Zur Förderung von Zukunftstechnologie: f10 gegründet
„f10“ steht sowohl für Forschungs-Zentrum für Erneuerbare Energien Neuburg a.d. Donau als auch für seine Herkunft und seinen Wirkungsschwerpunkt in der Region 10. Das „f10“ ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung in der Rechtsform einer nicht-gewinnorientierten, gemeinnützigen GmbH mit Sitz in Neuburg. Als alleiniger Gesellschafter trägt die Stadt Neuburg die Grundfinanzierung der Forschungseinrichtung.
Welche Ziele?
Klimakatastrophen, der hohe Ölpreis und seine Folgen, sowie die weltweit gesteigerte Nachfrage nach Energie bestimmen die Schlagzeilen
der Presse und zeigen auch, welche große Bedeutung dieser Bereich in nächster Zukunft haben wird. Das neu gegründete „f10“ beschäftigt
sich ausschließlich mit angewandeter Forschung und Entwicklung auf den Gebieten Energie-Effizienz (sinnvoller Einsatz
von Energie im privaten, öffentlichen und gewerblichen Bereich), Energie-Systeme (Entwicklung ganzheitlicher Energiekonzepte
und –systeme auf lokaler und regionaler Ebene entsprechend den hier verfügbaren erneuerbaren Energien), sowie Energie-Technik (Entwicklung
von Systemen und Komponenten erneuerbarer Energie-Technik). Ziel ist die Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen durch den verminderten
Verbrauch endlicher fossiler Energieträger, die Verminderung des CO2-Ausstoßes und die Etablierung einer Zukunftstechnologie zur
Stärkung des regionalen Wirtschaftsraumes. Das Neuburger Forschungszentrum „f10“ wird die praxisnahe Forschung in Kooperation
mit den regionalen Unternehmen vorantreiben.
Wie kam f10 zustande?
Der Agenda21-Arbeitskreis „Stadtentwicklung“ beschäftigt sich seit Jahren mit den „erneuerbaren Energien“, basierend
auf der Philosophie, dass nur durch entsprechende Kompetenz die natürlichen Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen
gesichert werden können. Wissenschafts- und Technologiezentren bedeuten dabei die Kristallisationskeime für Gewerbe und Industrie.
Mit beachtenswertem Engagement hat der Arbeitskreis, mit aktiver Begleitung seitens der Stadtverwaltung, eine Vielzahl von Projekten realisiert
wie z.B. die beiden Neuburger Bürgersolarkraftwerke.
Den Ursprung hat das Forschungszentrum bei den Neuburger Umwelttagen 2004 gefunden, wo sich das „Kompetenzzentrum Solartechnik“ präsentierte.
Bereits beim ersten daran anschließenden Gespräch brachte Bauunternehmer und Wirtschaftsreferent Hans Mayr seine Vision von Forschung
in erneuerbaren Energien in ND und seine Bereitschaft, den Aufbau des Forschungszentrums zu unterstützen, zum Ausdruck. So übernimmt
Mayr die gesamten Kosten für den Umbau der Räumlichkeiten und stellt diese zunächst für fünf Jahre unentgeltlich
zur Verfügung. Mit hohem Engagement arbeiteten anschließend Politik, Stadtverwaltung und die Agenda 21-Mitglieder daran, eine
derart zukunftsweisende Institution nach Neuburg zu holen.
Wie funktioniert es?
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten laufen im „f10“ projektorientiert ab. Gemeinsam mit Partnern aus dem Umfeld
der Hersteller von Anlagentechnik, mit Kommunen und Nutzern werden Projektpläne mit Zeit- und Kostenplanung erstellt, öffentliche
Fördermittel und erforderliche Hilfsmittel beschafft und Projektmitarbeiter in das Institut geholt. Das können Studenten verschiedener
Fachrichtungen von Hochschulen sein, die im „f10“ ihr Praktikum absolvieren, eine Diplomarbeit anfertigen oder im Rahmen ihrer
Doktorarbeit sich intensiv mit den Aufgaben beschäftigen. Nach Abschluss des Projekts, das sich finanziell selbst tragen muss, verlassen
die temporären Mitarbeiter das Institut wieder. So behält das „f10“ seine kostengünstig schlanke Struktur, bestehend
aus zwei festen Mitarbeitern: dem wissenschaftlichen Leiter des Forschungszentrums Prof. Dr.-Ing. Wilfried Zörner (Professor an der
FH Ingolstadt und Gründer des Kompetenzzentrums Solartechnik), sowie Geschäftsführer Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH) Christoph
Trinkl (Mitbegründer KPZ Solartechnik). Die Stadträte K.-H. Katzki (Umweltreferent), R. Kuttenreich und Dr. J. Habermeyer, zugleich
Aufsichtsratmitglieder des „f10“, sowie Mitinitiator M. Rössle hoben die Bedeutung des gegründeten Forschungszentrums
für die regionale Wirtschaft und die Umwelt hervor.