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KLINIKEN ST. ELISABETH IN NEUBURG
Neuburg, 11.12.2017 - 06:50 Uhr
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KLINIKEN ST. ELISABETH IN NEUBURG

Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie jetzt eigenständige Fachabteilung

Mit mittlerweile 85 Mitarbeitern ist die Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Neuburger Krankenhauses ein überproportional wachsender Fachbereich. Der ehemalige Teilbereich der Kinderklinik ist nach 20 Jahren ihres Bestehens nun durch das stetige Wachstum an Personal und Patienten herausgewachsen und zur eigenständigen Fachabteilung aufgestiegen. Unter der Leitung von Chefärztin Dr. med. A. Passavant werden hier Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 18 Jahren mit psychischen und seelischen Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, Teilleistungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen behandelt bzw. therapiert. „Wir sind eine medizinische Sparte, in der man sehr viel Personal braucht.“ gibt uns Chefärztin Passavant gerne Auskunft und weiter.. „weil wir ja keine Apparatemedizin betreiben, sondern eine sprechende und handelnde... Unsere Therapeuten, Ärzte und Pädagogen sind deshalb gleichzeitig die Werkzeuge unserer Abteilung.“

Vom Kleinkind bis zum Jugendlichen...
„Unsere jüngsten Patienten sind Kleinkinder, die z.B. Probleme mit der Nahrungsaufnahme oder dem Schlaf haben. Umfassend kann man sagen, dass unsere jüngsten Patienten ab 3 Jahre alt sind und die ältesten 21 Jahre, diese aber nur im ambulanten Bereich. Die Inanspruchnahme unserer Einrichtung steigt stetig, was mir zeigt, dass die Akzeptanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Bevölkerung gewachsen ist. Wichtig ist hier, dass Vorurteile gegenüber psychischen Krankheitsbildern abgebaut werden und wir frühzeitig handeln und den Betroffenen helfen können.“ informiert Astrid Passavant.

Der Zeitgeist als psychische Krankheitsursache...
Als Ursache für die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sieht die Chefärztin unsere rasante Zeit, unseren Run nach 'Schöner, Schneller, Weiter'. Dieser Zeitgeist fordert uns Menschen sehr viel ab. Wenn so kleine Wesen diesem Dilemma hilflos ausgeliefert sind und werden, dann sind Erkrankungen der Seele eine manchmal logische Schlussfolgerung. „Es fehlt den Kindern und Jugendlichen in unserer schnelllebigen Zeit oft die Ruhe und die Kraft, sich störungsfrei entfalten zu können. Sie sind schlicht dem vorherrschenden Tempo dieser Zeit nicht gewachsen.“ unterstreicht Astrid Passavant. Faktoren wie zu hoher Medienkonsum, zunehmender Druck in der Schule mit G8 oder Realschule ab 5.ter Klasse, zudem zu hohe Leistungsanforderungen des Elternhauses oder des Ausbildungsbetriebes etc. etc., überforderten die Kinder und Jugendlichen. Der oft zu leichte und leichtfertige Zugriff auf das Internet, die fehlende Interaktion mit Menschen überhaupt, die vorherrschend digitale Welt, verhinderten das 'Erlebnis in Echtzeit'. Die Bilder dieser Epoche huschen rasend schnell an den Kindern und Jugendlichen vorbei – es bleibt im Gegensatz zur 'guten alten Zeit' eben keine Zeit für Phantasie und die Entwicklung eigener Gedanken. Eltern empfiehlt die Chefärztin Vorlesen von Geschichten und das strikte Rationieren des Fernsehkonsums, um die Kinder wenigstens bis zur Einschulung (und darüber hinaus) von der Reizüberflutung zu bewahren und somit einer psychischen Erkrankung sinnvoll vorzubeugen.

Aufenthaltsdauer der Kinder und Jugendlichen / Weiterbehandlung
„Bei Kindern liegt die durchschnittliche Stationäre Aufenthaltsdauer bei 60 - 70 Tagen. Bei Jugendlichen ist der Durchschnittsaufenthalt weitaus geringer. Oft sind Jugendliche nur zwei bis drei Tage zur Krisenintervention in der Klinik und werden dann ambulant weiter betreut. Die Behandlung einer Essstörung bei einem Mädchen wiederum kann sich über Monate hinziehen...“ erklärt Passavant. Naturgemäß werden laut Passavant die Patienten nach Entlassung aus der Klinik ambulant weiter betreut. Hier stehen Facharztpraxen und Tagespflegeeinrichtungen mit ausreichender Kapazität zur Verfügung, leider nicht in ausreichender Menge.

Zur Chronologie und Fachkompetenz
Die Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte zu Beginn (Feb 1992) insgesamt fünf Mitarbeiter, war jahrelang nur Ambulanz und Tagesklinik. Mit der Errichtung der Kinderstation (Jan. 2003) und schließlich der Erweiterung durch die Jugendstation (Arpil 2006) wurde letztendlich die Vollversorgung für die Region 10 von Oberbayern, sowie des südlichen Ries (Rainer Winkel) erreicht. Es gibt viele Spezialangebote wie z.B. die Autismusambulanz. Kern der Fachabteilung ist aber die die Grund-und Regelversorgung, wie auch insbesondere für sogenannte "Komplexfälle",d.h. besonders schwierige zu behandelnde Krankheitsbilder. Besonders hervorzuheben ist die Multiprofessionalität des Teams: In der Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuburg arbeiten Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Kunst-, Musik-, Bewegungs-, Tanz-, Gestalt-und Ergotherapeuten sowie Krankenschwestern (und -pfleger) und die verschiedensten pädagogischen Berufe.

Schlusswort
„Ich freue mich, dass in der Bevölkerung psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen nicht mehr als Makel wahrgenommen werden, sondern dass eine Behandlung als Chance für die Patienten begriffen wird sich weiter zu entwickeln.“

Brennessel bedankt sich bei Dr. med. Astrid Passavant für das freundliche und informative Gespräch und gratuliert zum 20jährigen Jubiläum.


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