Handwerk: Hauptsache billig - und dann??
Billig – billiger – noch billiger –
PLEITE!! Das ist leider oft der Werdegang deutscher Firmen, die im knallharten
Konkurrenzkampf nicht mehr mithalten können. Dabei spielt es keine große Rolle,
ob es sich um größere Unternehmen, Mittelständler oder kleine Gewerbetreibende
handelt.
Kehrseite
der Billigpreise
Klar, jeder Verbraucher freut sich angesichts der immer größer werdenden Steuer-
und Abgabenlast über günstige Preise. Doch diese Freude hat leider eine – vom
Verbraucher oft nicht bedachte – Kehrseite: Um in dieser Preise-nach-unten-Spirale
überhaupt noch mithalten zu können, müssen die Firmen und Handwerker ohnehin
knallhart kalkulieren, teilweise unterhalb der Schmerzgrenze, d.h. mit Verzicht
auf Gewinn, um wenigstens einen Großteil der laufenden Kosten decken zu können.
Ein hoher und konstanter Kostenfaktor sind natürlich die Löhne und Lohnnebenkosten.
Gewinnspanne?
Verbraucher sehen oft nur die (angeblich) hohen Stundensätze eines Handwerkbetriebes.
Schnell wird dann als fiktives Beispiel der eigene Stundenlohn davon abgezogen
und der Unterschied als satte Gewinnspanne für den Unternehmer errechnet. Der
würde sich natürlich außerordentlich darüber freuen und sich dann bestimmt lieber
auf einer Yacht vor Florida in der Sonne aalen als tagtäglich den Aufträgen
hinterher rennen und von früh bis spätnachts sich um seinen Betrieb kümmern
zu müssen – wenn es denn so wäre. Leider ist dem nicht so.
Löhne, Lohnnebenkosten & mehr
Ob Löhne, Lohnnebenkosten wie z.B. der Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen,
Urlaub, Schwangerschaft und Krankheit (in welcher ein Arbeitnehmer zwar Lohnkosten
verursacht, aber für den Betrieb keine Einnahmen erarbeitet), sowie Kosten für
Miete, Fuhrpark, Maschinen, Geräte, Reparaturen, Versicherungen, Strom, Wasser
usw.
müssen
in den Stundensatz ebenfalls mit eingerechnet werden. Auch der Handwerksmeister
oder der Gewerbebetreibende selbst will gerecht entlohnt werden, denn er trägt
nicht nur die volle Verantwortung und das Risiko für seinen Betrieb und haftet
mit seinem Vermögen, sondern er muss auch für seine eigenen Soziallversicherungen
(Krankenversicherung, Altersvorsorge etc.) in voller Höhe selbst aufkommen und
natürlich auch seine Familie ernähren können. Außerdem müssen Rücklagen für
etwaige betriebliche Neuanschaffungen oder Erweiterungen gebildet werden. Wenn
man dies alles mit einbezieht, dann relativiert sich der Stundensatz oder der
Aufschlag auf Waren wieder.
Pfusch, und nun?
Um Baumaßnahmen so günstig wie möglich abzuwickeln, werden leider öfters unbekannte
Fremdfirmen oder Schwarzarbeiter beauftragt, regionale Betriebe hingegen bleiben
unberücksichtigt. Treten dann Mängel an der Baumaßnahme auf, müssen etliche
Bauherren dann zu ihrem Leidwesen oft feststellen, dass die damals beauftragte
Firma aus Sachsen oder Rheinland-Pfalz inzwischen leider nicht mehr existiert.
(Auch Kommunen aus der Region mussten bereits diese Erfahrungen bei größeren
Baumaßnahmen machen!) Schadenersatzansprüche oder die Beseitigung der Mängel
können dann nicht mehr gefordert werden. Der Bauherr geht leer aus.
Vernichtet Arbeitsplätze
Das Gleiche gilt bei Schwarzarbeit. Auch hier haftet niemand bei Pfusch. Außerdem
zahlen Schwarzarbeiter keine Steuern und Versicherungen. Das bedeutet im Klartext:
Die Steuerlast und die Sozialversicherungsbeiträge für die arbeitende Allgemeinheit
wird dadurch noch höher!! Zugleich vernichtet Schwarzarbeit reguläre Arbeitsplätze
in den Handwerksbetrieben, da jenen diese Aufträge fehlen!! Wer dem Handwerk
den Boden entzieht, gefährdet oder vernichtet nicht nur Arbeits- sondern auch
Ausbildungsplätze, jetzt und für die nächste Generation!!
Lokal-Patriotismus ist gefragt
Es spricht eigentlich alles dafür, um bei Ihrem nächsten Auftrag unsere regionalen
Handwerker und Geschäfte zu berücksichtigen: ihre qualitätsbewusste und saubere
Facharbeit, ihr redliches Geschäftsgebaren, die pünktliche Abwicklung, der umfassende
Kundenservice einschließlich fachlicher Beratung, die Sicherung von Arbeits-
und Ausbildungsplätzen, sowie das Nachkommen ihrer steuerlichen Verpflichtung.
Übrigens: Die Gewerbesteuer der regionalen Betriebe ist eine der Haupteinnahmequellen
einer Stadt oder Gemeinde. Damit können z.B. Kindergärten, Hallenbad, Stadtbus,
Theater, städtische Gebäude wie Feuerwehrhaus, Kanal, Abwasser etc. finanziert
werden, womit sich der Kreis wieder schließt. Also halten wir zusammen, denn
wir alle hängen irgendwie voneinander ab und:
Auf unser regionales Handwerk ist Verlass!!