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Wilfried Dreikandt
Neuburg, 19.06.2018 - 10:46 Uhr
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Wilfried Dreikandt

Kreisvorsitzender des Einzelhandelsverbandes ND-SOB

Vita: geb. in Celle (bei Hannover/Norddeutschland), ab 1965 in München aufgewachsen, Schule - Ausbildung zum Fernmeldetechniker bei der Bundespost - Waffensystemoffizier beim Jagdgeschwader 74 in Neuburg - Geschäftsführer bei Garten-Center Rehm, ND - seit 1.8.2006 ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht München.

Wie sind Sie als gebürtiger „Preiß“ ins weiß-blaue Weißwurst-Land gekommen?
Mit dem Auto! Spaß bei Seite: Mein Vater ist damals nach München versetzt worden. Dort hab ich dann meine Jugend verbracht, also auch die schönen 68er, die Hippiezeit.... Ich habe eine Lehre als Fernmeldetechniker bei der Bundespost absolviert und wollte anschließend  Nachrichteningenieur werden. Ich wurde aber zur Bundeswehr eingezogen und bin dann dort hängen geblieben. Ursprünglich wollte ich mein Studium bei der Bundeswehr fortsetzen, aber mein .......leiter in der Offiziersschule war ein Starfighter-Pilot und der brachte mich zur Fliegerei.

Und dadurch sind Sie in Neuburg gelandet?
Ja. Ich war von 1974 – 1990 beim Jagdgeschwader 74 als Waffensystemoffizier - das ist der 2. Mann im Cockpit - und bin dabei über 2.000 Stunden mit der Phantom geflogen.
Hier in Neuburg hab ich auch meine Frau kennen gelernt, hab geheiratet und bin nun seit rund 30 Jahren in Neuburg.

Was haben Sie nach Ihrer Bundeswehrzeit gemacht?
Meine Frau hatte bereits seit 1982 ein Blumenfachgeschäft. 1987 haben wir die Pavillons in der Schießhausstraße gebaut und 1990 legte uns mein Schwiegervater nahe, den großen Betrieb (Gärtnerei Rehm, ND) zu übernehmen.

Getreu dem Spruch der Hippiezeit „Make love, not war!“ sind Sie also aus Liebe zum „Blumenkind“ geworden. Aber es ist schon ein großer Unterschied zwischen dem Umgang mit Flugzeugen und dem mit Pflanzen.....
Es liegen Welten dazwischen! Aber ich habe mit der Floristik selbst nicht viel zu tun, sondern mache im Garten-Center die Organisation, Technik und die Verwaltung. Das Witzige an der ganzen Geschichte ist, dass ich von 1994 bis 97 - sozusagen als Laie - Präsident des Fachverbandes Deutscher Floristen in Bayern gewesen bin!! Muss aber dazu ergänzen, dass ich schon vorher Verbandsaufgaben übernommen hatte. Da ich in dieser Funktion zu oft unterwegs war und es zeitmäßig nicht mit unserem Geschäft vereinbaren konnte, baute ich gleichzeitig meinen Nachfolger auf.

Sie sind seit ca. 7 Jahren der 1. Kreisvorsitzende des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels. Was ist Ihr Bestreben?
Unser Ziel war und ist es, die Attraktivität Neuburg’s und der Region zu erhöhen und ein Gemeinschaftsgefühl unter allen Händlern zu erreichen. Wir wollten die Interessen der verschiedenen Verbände wie etwa der Werbegemeinschaft, des Gewerbeverband etc. zusammenführen. Nach sehr intensiver Vorbereitung mit dem damaligen Oberbürgermeister Hans Günter Huniar und Dr. Distl vom Kulturamt, sowie nach der Kommunalwahl mit OB Dr. Gmehling, ist uns das auch gelungen. Ich habe dann Markus Jocher angesprochen, ob er das Stadtmarketing für Neuburg übernehmen wolle. Es war sehr, sehr schwierig, alle unter einen Hut zu bringen und wir müssen immer noch daran arbeiten, um das, was z.B. Jürgen Klinsmann mit der Nationalmannschaft geschafft hat - aus einem Haufen Individualisten, die in verschiedenen Vereinen spielen, eine Gemeinschaft zu formen – zu bewerkstelligen.

Um das „Stadtmarketing Neuburg an der Donau e.V.“ wird Neuburg von vielen Städten in ganz Bayern beneidet.....
Ja, weil wir das innerhalb so kurzer Zeit so effektiv aufgebaut haben und wenn man sich die Zentralitätskennziffer (das ist das Erfolgsbarometer einer Stadt) anschaut, dann steigt die im Gegensatz zu vielen anderen Städten und das ist schon ein riesiger Erfolg!

Gibt es noch viel zu tun in Neuburg?
Sicherlich. Wenn wir uns gegenseitig auf die Schulter klopfen und zurücklehnen, ist das unser Ende. Wir müssen immer mit der Zeit gehen. Gerade im Handel hat sich in den letzten Jahren sehr viel geändert.........

.... z.B. durch die Einkaufszentren auf der „Grünen Wiese“ vor den Großstädten Ingolstadt und Augsburg. Schaden diese dem Neuburger Handel?
Nicht nur dem in Neuburg, sondern insgesamt der ganzen Handelslandschaft! Wenn wir schauen, wie viel Verkaufsflächen wir im Augenblick haben..... In den letzten Jahren war ein knallharter Verdrängungswettbewerb. Durch  Flächenexpansion erreichen wir gar nichts, sondern wir müssen uns wieder auf die wahren Werte besinnen.

Was können Sie und die Stadt Neuburg tun?
Das Wichtigste ist, dass man miteinander redet: Was verträgt die Stadt noch, was nicht? Zu viel Verkaufsfläche ist schädlich. Wir müssen auch darauf achten, und hier denke ich vor allem an die ältere Bevölkerung, dass Lebensmittel und sonstige für den täglichen Bedarf relevante Artikel auch in der Innenstadt angeboten werden. Ältere Menschen sind nicht mehr so flexibel, dass sie zum Einkaufen vor die Stadt fahren können, sondern sie müssen hier in der City einkaufen können.

Was erhoffen Sie sich von den Geschäftsleuten in Neuburg?
Dass wir noch mehr zusammenarbeiten! Wenn ich mir die Innenstadt anschaue... wir haben 170 Geschäfte mit 1800 Mitarbeitern in der City. Alle miteinander sind das große „Kaufhaus Neuburg“! Das muss man mal herausstellen.

Die Menschen in unserer Region sollten ihr Geld also lieber hier vor Ort ausgeben?
Ja! Die Geiz-ist-geil-Mentalität tut unseren kleinen Geschäften unheimlich weh. Die Margen im Handel werden immer enger. Unterstützt jedoch der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung den heimischen Handel und das Gewerbe, so werden dadurch viele Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert und geschaffen. Die Gewerbesteuer-Einnahmen würden steigen und dadurch die Finanzkraft unserer Stadt und der Kommunen gestärkt werden, was vor allem für die Unterhaltung der Infrastruktur (Straßen, Kanal, Kiga, Schulen, Schwimmbäder, Altenheime, Theater etc.) äußerst wichtig ist. Diese Zusammenhänge müssen dem Verbraucher bewusst werden! Es wird doch niemand den Ast absägen wollen, auf dem er sitzt....

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass wir diesen Weg, den wir erfolgreich beschritten haben, weiterführen. Persönlich wünsche ich mir Gesundheit für meine Familie und mich und von den brennessel-Lesern, das wir alle und überall zeigen, dass Neuburg und der Landkreis eine sehr tolle, liebenswerte Stadt bzw. Region ist.

 

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Wilfried Dreikandt.

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