Editorial März 2006: Keine Panik auf der Titanic!
Nun hat die Vogelgrippe auch Deutschland erreicht! Das war zwar zu erwarten, jedoch nicht so schnell. Sicherlich wird es nicht mehr lange dauern, bis auch in der Bundesrepublik die ersten infizierten Geflügel-Betriebe entdeckt werden.
„Die deutschen Verbraucher müssen sich nach Angaben des Bauernverbandes trotz der Ausbreitung der Vogelgrippe keine Sorgen beim Kauf von Geflügel machen. „Der Verbraucher hat immer den höchst möglichen Schutz“, sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. „Alle Maßnahmen werden ergriffen, dass die Verbraucher kein Fleisch oder Produkte von Geflügel bekommen, das nur den Anschein einer Kontamination hat.“
„Ja, aber...“, melden sich da gleich meine Bedenken. Was ist, wenn bereits infizierte Tiere geschlachtet und weiterverarbeitet wurden, ohne dass man von deren Infizierung wusste? Oder wenn die schwarzen Schafe unter den Betrieben ohne Bedenken diese trotz Infizierung weiterverkaufen? Der Ekelfleischskandal ist ja noch ganz frisch in unserem Gedächtnis. Doch keine Panik: 1. wird beim Kochen der Grippevirus H5N1 vernichtet, 2. kaufen wir ja unser Fleisch/Geflügel in den hiesigen Metzgereien und diese bei Bauern in unserer Region, wo es noch keine Vogelgrippe gibt. 3. Wir haben den Rinderwahnsinn (BSE) überlebt, was juckt uns da noch H5N1? 4. Falls Ihnen trotzdem der Appetit vergangen sein sollte, können Sie ja immer noch bei der Aktion „Gemeinsam Fasten in ND“ mitmachen...