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Schrobenhausen: Ausstellung "Art Asparagus"
Neuburg, 13.07.2020 - 19:30 Uhr
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Schrobenhausen: Ausstellung "Art Asparagus"

„Die bildende Kunst ist von solcher Vortrefflichkeit, dass sie sich nicht nur den Erscheinungen der Natur zuwendet, sondern unendlich viel mehr Erscheinungen als die Natur hervorbringt.“
(Leonardo da Vinci) .

Zu unendlich viel mehr Erscheinungen inspirierte die Natur, respektive die Spargelpflanze  auch die zeitgenössischen Künstler der Region. Mit den unterschiedlichsten Medien und Materialien nähern sie sich der als „Königsgemüse“, „Frühlingsluft in Stangen“ oder „essbares Elfenbein“ bezeichneten Pflanze und ihren Sprossen. Das Spektrum der Arbeiten reicht von realistischer und abstrakter Malerei über Objektkunst bis hin zur Installations- und Videokunst. Das gleichzeitige Auftreten unterschiedlicher visueller Sprachen, das Ineinander-Übergehen von figurativen und abstrakten Prinzipien, zitathaften Herausstellungen, Umformulierungen traditioneller Bildideen oder die distanzierte Ironisierung charakterisieren die gesamte Ausstellung.

Faszination Spargel

Spargel ist eine Pflanze mit  langer Tradition. Die botanische Bezeichnung „Asparagus“ leitet sich ab aus dem Griechischen „aspáragos“ und wird übersetzt mit „junger Trieb“. Schon vor über 3000 Jahren verwöhnten die Chinesen ihre Gottkaiser mit phantastischen Spargelgerichten und der ägyptische Pharao Echnaton erhob die wunderbaren Stangen schließlich zur Götterspeise. Den Griechen galt Spargel als Heilmittel und so  beschreibt der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos bereits um 450 v. Chr. die diuretische Wirkung des Spargels. Im antiken Rom galt Kaiser Augustus als exquisiter Spargelkenner. Spätere schriftliche Quellen widmen sich vorwiegend der Kultivierung der Pflanze, die lange Zeit fast ausschließlich in Klostergärten angebaut wurde. Im 16. Jahrhundert brachten italienische Adelige den Spargel nach Frankreich, wo er bald zum festen Bestandteil der fürstlichen Tafelvergnügen avancierte. Noch im 18. Jahrhundert war Spargel ein eher seltenes Gemüse, das jedoch mit zunehmender Industrialisierung immer weitere Verbreitung fand. Eine international einmalige Sammlung zum Thema Spargel gibt es im Europäischen Spargelmuseum in Schrobenhausen zu sehen. Präsentiert wird dem Besucher alles über Geschichte, Anbau, Ernte und Verarbeitung des Feinschmeckergemüses bis hin zu Esskultur und Spargel in der Kunst

Spargel und Kunst

Die Darstellung von Spargel in der bildenden Kunst gibt Aufschluss darüber, welche Bedeutung das heute allgemein beliebte Gemüse schon in früheren Jahrhunderten hatte. Die bisher ältesten bildlichen Zeugnisse haben sich in Pompeji erhalten.  Ein Wandgemälde aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert  zeigt ein Bündel Spargel, es gewährt uns Einblick in die Essgewohnheiten der Römer, die den damals bekannten Grünspargel wohl überwiegend mit Fisch und Meeresfrüchten auf den Tisch brachten. Zunehmende Bedeutung erlangte Spargel als Heilpflanze im Mittelalter. Miniaturen und Drucke in Garten- und Kräuterbüchern zeigen die Pflanze unter botanischen Gesichtspunkten; solche Abbildungen dienten neben der Beschreibung zur Identifizierung der Pflanze. Im 16. Jahrhundert wurde Spargel als Gemüse wieder entdeckt und gehört seit dieser Zeit zum Repertoire der Künstler, die es auf ihren Gemälden, oft in Verbindung mit anderen Gemüsearten und Früchten darstellten. Stilleben mit Darstellungen von Nahrungsmitteln auf dem Markt und in der Küche waren oft für herrschaftliche Speisezimmer bestimmt. Sie stellen die Dinge des Alltags in einen höheren Zusammenhang mit der Ordnung der Natur. Seit dem 17. Jahrhundert hat Spargel einen festen Platz in der Malerei des Stillebens. Ab dem 19. Jahrhundert wird das Objekt Spargel unter vielerlei Aspekten thematisiert. In satirischer, humoristischer, erotischer oder abstrakter Weise setzen sich die bildenden Künstler der Moderne mit dem Spargel auseinander.

In der Ausstellung „Art Asparagus“ lässt sich erfahren, wie Künstler und Künstlerinnen heute aus den traditionellen Bezügen und dem reflektierten Umgang mit dem Thema Spargel die Aktualität und Relevanz der Darstellungsform in ihren Arbeiten manifestieren. Sie zeigen im Sinne einer Vielsprachigkeit eine Reihe von Möglichkeiten auf, die abstrakte Bildsprache mit figurativen Elementen zu verschmelzen und abstrakte malerische Diskurse zugleich mit inhaltlichen Kontexten aufzurufen. Vertreten und thematisiert sind die unterschiedlichsten künstlerischen Positionen. Traditionelle Stillleben mit Spargelbündeln in realistischer Manier (Kriemhild Jager, Irmgard Richter) stehen neben Konstrukten einzelner Spargelsprossen in malerischen Positionen (Sig Fabig, Heide Frahm, oder auch Richard Gruber „Spargelesser“) und dreidimensionalen Formen und Formverwandlungen (Brigitte Schuster, Thomas Neumaier, Rolf-Dieter Wührl). Groß angelegte Skulpturen zeichnen architektonische Setzungen der Analyse der Pflanze nach (Ingrid Martin, Nik Richter, Karl-Heinz Torge, Bernd Zimmermann), witzig-intelligente Bilder und Grafiken greifen in ironischer Weise ein vielsprachiges Vokabular auf (Konrad Dördelmann, Gerhard Kosuch, Steffi Laquai, Yvonne Richter, Christoph Scholter) und stellen in Einzelfällen auch Bezüge zu Schrobenhausen her (Angelika Böhm). In realistischer wie in geometrisch-abstrakter Transformation  haben mehrere Künstler nicht die Pflanze, sondern die Anbauflächen, im Bild festgehalten(Max Biller, Viktor Scheck).

Die beispielhaft genannten künstlerischen Positionen zeigen, wie sich die hier vertretenen Künstler in ihren Methoden und Techniken auf sehr unterschiedliche Weise dem gestellten Thema annähern und hintergründige Ironie sowie zeitbezogene Gesellschaftskritik ausbreiten. Dem Besucher der Ausstellung „Art Asparagus“ werden neue Möglichkeiten des Sehens eröffnet und das Objekt Spargel erschließt sich den Sinnen der Betrachter auf eine ganz besondere und andere Weise.
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Schrobenhausen: Ausstellung "Art Asparagus".

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