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Komplizierte Schildkröte: Die "Tortue" von Cartier
Neuburg, 17.05.2012 - 12:19 Uhr
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Komplizierte Schildkröte: Die "Tortue" von Cartier

Für die gestalterische Entwicklung der Armbanduhr war die Begegnung zwischen Louis Cartier und dem Flugpionier Alberto Santos-Dument eine Sternstunde. Irgendwann offenbarte der Brasilianer dem Juwelier, dass seine Taschenuhr beim Steuern des Fluggeräts nicht besonders hilfreich sei. Cartier ließ sich das nicht zweimal sagen.

Als Santos-Dumont im November 1907 zu einem sensationellen 220-Meter-Flug startete, trug er eine neue Armbanduhr. Die legendäre “Santos” hatte mit den bis dahin gebräuchlichen Modellen fürs Handgelenk nur noch das Lederband gemein. Ihr Gehäuse war quadratisch, verfügte über abgerundete Ecken, einen erhabenen Glasrand und markante Bandanstöße als Bestandteil des Designs. Durch den Markterfolg erkannte er das gewaltige Potenzial des neuen Sterns am Uhrenhimmel. 1917 leistete er einen neuen Beitrag zur formalen Emanzipation der Armbanduhr.

Das martialische Erscheinungsbild der englischen Kampfpanzer “Tarn” beeindruckte ihn so, dass er sie in einer Armbanduhr, der “Tank L.C.” verewigte und als Zeichen des Dankes für die Befreiung der Grande Nation das erste Exemplar an General John J. Pershing, Oberfehlshaber der amerikanischen Truppen in Frankreich überreichte. Ein Jahr später ging sie in Serie. Louis Cartier hatte der Armbanduhr zu einem weiteren, extrem bedeutsamen Entwicklungsschritt verholfen, dessen Tragweite sich erst in den 30er Jahren herausstellte, als Art-deco-Modelle “in” wurden. Zurück zum Jahr 1913, als Cartier seine legendäre Armbanduhr “Tortue” vorstellte. Sie besaß ein gedrungenes Gehäuße und erinnerte an eine Schildkröte, die ebenfalls ein Bestseller wurde.

2001 präsentierte Cartier die exklusive Tortue erstmals mit automatischem Aufzug und ewigem Kalendarium. Auf der Rückseite, hinter einem Saphirglasboden, versieht das Automatikkaliber 9100 MC mit sorgsam dekoriertem Kugellagerrotor aus 18-karätigem Gold seinen zeitbewahrenden Dienst. Übrigens: Die “Schildkröte” widersteht sogar dem nassen Element bis 30 Meter Tiefe. Preis: 37.324 Euro


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