Spaziergang durch den Gemüsegarten
Der Knoblauch
Abgesehen
von seinen altbekannten wurmtreibenden und stärkenden Eigenschaften, weiß man
heute, dass Knoblauch, abführend, harntreibend, antiseptisch, antibakteriell,
lösend, auswurffördernd, fiebersenkend... etc. wirkt. Er enthält starke Antibiotika
und auf Grund seines Schwefelgehalts ist er ein gutes Lungenantiseptikum. Früher
trugen die Ärzte bei Pestepidemien knoblauchgetränkte Masken, wenn sie sich
den Kranken näherten. Und heute beweisen die Statistiken, dass Krebs in Gegenden,
wo viel Knoblauch gegessen wird, weniger Schaden anrichtet als in anderen. Eins
wollen wir klar stellen: Überall dort, wo man Knoblauch findet, findet man auch
Gesundheit, oder umgekehrt: wo man Gesundheit antrifft, isst man auch Knoblauch.
Geschichte und Brauchtum:
In der Gascogne zerreibt man bei einer Taufe eine Knoblauchzehe
auf der Zunge des Täuflings und gießt ein Tröpfen Armagnac nach. So ist er für
alle Wechselfälle des Lebens gerüstet. Auch Heinrich IV. wurde auf diese Weise
getauft, und im Sinne dieser Tradition versäumte er es nie, bei großen Gelegenheiten
eine Knoblauchzehe zu kauen und einen Schluck Armagnac nachzutrinken. Solche
große Gelegenheiten boten sich ihm recht häufig bei der Eroberung der holden
Weiblichkeit. Die alten Römer zum Beispiel haben in das Futter ihrer Kampfhähne,
Knoblauch beigemischt, und die Ägypther ihn den Sklaven einflößten, die ihre
Pyramiden erbauten.
Zur Erhaltung der Virilität wurde Knoblauch äußerlich angewendet:
man rieb die Wirbelsäule mit Knoblauchzehen ein (!?) Für Wohlbefinden und Vitalität
kann man zwei oder drei Knoblauchzehen in Weißwein zerdrücken, einige Tage auslaugen
lassen und dann jeden Morgen vor dem Frühstück einen Löffel von diesem Trank
schlucken. Die angenehmste Verwendung findet der Knoblauch sicherlich doch in
der Küche - vorausgesetzt, dass man den Geschmack mag. In Süden erfreut er sich
größter Beliebtheit und taucht in fast allen Rezepten auf. Knoblauch kann also
ruhig in jeder Form verzehrt werden, und gegen den “störenden” Nachgeruch sollen
Sie wissen, dass ein Petersilstängelchen oder ein paar nach dem Essen zerkaute
Kaffeebohnen den Knoblauchgeruch völlig absorbieren. Der Knoblauch hat also
allerseits Referenzen aufzuweisen. Er gehört zur Geschichte, aber auch zur Geographie,
weil man ihm unter allen Himmeln, unter denen er gedeiht, wundersame Tugenden
zuschreibt.