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Picasso in Schrobenhausen |
Neuburg, 25.07.2008 - 05:22 Uhr
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Picasso in Schrobenhausen„Picasso in Schrobenhausen“ zeigt eine hochkarätige Auswahl seltener Original-Grafiken Pablo Picassos. Bislang nicht veröffentlichte Probeabzüge für den Künstler veranschaulichen das Experimentieren Picassos mit ungewöhnlichen Druckträgern. Pablo Picasso – geboren 1881 im andalusischen Málaga, gilt als Künstler mit vielen Wandlungen: Noch als über 80jähriger beunruhigte der kleine große Mann mit seinen faszinierenden Augen, die Gemüter. Er, der alle handwerklichen – künstlerischen Mittel beherrschte, konnte sich von Jahr zu Jahr, aber auch von Monat zu Monat, von Woche zu Woche oder gar von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde ändern. So ist Picasso einmal dramatisch und einmal lyrisch, einmal klassisch und ein andermal expressionistisch, einmal realistisch und einmal symbolistisch, einmal kubistisch, ein andermal surrealistisch. Er wechselt Standort und Blickpunkt und sieht sein Motiv unter immer neuen Aspekten. Picasso und die GrafikErst spät - im Alter von 64 Jahren - begann Picasso mit der Technik der Lithografie zu experimentieren. Ihn faszinierten die vielfältigen Variationsmöglichkeiten. Zusammen mit dem Meisterdrucker Fernand Mourlot (1895-1988) revolutionierte Picasso die Technik der Lithografie. Immer neue technische Varianten und Arbeitsweisen setzten neue Masstäbe in dieser klassischen Drucktechnik. Zusammenarbeit mit Meisterdrucker Fernand Mourlot „Herzstück“ der Ausstellung ist ein fast 30 großformatige Lithografien umfassender Werkblock. Diese seltenen Lithografien, meist in Form von Zustands- und Probeabzügen für den Künstler, repräsentieren einen Höhepunkt der experimentellen Druckgrafik des 20 Jahrhunderts. „Picasso und die Frauen“Picasso wechselte seine Gefährtinnen mindestens so oft wie seinen Malstil. Während der frühen Jahre in Paris lebte er mit Fernande Olivier sieben Jahre lang zusammen.
Während des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918 arbeitete Picasso in Rom, wo er seine erste Frau kennen lernte, Olga Koklova, eine russische Balletttänzerin. Darüber hinaus sind einige seiner erotischen Radierungen zu sehen, welche er in einer fast rauschhaften Energie- und Kreativleistung in seiner legendären Folge der „Suite 347“ im Jahre 1968 geschaffen hat. Carnet de la Californie, 1956 (Farblithographie nach dem Skizzenbuch)Dieses Album ist ein Faksimile des Skizzenbuches, an welchem Picasso vom
Die Hauptthemen dieses Skizzenbuches wurden von Picasso in den Jahren 1955/56 als Gemälde ausgeführt, entweder vorher, gleichzeitig oder später. Die Zeichnungen sind daher für die Arbeitsweise des Künstlers von besonderem Interesse. Der Interessierte kann jedes Blatt mit dem folgenden vergleichen, kann Schritt für Schritt den Weg Picassos verfolgen, die Entwicklung einer Konzeption in ihren Versuchen, Wandlungen und Formungen. Picasso hat nichts zu verbergen, und so macht er dem Betrachter alle Arbeiten von den ersten Entwürfen an zugängig. In diesem Skizzenbuch wechselte Picasso innerhalb zweier Monate mindestens sechsmal seine Manier, und auf 25 Blättern überrascht er uns fünfundzwanzigmal. Dieses Mappe veranschaulichet dem Betrachter die von Picasso geschaffene Methamorphose eines einzigen Motivs. Ein wesentliches Merkmal dieser Arbeit ist der unbändige Experimentierdrang des Künstlers. Picasso variierte und veränderte in seiner künstlerischen Arbeit die Motive immer wieder und unterstrich dies mit der Aussage: „Ich mache ein Bild und zerstöre es. Und am Ende ist doch nichts verloren.“ „Diurnes“ – Picasso als FotografPicassos ehrgeizigstes fotografisches Projekt war ohne Zweifel, die Reihe der Lithografien, die „Diurnes“ (1962) betitelt wurden und in Zusammenarbeit mit dem französischen Fotografen André Villiers entstanden. Die komplette Folge dieser Lithografien ist in der Ausstellung dokumentiert. Villiers und Picasso kannten sich bereits seit längerem. Fasziniert durch die Landschaft der Provence, in der beide wohnten, entschieden sie, eine Zusammenarbeit zu beginnen. Grundlage dafür waren die Fotografien Villiers, vornehmlich der „Picassian Fauna“ und der mythologischen Landschaften der Provence. Diese bearbeiteten sie, indem sie die klassische Fotografie und die Technik der Fotogramme miteinander verbanden. Six Contes Fantasques, 1953besteht aus 6 Kupferstichen von Pablo Picasso mit 6 weiteren Holzschnitten „Lettrines“ von Pierre Bouchet nach Picasso Der Verleger Henri Flammarion hatte schon im Februar 1943 den Plan, die sechs wunderlichen Erzählungen des 1904 geborenen Schriftstellers Maurice Toesca mit Illustrationen von Picasso zu veröffentlichen. Der Verleger und sein Autor besuchten in jenem Jahr Picasso wiederholt in seinem Atelier. Toesca arbeitete damals im Polizeipräsidium von Paris; er setzte sich dafür ein, dass Picassos Fremdenausweis im September 1943 ohne Einschaltung der deutschen oder spanischen Behörden verlängert wurde. Skizzen zu „Guernica“„Guernica“ ist ein zentrales Werk im Schaffen Picassos. Es verdichtet in einem einzigen Gemälde alle persönlichen Bilder des Künstlers und die Archetypen der Kunstgeschichte wie Schlachtenbilder, Kreuzigung und Geburt sowie die spanische Kultur mit Epiphania und Stierkampf. Für dieses Schlüsselwerk der Kunst des 20. Jahrhunderts fertigte Pablo Picasso 45 Skizzen, davon 42 auf Papier. Diese Serie, die ebenso autonome Zeichnungen wie Studien zur Komposition oder zu Personen zeigt, ist im Rahmen der Ausstellung zu sehen. „Diese Studien umfassen nicht nur außerordentliche Zeichnungen. Sie verdienen vielmehr besondere Aufmerksamkeit, weil sie uns die so unterschiedliche Verfassung, in der sich Picasso während der Formung des Werkes befand, deutlich signalisieren und uns damit die Möglichkeit geben, zu verstehen, was er mit ‚Guernica’ ausdrücken wollte“, erläutert die Museumsleiterin Claudia Freitag-Mair. Picasso – Plakate (Das Künstlerplakat und Picasso)Einen wichtigen Teil in der Ausstellung wird der Geschichte des „Plakats“ gewidmet:
Unter den zeitgenössischen Künstlern ragt Palo Picasso weit heraus als Schöpfer des „Künstler-Plakats“. Mit seinen Plakaten warb Picasso vorwiegend nicht für eigene Ausstellungen, sondern für gesellschaftliche Gruppen wie die Friedensbewegung, die Vereinigung der Verfolgten des Franco-Regimes und das kleine Töpferstädchen Vallauris, dem er besonders eng verbunden war. Der erste Versuch, einen Katalog der Picasso-Plakate zusammenzufassen, geht auf das Jahr 1963 zurück. Zu dieser Zeit umfasste das Oeuvre 138 Katalognummern. In der Zwischenzeit wuchs die Sammlung zu einer beachtlichen Dokumentation und das Sammeln auf Vollständigkeit wurde zu einem Hobby besonderer Art: „Picasso in Schrobenhausen“ ist vom 20. April bis zum 6. Juli täglich von 10 bis 17 Uhr Öffentliche Führungen zum Preis von 3 Euro pro Person werden samstags, sonntags Der Kinder-Workshop „Miniatelier“ findet montags um 15 Uhr statt und kostet 3 Euro pro Kind inkl. Material. Information und Anmeldung: |
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