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Wie die „Russ’n-Mass“ entstand
Neuburg, 23.05.2012 - 07:25 Uhr
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Wie die „Russ’n-Mass“ entstand

Der „Russ“ ist  ein urbayerisches Getränk, das je zur Hälfte aus Weißbier und klarer Zitronenlimonade gemischt wird. Für die Herkunft der Bezeichnung „Russ’n-Mass“ liegen drei Erklärungen vor:

Die erste besagt, dass während der Inflationsjahre 1919 bis 1923 aufgrund des herrschenden Rohstoffmangels versucht wurde, schwächere Biere einzubrauen. Dies gelang bei obergärigen Bieren wesentlich besser, weshalb man vornehmlich Weißbier braute. Dieses wurde dann im Ausschank mit Zitronenlimonade gestreckt. Das süße Getränk wurde gern von russischen Arbeitern und Landarbeitern getrunken, weshalb man ihm den Namen „Russ’n-Mass“ gab.
Die zweite Erklärung besagt, dass das Mischgetränk ursprünglich „Riesen-Mass“ geheißen haben soll und zwar deshalb, weil Weißbier bei Mischung mit Zitronenlimonade durch die darin enthaltenen Essenzen stark aufschäumte und deshalb riesig aussah. Das Wort Riesen-Maß soll später in der Zeit des Nationalsozialismus verballhornt worden sein zum Wort „Russ’n-Maß“.

Ein Kind der Revolution?
Die gebräuchlichste und auch in der Literatur am häufigsten anzutreffende Erklärung besagt, dass die „Russ’n-Mass“, auch der „Russ’“ genannt, ein Kind der Revolution von 1918 ist. Demzufolge soll sie erstmals zusammengemischt worden sein im Münchener Mathäser-Keller, wo sich nach dem Ersten Weltkrieg die kommunistischen Anhänger einer Räterepublik trafen. Ob ihnen das Weizenbier ausging oder ob ihnen die Mischung von Weizenbier und klarer Zitronenlimonade verordnet worden war, damit sie nicht durch zu hohen Alkoholkonsum schnell müde wurden – das kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. In jedem Fall erlangte dieses neu geschaffene Mischgetränk schnell große Beliebtheit. Da im Münchner Volksmund diese kommunistischen Anhänger der Räterepublik als „Russ’n“ bezeichnet wurden, setzte sich in der Folgezeit dieser Begriff auch für deren süffiges und erfrischendes Lieblingsgetränk schnell durch.


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