Neuburger Köpfe: Helmut Schenke
– leidenschaftlicher Naturschützer & erfolgreicher „Mülldeponie-Inhibitionist“
Beruflich und privat hat er ziemlich alles erreicht, was ihm wünschenswert erschien. Umso mehr engagiert er sich seit 50 Jahren für
die Erhaltung der Natur: Er ist Mitglied und Unterstützer mehrerer Bürgerinitiativen, Umwelt- und Hilfsorganisationen von Bund
Naturschutz über Greenpeace, Robin Wood, Komitee Cap Anamur, Kinderpatenschaftsorganisationen bis hin zum Bund für Vogelschutz,
Prokoli, Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz etc. Ehrungen bekam er noch keine, aber auf dem Gumppenberg bei Pöttmes
steht ein Gedenkstein mit seinem Namen zur Erinnerung an die erfolgreiche Verhinderung einer Kreismülldeponie in seinem Heimatort.......
und das war nicht die einzige, die er zu verhindern half!
Geborener Hanseat
Helmut Schenke wurde 1932 in Bremen geboren und besuchte dort auch das Gymnasium. Ursprünglich wollte er Geologe werden, „doch
in Bremen gab’s keine Steine und so musste ich einen anderen Beruf ergreifen, der zu einer Hansestadt passt“, erzählt
er verschmitzt. „Nach der Währungsreform 1948 war das Geld knapp“, so Schenke, „und ich wollte meinen Eltern nicht
zur Last fallen!“ So suchte er sich eine Lehrstelle. Von 1949 bis 1952 erhielt er eine Ausbildung als Import- und als Wollkaufmann
und lebte anschließend einige Jahre in Stuttgart, wo er auch seine Frau kennen lernte.
Verfolgt hartnäckig seine Ziele
Dass er schon in jungen Jahren ein Mann schneller Entscheidungen und kämpferischer Natur war, zeigt eine Anekdote aus seiner Jugendzeit:
Auf der kurzfristigen Suche nach einem Weihnachtsgeschenk klingelte er an der Türe eines ihm empfohlenen Hauses in einer Nachbargemeinde,
sagte dem öffnendem Mädel seine Wünsche und wurde ziemlich kurz mit einem „Nein, das führen wir nicht!“ und
dem Zuschlagen der Türe abgewiesen. Das „himmlische Wesen“ hatte ihn jedoch dermaßen beeindruckt, dass er einige
Wochen später erneut an der Tür klingelte und ihre Eltern fragte, ob er die Tochter zu einem Theaterbesuch einladen dürfte,
ohne jedoch vorher überhaupt seinen Schwarm gefragt zu haben. Eltern und Tochter willigten ein. Nach dem Besuch des Theaters lud
er sie zum Essen ein und machte ihr auch gleich einen Heiratsantrag. Es muss wohl „Liebe auf den 1. Blick gewesen sein“,
denn wenig später erfolgte die Verlobung und im Herbst die Hochzeit. Bald können die beiden ihr 50-jähriges Ehejubiläum
begehen. „Ich würde meine Frau heute noch einmal heiraten“, versichert Schenke, „weil wir so ein phantastisches
Gespann sind“.
3 Mülldeponien verhindert
1964 machte er sich als Wollimporteur und Inhaber der Firma Schenke + Co. selbständig. Seit 1967 lebt der Hanseate mit seiner Frau
und seinen zwei Kindern in Pöttmes, wo er auf dem Gumppenberg ein sehr schönes Haus in wunderschöner Landschaft gefunden
hatte, für die es sich zu kämpfen lohnte, als 1988 dort eine Kreismülldeponie gebaut werden sollte. Kurzerhand wurde eine
Bürgerinitiative ins Leben gerufen, deren Vorsitz er übernahm. Mit großem Einsatz führte er den Kampf gegen die
Mülldeponie und hatte nach 1 ¾ Jahren Erfolg. Sie wurde nicht gebaut.
Kugelholz & Mandlach
Wenig später wurde eine Restmülldeponie für Ingolstadt geplant, erneut an der Landkreisgrenze Aichach/Neuburg-Schrobenhausen,
diesmal beim Kugelholz zwischen Weidorf und Ehekirchen. Hier war Schenke zwar nicht der Leiter der Bürgerinitiative, brachte aber
auch dort sein Wissen mit ein und freute sich, dass auch diese Deponie verhindert werden konnte. Eine weitere Restmülldeponie sollte
im Mandlachgebiet bei Handzell errichtet werden. Selbstverständlich war Schenke erneut beim Kampf gegen die ungewollte Baumaßnahme
dabei und auch diesmal gelang es, die Deponie zu verhindern. Somit blieb die ganze Gegend deponiefrei! Das Wichtigste für Schenke
ist jedoch, dass sich inzwischen die Müllpolitik positiv verändert hat, durch Müllreduzierung und Wiederverwendung von
Wertstoffen, wobei er das „wunderbare Entsorgungssystem im Landkreis ND-SOB“ besonders lobt.
Firma verkauft
Beruflich wird der 72-Jährige zukünftig kürzer treten. Sein 1985 gegründetes Unternehmen Schenke GmbH Pöttmes,
eine Groß- und Einzelhandelsfirma, die mit Produkten aus Schafwolle und anderen Naturfasern handelt und zu den größten
Wollimporteuren Deutschlands zählt, hat er an einen Schweizer Konzern verkauft. Durch diesen Schritt wird die Firma Schenke - der
international eingeführte Name „Schenke“ wird beibehalten.- voraussichtlich zur Nummer 1 in Deutschland werden.
Lebensaufgabe „Naturschutz“
Somit kann sich der Ex-Kreisrat nun verstärkt seinen fünf Enkelkindern, sowie seiner Lebensaufgabe, dem Umwelt- und Naturschutz
widmen - als amtierender Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes mit ca. 1500 Mitgliedern in sehr aktiven Gruppen, sowie als parteiloses
Mitglied im Pöttmeser Gemeinderat, dessen gute Zusammenarbeit er hervorhebt wie z.B. bei der „Feuchtgebiets-Kläranlage
Osterzhausen/Ebenried“. Die brennessel-Redaktion wünscht ihm noch viel Erfolg bei seinen vielen Projekten wie etwa der Biberansiedlung
und bei der Umsetzung seiner Visionen im Bereich Naturschutz!