Das Schlossgut Kühbach - Sonderausstellung
Sonderausstellung im Museum im Pflegschloss
vom 1. Februar bis 14. März 2004
Die Geschichte der Familie Beck-Peccoz von Sisi bis zur Gegenwart
Die
Geschichte der Familie Beck-Peccoz von Sisi bis zur Gegenwart - Das hätte sich
Umberto Freiherr von Beck-Peccoz wohl nicht träumen lassen, wieviel Arbeit
hinter einer Ausstellung wie dieser stecken kann. Mit vielen Exponaten aus der Familiengeschichte,
der Vorstellung der verschiedenen Produktionszweige samt den Aufgaben der Schlossverwaltung
und der logistischen Konzeption einer Ausstellung von der Idee bis zur Umsetzung,
wird dem Publikum über die Gewerke des gesamten Schlossgutes und Historie ein
kompletter Einblick gewährt.
Die Geburt der Ausstellung
hatte mehrere Urheber. In einem unverbindlichen Gespräch erörterten
die Brauerei Kühbach, die Schrobenhausener Museumsleitung und die brennessel-Redaktion
die Möglichkeit eine Sonderausstellung mit dem Schlossgut Kühbach in Erwägung
zu ziehen. Die zeitliche Konstellation passte hernach auch prächtig in das
Museumskonzept, dass durch die Feierlichkeiten ab April zum 100. Todestag Lenbachs
im Laufe des Jahres voll ausgelastet sein wird. Der Zeitrahmen zwischen Februar
und März war also frei, der Kontakt zwischen dem Baron und brennessel vorhanden
- ab diesem Zeitpunkt im Herbst letzten Jahres also rollt die Ausstellung...
“Es ist das erste Mal,
dass wir im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit tiefer auf die Geschichte
unseres Hauses eingehen.” gibt Umberto Freiherr von Beck-Peccoz gerne Auskunft. “Oft
werden wir von unseren Kunden und Lieferanten über die Historie unseres Hauses
gefragt und ausgefragt. Doch viele Informationen gehen im verbalen Miteinander verloren.
Die Ausstellung, die nun zu sehen sein wird, bietet zum ersten Mal die Möglichkeit,
der Öffentlichkeit umfassend Einblicke in die Unternehmungen unseres Schlossgut
Kühbach und dessen Geschichte zu gewähren. Unser Team und unsere Familie
stehen voll hinter dieser Sache; jeder packt mit an. Sicherlich macht man sich angesichts
dieses ‘Outings’ auch etwas Sorgen, dass manch’ einer unser Auftreten
bei dieser Ausstellung als Angeberei oder Persönlichkeitskult abtut. Doch bei
der Zusammenstellung der Exponate und dem Interesse der Öffentlichkeit waren
die Zweifel schnell gewichen. Schließlich hängt an jedem Ausstellungsstück
auch eine individuelle Geschichte...”
Was erwartet den Besucher?
Das Schlossgut Kühbach war die längste Zeit seiner Geschichte ein Kloster.
Das Benediktinerinnenkloster St. Magnus wurde um das Jahr 1000 gegründet. Die
Kühbacher Nonnen waren aus adeligem Stande: Herzoginnen, Prinzessinnen und
Grafentöchter nahmen hier den Schleier.
U.a. sind zu sehen: Kupferstich von Michael Wenig 1701; Holzstatue von der Hl.
Anna Selbdritt um 1650; ein Adels-Lexicon von Johann Friedrich Gauben um 1740/1747;
ein Ölgemälde von Maria Gräfin von Lerchenfeld um 1707
Sisi in Kühbach
Herzog Max erwarb im Jahre 1839 das Schlossgut Kühbach. Hierzu gehörten
neben dem Schloss Kühbach auch jenes in Rappenzell und das Wasserschloss in
Unterwittelsbach. In letzterem, das Herzog Max in Bayern liebevoll seine “Burg” nannte,
hat Sisi in ihrer Kindheit etliche unbeschwerte, stille Sommertage verlebt. 1862
veräußerte Herzog Max das Schlossgut Kühbach mit dem Schloss Rapperszell
an Josef Anton Freiherr von Beck-Peccoz.
U.a. sind zu sehen: Prinzessin Sisi, Ölgemälde nach Franz Xaver Winterhalter,
1864; Kaufvertrag über das Schlossgut Kühbach um 1862; Herzog Max in Bayern,
Foto, um 1850;
Die Familie von Beck-Peccoz im Gressoneyer Tal
Um das Jahr 1000 besiedelten die Walser, ein germanischer Volksstamm, die Alpen.
Sie ließen sich, wie man am Namen erkennt, beispielsweise im Wallis und dem
Kleinwalsertal nieder. Einige Kolonien bevölkerten sogar Täler südlich
des Hauptkamms der Alpen. Auch das Gressoneyer Tal, ein nördliches Seitental
des Aosstatales, im äußersten Nordwesten Italiens gelegen, ist ein solches
Walsertal.
U.a. sind zu sehen: Das Aostatal, Kupferstich von Attilio Zuccagni Orlandini um
1845; Gressoney St. Jean, kolorierter Stich um 1880; Stafal, Foto um 1900; Onorato
Roux, La prima regina d’Italia (Die erste Königin Italiens), 1901; Königin
Margherita von Savoia, Foto 1908; Gressoneyer Tracht
Die Familie von Beck-Peccoz in Kühbach
Im 18. Jahrhundert kamen einige Mitglieder der Familie Beck-Peccoz als Händler
zurück nach Deutschland und arbeiteten hier als Kaufleute. Im Jahre 1840 wurden
die Brüder Anton und Carls als Freiherren von Beck durch König Ludwig
I. von Bayern in den Adelsstand erhoben.
U.a. sind zu sehen: Stammbaum der Familie von Beck-Peccoz, 1930; Wappen der Familie
von Beck-Peccoz, Farbdruck 1840; Porzellanservice, Silberbesteck, Siegel, Kristallgläser,
Siegelring, Wappenstuhl, große A1-Fotos uvm.
Der Gutsbetrieb, Agrar- und Forstwirtschaft
Schon unter Herzog Max gehörten zum Schlossgut Kühbach eine Landwirtschaft,
ein Forst und eine Brauerei. Die Familie von Beck-Peccoz hat diese klassische Dreiteilung
des Gutsbetriebs bis in unsere Zeit hinein weitergeführt. Nicht zuletzt Dank
dieser Struktur hat das Schlossgut sowohl zwei Weltkriege als auch andere wirtschaftlich
schwere Zeiten unbeschadet überstehen können.
U.a. sind zu sehen: Entwicklung des landwirtschaftlichen Gutsbetriebes 1953/54
bis 2003/04; Bewirtschaftete Flächen in Kühbach + Landkarten 1954 bis
heute; Proben der Feldfrüchte (Weizen, Gerste, Raps, Körnermais...); Bestandskarte
der Herrschafts-Waldungen auf Kühbach 1875; Wirtschaftsplan für die Forstreviere
Wittelsbach-Rapperszell 1850-1862; Baumscheibe einer 200jährigen Kiefer
Die Brauerei Kühbach
Bereits im Mittelalter wurde im Kloster Kühbach von den Benediktinerinnen
Bier gebraut. Unter Herzog Max in Bayern wurde 1841 der Grundstein für ein
neues Brauhaus gelegt. Von diesem erwarb Josef Anton Freiherr von Beck-Peccoz im
Jahre 1862 die Brauerei und das übrige Schlossgut. 1908 wurde das heutige Brauereigebäude
in der Großhausener Straße 1 erbaut. Die Brauerei Kühbach ist immer
eine Regionalbrauerei gewesen und soll dies auch in Zukunft bleiben. Ihre Hauptabsatzgebiete
sind traditionell das Wittelsbacher Land und das Schrobenhausener Land. Aber auch
im Landkreis Neuburg und im Raum Augsburg, Pfaffenhofen und Dachau hat sie in den
letzten Jahren viele Freunde gewonnen.
U.a. sind zu sehen: Plan Brauereigebäude 1908; Emaille-Schild mit Steinbock
um 1960; Alte Holzfässer in verschiedenen Größen; alte Holzträger
mit Bügelverschlussflaschen; aktuelles Produktsortiment der Brauerei Kühbach
mit Gläsern
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www.brauereikuehbach.de