Folgen von Tschernobyl: Wildschweine doch teilweise radioaktiv belastet!
In der regionalen Presse wurde berichtet,
dass beim Schwarzwild im Landkreis keine radioaktive Belastung festgestellt
wurde. Laut Aussage des stellvertr. Forstamtsleiters Dr. Franz Binder widerspricht
dies den Ergebnissen des Forstamtes.
Vor 17 Jahren kam es im ukrainischen
Kernkraftwerk Tschernobyl zum bisher folgenschwersten Reaktorunfall. Weite Teile
Europas wurden dabei radioaktiv belastet, besonders u.a. Finnland und Schweden.
In Deutschland lag im Süden und Südosten eine größere Bodenkontamination vor
als im Norden und Westen. Insbesondere dort, wo es in diesen Tagen geregnet
hatte, war die Belastung höher als in den niederschlagsfreien Regionen.
Rehfleisch unbelastet
Auch unser Landkreis war betroffen. Laut Aussage des stellvertr. Forstamtsleiters
Dr. Franz Binder ist aus diesem Grunde in Teilen des Landkreises Schwarzwild
immer noch radioaktiv belastet. Nach den forstamtlichen Messergebnissen trift
dies aber nicht auf das Rehwild zu.
Im Bereich ND keine Bedenken
Das Forstamt hat in den letzten Jahren jedes im Staatswald erlegte Stück Schwarzwild
hinsichtlich der Strahlenbelastung untersucht: Allein in den letzten 12 Monaten
wurden 125 Stück Schwarzwild und 43 Rehe untersucht. Dabei zeigen sich regional
und im Jahresverlauf ganz unterschiedliche Belastungen: In den Staatswäldern
zwischen ND und Rennertshofen, sowie zwischen ND und Straß konnte jedes erlegte
Stück Schalenwild bedenkenlos und mit Genuss verzehrt werden.
Um SOB 60 % belastet
Ganz anders stellt sich die Lage um Schrobenhausen dar: Im Staatswald Hagenau
waren in der Zeit von Januar bis März 2003 60 Prozent des erlegten Schwarzwildes
belastet und durften nicht in den Verkehr gebracht werden! Im Zeitraum Mai
bis Dezember 2002 waren es immerhin noch 20 Prozent. Ein an der Bundesanstalt
in Kulmbach zur Untersuchung vorgelegtes Stück Schwarzwild- Fleisch war mit
2566 Becquerel/kg belastet.
Wg. Verbraucherschutz: Auch bei Privatjagden Untersuchung gefordert
Nachdem Schwarzwild in einer Nacht bis 25 km zurücklegen kann, ist es nicht
auszuschließen, dass im Altlandkreis Schrobenhausen auch in den umliegenden
Privat- und Körperschaftswäldern regelmäßig belastetes Schwarzwild erlegt wird.
Im Interesse des Verbrauchers fordert Dr. Franz Binder, dass auch in den Privatjagden
jedes Stück Schwarzwild untersucht wird. Selbstverständlich sollte dies aber
grundsätzlich der Verbraucher von seinen Jägern einfordern.