Figaros Hochzeit
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
„Le nozze di Figaro“ ist im Jahre 1786 entstanden, drei Jahre vor der französischen Revolution. Nie war ein Opernstoff brisanter als in diesen Tagen. Die literarische Vorlage „Le mariage de Figaro ou la folle journée“ von Beaumarchais (1781) war sowohl im französischen Original als auch in der deutschen Übersetzung per Zensur verboten. Um so mehr ist die Kühnheit Mozarts und seines Librettisten Lorenzo da Pontes zu schätzen, gerade diesen Stoff auf die Opernbühne zu bringen.
Das italienische Libretto schwächt den revolutionären Aspekt ganz bewusst zugunsten eines raffinierten Intrigenspiels ab. Mozart und seine mit leichter Hand komponierte Musik heben die handelnden Personen über politische Tendenzen hinweg in eine Sphäre spiritueller Heiterkeit. Doch der Skandal schien weiterhin vorprogrammiert. Das Unglaubliche passiert: Wider Erwarten stimmt der österreichische Kaiser Joseph II. der Aufführung zu. Fast auf den Tag genau 220 Jahre ist die spektakuläre Wiener Uraufführung her. Die politische Brisanz des Jahres 1786 ist längst in den Hintergrund getreten. Doch im Mozartjahr 2006 bleibt „Le nozze di Figaro“ genauso aktuell wie zu Mozarts Zeiten.
Am Di 23.5. und Mi 24.5., 20 Uhr im Stadttheater Neuburg.