsteller wollte mit seinen sozialkritischen Stücken die Menschen etwas zivilisierter machen. „Der Tod des Handlungsreisenden“ oder seine „Hexenjagd“ wurden Bühnenhits und Klassiker. Richtig berühmt wurde er durch seine Ehe mit Sex-Symbol Marilyn Monroe.

° Rainier III. von Monaco (81): Bis zu seinem Tod regierte der Fürst den Zwergenstaat an der Cote d’Azur. Geldadel, Jetsetter und Steuerflüchtlinge fühlen sich dort wohl. Seine Frau, die ehemalige Hollywood-Diva Grace Kelly, kam 1982 bei einem Autounfall ums Leben. Seine Nachfolge übernahm Prinz Albert.

° Maria Schell (79): Das „Seelchen“ war Mittelpunkt in vielen Schnulzen der 50er Jahre. Ihr Bruder Maximilian hat ihr mit dem Film „Meine Schwester Maria“ ein wunderbar-anrührendes Denkmal gesetzt, als sie schon krank und verschuldet auf einer Alm ihren Lebensabend verbrachte.

° Max Schmeling (99): Deutschland trauerte im Februar um seine Box-Legende Max Schmeling. Er war der einzige deutsche Schwergewichts-Weltmeister aller Klassen. Seine weltweite Berühmtheit verdankte er dem ersten von zwei Kämpfen gegen den als unschlagbar geltenden Joe Luis, den er in der 12. Runde durch k.o. bezwang. Seinen legendären Ruf verdiente sich Schmeling durch seinen bescheidenen Lebensstil, sein soziales Engagement und sein „Fair Play“ in allen Bereichen.

° Harald Juhnke (75): Für den äußerst populären Berliner Volksschauspieler und Deutschlands größtem Entertainer Harald Juhnke fiel im April der letzte Vorhang. Trotz seiner Alkoholsucht und seiner längeren Demenzerkrankung hielten seine Fans ihm die Treue.

° Ephraim Kishon (80): Der wohl erfolgreichste Satiriker der Gegenwart erlag einem Herzanfall. Der für seinen selbstironischen Humor bekannte Autor schrieb über 50 Bücher, die in 37 Sprachen übersetzt wurden und eine Auflage von 43 Mio erreichten, davon 32 Mio in deutsch.

° Simon Wiesenthal (96): Seine gesamte Familie wurde im Holocaust unter Hitler ermordet; er selbst überlebte wie durch ein Wunder. 60 Jahre lang hat er unermüdlich nach nationalsozialistischen Großverbrechern gefahndet. 1000 Nazi-Schergen enttarnte er und brachte sie vor Gericht, auch den SS-Schreibtischtäter Adolf Eichmann.

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