Mehr Zink senkt bei Diabetikern den Blutzucker
Der Wissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Maret von der Universität Galveston, Texas, hat am 18. Juni beim Internationalen Aachener Diätetik Kongress betont, dass Diabetiker, bedingt durch ihre gesteigerte Urin-Zinkausscheidung, auf eine erhöhte Zinkzufuhr angewiesen sind und dass Zink den Blutzucker bei Diabetikern senkt.
Zink hat entscheidende Effekte in der Prophylaxe und Therapie des Diabetes mellitus, betonte Zinkexperte Wolfgang Maret.
Weltweit leiden 25 Prozent der Menschen unter Zinkmangel und bei Diabetikern ist mit noch größeren Zahlen zu rechnen. Noch ungeklärt
sei, ob Zinkmangel Ursache oder Folge des Diabetes mellitus sei, so Maret. Zink unterstützt die Insulinwirkung bei Diabetikern und ist
damit in der Lage, Einfluss auf die Blutzuckerregulation zu nehmen, stellte Professor Maret in der Präsentation seiner Zinkforschung
an der Universität Galveston dar. Außerdem ist Zink für die
Insulinspeicherung notwendig und stellt ein in der pharmazeutischen Industrie gängiges Retardierungsverfahren (zinkverzögerte Insuline)
dar. Die erhöhte Zinkausscheidung mit dem Urin bei Diabetikern macht eine zusätzliche Zinkzufuhr sinnvoll. Maret stellte heraus,
dass Ärzte in der Zinktherapie besonders die unterschiedliche Effektivität von Präparaten beachten müssen.
International anerkannt sei, dass organische Zinkverbindungen wie Zinkhistidin anorganischen
Verbindungen wie Zinkoxid deutlich überlegen sind. Die Aminosäure Histidin fördert wie Cystein die Zinkresorption, so dass
Zink in Verbindung mit Histidin als ein maßgeschneiderter Komplex zur idealen Zinkversorgung zu betrachten sei. Die antientzündlichen
Zink-Effekte machen das Spurenelement auch zu einem Therapeutikon beim diabetischen Fuß. 450 Mediziner, Apotheker, Ernährungswissenschaftler
und Diätassistenten haben sich auf dem ersten Internationalen
Aachener Diätetik Kongress auf den neuesten Stand ernährungsmedizinischer und diätetischer Aspekte bringen können. Der
nächste Internationale Aachener Diätetik Kongress findet am 12. November 2005 mit dem Schwerpunkt Adipositas und Verhalten sowie
Gastroenterologische Diätetik statt.