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Große Investitionen in Ehekirchen: Jetzt reicht Geld grad noch zum Löcher stopfen
Neuburg, 18.02.2020 - 19:11 Uhr
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Große Investitionen in Ehekirchen: Jetzt reicht Geld grad noch zum Löcher stopfen

Die Einheitsgemeinde Ehekirchen (3.800 Einwohner) liegt im südwestlichen Teil des Landkreises ND-SOB, am Westrand des Donaumooses und besteht aus 17 Ortsteilen. Bekannt wurde Ehekirchen vor allem durch den großen Brauchtums-Festumzug der im mehrjährigen Rhythmus parallel zum Ehekirchener Hochzeitsfest stattfindet, das jedes Jahr am ersten Wochenende im September seinen festen Termin hat. Aber auch zum Flohmarkt an jedem 2. Sonntag im Monat kommen viele Besucher aus allen Regionen. Wir fragten 1. Bürgermeister Heinrich Schmalbach, welche Veränderungen sich in den letzten 5 Jahren ergeben haben und erfuhren dabei eine Überraschung.

Herr Bürgermeister Schmalbach, Sie „logieren“ inzwischen in einem der schönsten Rathäuser im ganzen Landkreis. Sogar einen Springbrunnen findet man auf dem Vorplatz.
In ein lebendiges Dorf gehört ein Brunnen mit Wasser. Sie sollten einmal sehen, was für ein Betrieb am Brunnen herrscht, wenn die Muttis mittags ihre Sprösslinge vom Kindergarten abholen und diese dann im Wasser herum plantschen oder sich anspritzen. Es ist einfach schön, wenn der Brunnen angenommen und dadurch der ganze Platz belebt wird.

Mit dem neuen Rathaus samt Außenanlagen, der umgestalteten Bushaltestelle und der neu renovierten Schule ist der Gemeinde ein sehr schönes architektonisches Ensemble gelungen.
Vor knapp 5 Jahren haben wir mit der Schulsanierung begonnen. Für rund 3,5 Mio Euro (davon 1,9 Mio Euro Zuschüsse) haben wir die Schule auf den neuesten Topstand gebracht. Sie gehört sicherlich zu den best ausgestatteten Schulen im Landkreis, mit neuem EDV-Raum, sämtliche Klassenzimmer und Inneneinrichtungen wurden erneuert, das komplette Gebäude außen und innen restlos renoviert, eine Außendämmung angebracht und eine Hackschnitzelanlage, kombiniert mit einer Ölheizung für Spitzen- oder Übergangszeiten eingebaut. Lag der Heizölverbrauch vor der Sanierung bei 60.000 bis 80.000 l im Jahr, so waren es letztes Jahr nur noch 5.000 l. Rechnet man auch die Kosten für den Hackschnitzelverbrauch mit ein, dann haben wir trotzdem allein im letzten Jahr 13.000 Euro damit eingespart!

Wie viele Klassen hat die Ehekirchener Grund- und Hauptschule und wird sie erhalten bleiben?
z. Zt. sind es 13 Klassen. Wir sind noch in der glücklichen Lage, dass wir sämtliche Klassen der Grund- und Hauptschule gefüllt haben, obwohl dies immer schwieriger wird.

Merken Sie den Geburtenrückgang auch im Kindergarten?
Da liegen wir im landesweiten Trend. Wir haben im kirchlichen Kindergarten in Ehekirchen 52 Bedarfsplätze und im gemeindlichen in Walda 70, d.h. dass jedem Kind ab dem 3. Lebensjahr einen Kigaplatz zur Verfügung steht.

Welche Baumaßnahmen wurden noch durchgeführt?
Die Neuburger Straße (Durchgangsstraße) wurde für 263.000 Euro saniert (incl. Buswartehäuschen und Durchgangsweg, ohne Kanalbau)und die Feinentlastung in der Ehekirchener Kläranlage abgeschlossen (140.000 Euro). Außerdem wurde das Feuerwehrhaus in Ehekirchen durch einen Anbau um 3 Stellplätze erweitert. Das hat rund 450.000 Euro gekostet, obwohl die Feuerwehrleute sehr fleißig mitgearbeitet haben.

Der ganze Komplex sieht ja super aus. Da kann Ehekirchen sogar mit den Städten  konkurrieren...
Ich hab zu unseren Feuerwehrleuten schon gesagt, dass sie mal das städtische Feuerwehrhaus in Eichstätt anschauen sollten. Da ist das unsere im Vergleich dazu eine luxuriöse Villa!

Und jetzt ist das Geld alle? Wie hoch ist denn die Pro-Kopf-Verschuldung in Ehekirchen?
Da sieht es momentan nicht so lustig aus. Ende 2005 hatten wir 380,18 Euro Schulden pro Einwohner, aber im Vergleich zum Landesdurchschnitt mit 681 Euro können wir uns durchaus sehen lassen. Es gibt natürlich Kommunen im Landkreis, die haben weniger Schulden, aber dazu muss ich sagen: Wir haben in den letzten 3 Jahren rund 1,4 Mio weniger zur Verfügung gehabt als z.B. in 2003. Das liegt daran, dass wir mal ein gutes Gewerbesteuer-Jahr hatten und im Jahr darauf kräftig zurückzahlen mussten. Aber dieses eine Jahr ist maßgebend gewesen für die nächsten zwei Jahre. Im 1. Jahr danach haben wir fast 800.000 Euro weniger an Schlüsselzuweisungen erhalten. Zusammengerechnet sind das 1,4 Mio, also fast so viel wie das Rathaus gekostet hat. 2004 hatten wir noch einen Vermögenshaushalt von 2,4 Mio. Damit konnte man investieren... heuer haben wir nur 500.000 Euro!

Damit können Sie aber nicht viel anfangen!
Ein paar Löcher in der Straße stopfen, ein bisschen zuteeren, aber eine ganze Straße teeren ist schon nicht mehr drin!

Welche Probleme hat die Gemeinde derzeit noch?
Unser größtes Problem ist derzeit natürlich das Finanzielle, weil wir einfach zu wenig Geld zur Verfügung haben, um dringende Sachen anpacken zu können. Dann hat uns die Kirche zum 1.9.2008 die Trägerschaft für den kath. Kindergarten aufgekündigt. Bis dahin müssen wir uns entweder mit der Pfarrgemeinde zusammenraufen, damit wir eine Verlängerung bekommen oder wir müssen selber bauen oder den jetzigen sanieren, was aber fast genau so viel kostet wie ein neuer Kindergarten. Oder wir warten noch 4 – 5 Jahre ab, wie sich der schulische Bereich weiterentwickelt. Bleibt uns letztendlich nur noch die Grundschule, dann haben wir so viele Räume in der Schule frei, dass wir dort gleich zwei Kindergärten unterbringen könnten.....

Welche neuen Projekte wollen und können Sie in nächster Zukunft realisieren?
Die neue Wohnsiedlung „Hopfengarten“ in Ehekirchen. Das ist ein wunderschöner Südhang mit 35 Parzellen und liegt östlich vom Verkehrskreisel Richtung Seiboldsdorf, gegenüber der Siedlung „Am Kaltenbrunnen“. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst die Straßeneinteilung machen können, abstecken, abschieben etc. Dann kommt das Denkmalpflegeamt, denn es besteht der „Verdacht auf Baudenkmäler“. Wenn tatsächlich welche auftauchen, dann wird das uns eine Menge Geld kosten. Vater Staat macht Vorschriften, bezahlen müssen wir.

Sie sind nicht immer ganz glücklich mit den Entscheidungen übergeordneter Behörden?
Ja. In der heutigen Zeit kann man sich nicht mehr erlauben, Erweiterungspläne von Unternehmen aufgrund landschaftsästhetischer Gesichtspunkte zu boykottieren, wenn keine andere Erweiterungsmöglichkeit besteht. Die zuständigen Behörden sollten mehr Gespür und Liebe für die Wirtschaft zeigen. Von der Landschaft können wir hier nicht leben. Wir brauchen Firmen und Arbeitsplätze.

Wie sind Sie mit der Bundesregierung zufrieden?
Ich bin von der großen Koalition maßlos enttäuscht! Die sind viel zu sehr mit sich und ihrem Parteigeplänkel beschäftigt, anstatt dass sie wirklich die großen Probleme wie Gesundheitsreform, Wildwuchs bei der Sozialhilfe etc. anpacken.

Sie haben noch zwei Jahre als Bürgermeister vor sich und dann.....?
Geht es ab in den Ruhestand, ich hoffe so frisch und munter, wie ich jetzt bin.

Haben Sie noch Pläne für die Zukunft der Gemeinde?
Das würde alles über meine Amtszeit hinausgehen. Mein Nachfolger braucht ja auch eine Zukunftsvision....

 

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