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Spaziergang durch den Gemüsegarten
Neuburg, 24.05.2012 - 06:32 Uhr
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Spaziergang durch den Gemüsegarten

Der Knoblauch

Abgesehen von seinen altbekannten wurmtreibenden und stärkenden Eigenschaften, weiß man heute, dass Knoblauch, abführend, harntreibend, antiseptisch, antibakteriell, lösend, auswurffördernd, fiebersenkend... etc. wirkt. Er enthält starke Antibiotika und auf Grund seines Schwefelgehalts ist er ein gutes Lungenantiseptikum. Früher trugen die Ärzte bei Pestepidemien knoblauchgetränkte Masken, wenn sie sich den Kranken näherten. Und heute beweisen die Statistiken, dass Krebs in Gegenden, wo viel Knoblauch gegessen wird, weniger Schaden anrichtet als in anderen. Eins wollen wir klar stellen: Überall dort, wo man Knoblauch findet, findet man auch Gesundheit, oder umgekehrt: wo man Gesundheit antrifft, isst man auch Knoblauch.

Geschichte und Brauchtum:

In der Gascogne zerreibt man bei einer Taufe eine Knoblauchzehe auf der Zunge des Täuflings und gießt ein Tröpfen Armagnac nach. So ist er für alle Wechselfälle des Lebens gerüstet. Auch Heinrich IV. wurde auf diese Weise getauft, und im Sinne dieser Tradition versäumte er es nie, bei großen Gelegenheiten eine Knoblauchzehe zu kauen und einen Schluck Armagnac nachzutrinken. Solche große Gelegenheiten boten sich ihm recht häufig bei der Eroberung der holden Weiblichkeit. Die alten Römer zum Beispiel haben in das Futter ihrer Kampfhähne, Knoblauch beigemischt, und die Ägypther ihn den Sklaven einflößten, die ihre Pyramiden erbauten.

Zur Erhaltung der Virilität wurde Knoblauch äußerlich angewendet: man rieb die Wirbelsäule mit Knoblauchzehen ein (!?) Für Wohlbefinden und Vitalität kann man zwei oder drei Knoblauchzehen in Weißwein zerdrücken, einige Tage auslaugen lassen und dann jeden Morgen vor dem Frühstück einen Löffel von diesem Trank schlucken. Die angenehmste Verwendung findet der Knoblauch sicherlich doch in der Küche - vorausgesetzt, dass man den Geschmack mag. In Süden erfreut er sich größter Beliebtheit und taucht in fast allen Rezepten auf. Knoblauch kann also ruhig in jeder Form verzehrt werden, und gegen den “störenden” Nachgeruch sollen Sie wissen, dass ein Petersilstängelchen oder ein paar nach dem Essen zerkaute Kaffeebohnen den Knoblauchgeruch völlig absorbieren. Der Knoblauch hat also allerseits Referenzen aufzuweisen. Er gehört zur Geschichte, aber auch zur Geographie, weil man ihm unter allen Himmeln, unter denen er gedeiht, wundersame Tugenden zuschreibt.


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