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Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte
Neuburg, 04.07.2020 - 00:40 Uhr
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Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte

20. August 2005 - 21 Uhr Neuburg/Donau - Schlosshof

Mit der Zauberflöte hat Mozart den Prototyp der deutschen Oper geschaffen. Es gibt kaum ein Opernkunstwerk, dem es in ähnlicher Weise gelungen wäre, aus der Vielfalt der stilistischen Elemente eine derart organische Einheit zu schaffen.

Der Textdichter Emanuel Schikaneder war Theaterfachmann. Mit Mozart verband ihn bereits eine jahrelange Freundschaft, als er ihn im März 1791 bat, die Musik für ein Singspiel zu schreiben. Emanuel Schikaneder war zu dieser Zeit Direktor des Freihaustheaters auf der Wieden; er wollte mit diesem neuen Singspiel seinen Konkurrenten Karl Marinelli, der ein volkstümliches Theater leitete, ausstechen.

Mozart war hingerissen von dem Stoff, den Schikaneder ihm vorlegte. Dieser hatte für das Libretto auf einige Märchendichtungen, darunter Wielands "Lulu oder die Zauberflöte", auf Praktiken der Zauber- und Maschinenkomödie, auf Typen und Situationen der Altwiener Posse zurückgegriffen.

Mozart bot sich eine Vielzahl reizvoller Kontraste, die in dieser Märchendichtung bereits angelegt waren; über allem stand eine edle Grundidee, deren freimaurerische Symbolik Mozart unmittelbar ansprach. Sowohl Mozart als auch Schikaneder waren Mitglieder der Wiener Freimaurerloge "Zur gekrönten Hoffnung".

Das Libretto enthält zahlreiche Hinweise auf Mozarts und Schikaneders Kontakte zu den Freimaurern und deren Prinzipien, so in der Darstellung der Männergesellschaft Sarastros und in den zum Teil geringschätzigen Äußerungen über angeblich typisch weibliche Eigenschaften.

Die bei den Freimaurern übliche Zahlensymbolik erscheint sowohl in der Musik als auch in Schikaneders prunkvoller Inszenierung.

Das Außerordentliche dieser Komposition ist die Sicherheit, mit der Mozart die kaleidoskopartig wechselnden gegensätzlichen Gestalten in fein abgestufter Charakterisierung zu einem einheitlichen Ganzen zusammenschließt. Die musikalischen Stilmittel sind weitgefächert, die heiteren Elemente der Papageno-Szenen, die Feierlichkeit von Sarastros Priesterwelt, die nahezu barokke Koloraturdramatik der Königin der Nacht und Taminos Leidenschaft ordnen sich dem dominierenden Gedanken der Humanität unter und fügen sich dem Gesamtwerk in genialer Selbstverständlichkeit ein.

Als am 30. September 1791 die Premiere der Zauberflöte in Wien stattfand, sang Emanuel Schikaneder selbst den Papageno, Mozarts Schwägerin Josefa Hofer spielte die Königin der Nacht.

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Mozarts letztes Werk auf den großen Bühnen der Welt aufgeführt und in die verschiedensten Sprachen übersetzt.

Richard Wagner schrieb über die Zauberflöte:

"Der Deutsche kann die Erscheinung dieses Werkes gar nicht erschöpfend genug würdigen. Bis dahin hatte die deutsche Oper so gut wie gar nicht existiert: mit diesem Werk war sie erschaffen."

WOLFGANG AMADEUS MOZART

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 als siebtes Kind des ehrgeizigen Komponisten und Hofmusikers Leopold Mozart und seiner aus St. Gilgen stammenden Frau Anna Pertl geboren. Von seinen sechs Geschwistern blieb nur Maria Anna - "Nannerl" - , die selbst eine hochbegabte Musikerin war, am Leben.

Schon sehr früh zeigten sich Mozarts musikalische Anlagen: Als Vierjähriger konnte er bereits Noten schreiben und Violine spielen, ohne es je erlernt zu haben. Zwei Jahre später schrieb Mozart Menuette und Sonaten für Klavier und Violine -- diese Instrumente beherrschte er inzwischen perfekt, -- so dass sein Vater ihn als Wunderkind anpries.

1762 wurde Mozart bei Hof in Wien vorgestellt. In den nächsten Jahren reiste Leopold Mozart mit seinem Sohn durch zahlreiche Städte Deutschlands und Europas. Diese Reisen verliefen äußerst erfolgreich. Sie waren auch für die künstlerische und charakterliche Weiterentwicklung des jungen Mozart von großem Nutzen.

1771 erhielt Mozart in Salzburg eine Anstellung als Kapellmeister beim Erzbischof. In dieser Zeit widmete er sich hauptsächlich dem symphonischen Schaffen.

1777 reiste er mit seiner Mutter nach München und Augsburg, später reisten sie weiter nach Mannheim. Dort verliebte er sich unglücklich in Aloysia Weber, die später seine Schwägerin wurde.

Auf dem Weg nach Paris verstarb Mozarts Mutter. Er kehrte daraufhin nach Salzburg in seine Stellung als erzbischöflicher Kapellmeister zurück. Es kam allerdings zum Bruch mit dem Erzbischof; das Verhältnis verschlechterte sich ständig, bis Mozart 1781 endgültig Salzburg verließ und nach Wien ging. Dort lebte er unabhängig von seinem Vater als freischaffender Künstler.

Er heiratete Aloysias Schwester Constanze Weber -- entgegen dem Willen seines Vaters.

Obwohl Mozart von Kaiser Joseph II. und seinem Freund Joseph Haydn gefördert und unterstützt wurde, geriet er in wirtschaftliche und psychische Not. Seine Frau Constanze konnte für die Arbeit ihres Mannes nur wenig Verständnis aufbringen. Zudem fiel es ihr sehr schwer, mit dem durch öffentliche Auftritte, Musikstunden und Kompositionen schwer verdienten Geld sparsam zu wirtschaften. Seine Opern Le Nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro) und Don Giovanni waren zwar noch äußerst erfolgreich, besonders in Prag, aber mit Mozarts beruflicher Karriere ging es stetig bergab.

Kaiser Joseph II. beauftragte ihn mit der Komposition zu Così fan tutte; doch als der Kaiser kurz nach der Uraufführung verstarb, wurde auch Così fan tutte von den Spielplänen gestrichen.

Der neue Kaiser, Leopold II., interessierte sich kaum für Mozarts Kompositionen. Die Aufträge blieben aus.

Von seinen sechs Söhnen überlebten nur zwei; Mozart war psychisch und wirtschaftlich am Ende.

Durch seine Verbindungen zur Wiener Freimaurerloge lernte er Emanuel Schickaneder kennen; dieser schrieb das Textbuch zur Komposition, die Mozart wieder Auftrieb geben sollte: Die Uraufführung der Zauberflöte am 30. September 1791 wurde ein großer Erfolg. Aus Prag erhielt er einen neuen Kompositionsauftrag, und auch ein Requiem wurde bestellt.

Doch Mozart war erschöpft. Zwei Monate nach der Uraufführung der Zauberflöte starb er im Alter von 35 Jahren; das Requiem blieb unvollendet.

Da Mozart nicht viel Geld hinterließ, wurde er in einem Armengrab auf dem St. Marxer Friedhof in Wien beigesetzt. An der Beerdigung nahm keiner seiner Freunde teil.

Die PRAGER KAMMEROPER

Die PRAGER KAMMEROPER setzt in ihrer heutigen Form die Tradition der lange vor der Wende gegründeten Prager Kammeroper fort, die in ihrer ursprünglichen Form nach der Wende aufgelöst wurde und danach in ihrer heutigen Zusammensetzung neu begründet wurde. Wie in der Vergangenheit sieht es die PRAGER KAMMEROPER als vornehmlichste Aufgabe, die wichtigsten Sänger, Musiker und Dirigenten zusammenzubringen und ein Ensemble von höchstem künstlerischen Niveau zu bilden.

Die PRAGER KAMMEROPER konzentriert sich auf das Repertoire des Barocks und der Klassik, wo die meisten Kammeropern entstanden. Die zwei Hauptkomponisten dieser Perioden, Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart, stellen die Basis des Repertoires der PRAGER KAMMEROPER, zu dem aber auch Werke von Claudio Monteverdi, Giovanni Paisiello, Franisek Xaver Brixi und Josef Myslivecek gehören.

Unter der Leitung von Jan Chalupecký, einem Dirigenten mit reichhaltiger Opern- und insbesondere Kammeropernerfahrung, präsentiert die PRAGER KAMMEROPER Mozarts größtes Meisterwerk, Die Zauberflöte. Regie führt der erfolgreiche tschechische Regisseur Jan Stych.

Jan Chalupecký Musikalischer Leiter und Dirigent

Nach seinem Abschluss am Prager Konservatorium (Violoncello) begann Jan Chalupecký an der Kammeroper Prag, wo er sein Debüt als Dirigent mit Bastien und Bastienne (Mozart) feierte. 1992 dirigierte er u.a. die Mozart-Opern Die Zauberflöte, Figaros Hochzeit, Così fan tutte und die Entführung aus dem Serail. Zwischendurch wurde er zum Assistenten des Chefdirigenten des Nationaltheaters Prag, Zdenek Kosler, ernannt, wo er mehrere Operntitiel einstudierte. Auf der letzten Tournee des Nationaltheaters in Japan dirigierte Jan Chalupecký Figaros Hochzeit (Mozart) und Libuse (Smetana). Jan Chalupecký arbeitete auch an der Oper Ústí nad Labem und mit dem Ensemble "Opera Mozart" zusammen.

Jan Chalupecký ist auch regelmäßig im Konzertbereich tätig: Im Dezember 1995 arbeitete er mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin zusammen. Zu einem großen Erfolg wurde die zuletzt im Jahre 1998 unter seiner Leitung durchgeführte Tournee CARMINA BURANA mit den Tschechischen Symphonikern, Prag und dem Coro di Praga.

JAN STYCH, Regie

Jan Stych stammt aus einer bekannten künstlerischen Familie, sein Vater ist zur Zeit Dirigent des Nationaltheaters Prag. Gleich nach dem Studium wurde er als Regisseur der Brünner Operette engagiert. Dort war er bis 1992 tätig, inszenierte u.a. Die Fledermaus (J. Strauß), Paganini (F. Lehár), Der Bettelstudent (K. Millöcker) und Die schöne Helene (J. Offenbach). Im Jahre 1992 wurde er zum Regisseur der Janácek Oper in Brünn genannt. Zu den wichtigsten derzeitigen Regiearbeiten gehören u.a. Das Geheimnis (B. Smetana), Don Pasquale (G. Donizetti), Così fan tutte (W. A. Mozart) und Die Macht des Schicksals (G. Verdi), die auch vom tschechischen Fernsehen aufgezeichnet wurde. Seine neueste Inszenierung ist Die Perlenfischer (G. Bizet) an der Brünner Oper.

Jan Stych arbeitet auch mit anderen Theatern in der Tschechischen Republik zusammen. Für die Pilsner Oper inszenierte er u.a. das Musical Gigi (Lerner und Loewe), für das Theater in Budweiß u.a. den Vetter aus Dingsda (Künnecke).

Jan Stych gehört zu den jungen tschechischen Regisseuren, die die moderne darstellende Kunst mit geringeren Theatermitteln und mit einem Akzent auf Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit präsentieren. Er bevorzugt diejenigen Inszenierungen, in die Witz und Humor einzubringen sind.

Seit 1995 arbeitet er mit den Prager Kammeroper zusammen.

PETR KOLINSKY, Bühnenbild

Petr Kolínsky gehört zu den erfolgreichsten Bühnenbildner Tschechiens. Seit Jahren arbeitet er als Professor an der Akademie der Künste, Prag.

Petr Kolínsky ist als Bühnenbildner nicht nur im Theaterbereich tätig, sondern auch beim Film, im Fernsehen und in außergewöhnlicheren Formen wie z.B. Ausstellungen. Zu seinen erfolgreichsten Arbeiten im Theaterbereich gehören u.a. die Bühnenbilder für Così fan tutte (W. A. Mozart) an der Janácek Oper in Brünn und für Bastien und Bastienne (W. A. Mozart) an der Prager Oper.

Im Ausland ist er oft beim Fernsehen tätig, besonders beim ZDF, wo er u.a. die Kindermärchen "Schneewittchen" und "Dornröschen" szenisch bearbeitete.

 

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