Dr. Rodica Leporda - Neuburger Ärztin ohne Grenzen...
Ärztin zu werden war schon seit frühester Kindheit ein Lebenstraum von Rodica Leporda, Ärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in den Neuburger Kliniken St. Elisabeth. Seit 1981 arbeitet die 1943 geborene Rumänin und zweifache Mutter in und für Neuburg. Doch damit nicht genug. Seit Anfang der 90er Jahre engagiert sich Leporda für das Krankenwesen in Rumänien und organisiert mit einem Team von Ehrenamtlichen des BRK Neuburg-Schrobenhausen Hilfslieferungen nach Rumänien.
Flucht - Asyl - Armut
Rodica Leporda ist Rumänin und nicht deutsche Aussiedlerin. Deshalb kam
sie zuerst nach München und stellte einen Antrag auf Asyl. Dieser ging
damals durch und auch das Studium wurde 1982 vom Gesundheitsministerium anerkannt.
In München gab es keine freie Stelle für eine Ärztin und die
Kliniken St. Elisabeth suchten dringend jemanden für die Geburtshilfe...
Rodica Leporda verschlug es also nach Neuburg - ‘ihre neue...’ nach
eigenen Aussagen ‘liebgewordene Heimat’. Die Zeiten der Armut
im Asylantenheim hatte sie aber nicht vergessen. “Geprägt hat
uns damals vor allem die Aufnahme bei einer Münchner Familie, die uns
ohne Berührungsängste alle vier bei sich aufnahmen. Wir hatten
damals von Sozialhilfe gelebt und diese Münchner Familie, mit der wir
heute noch eng befreundet sind, gab uns ein Dach über den Kopf. Das
werden wir diesen Leuten nie vergessen. Dieses schöne Erlebnis gab mit
den Anstoß dazu, mich in Rumänien sozial zu engagieren.”
Hilfe! ..für Rumänien
“Anfang der 90er Jahre war es endlich möglich wieder die rumänische
Heimat zu besuchen. Was ich dort sah war erschütternd. In den Krankenhäusern,
vor allem in Iasi, wo ich studierte, waren die Verhältnisse untragbar.
Die Gerätschaften waren total veraltet, Betten und Liegen verrostet,
der Schimmel hing an den Wänden und der Putz kam einen entgegen. Unsere
erste Aktion startete demzufolge im April 1990. Wir fuhren damals mit einem
kleinen Bus nach Iasi. Ein Jahr darauf lieferten wir der Kinderklinik Nahrung,
Bekleidung und Medikamente. 1992 war dann ein großes Jahr. Die Neuburger
Kliniken zogen in die neuen Gebäudlichkeiten um und viele Geräte,
Betten und Geschirr wurden aussortiert - zum Glück für die Rumänienhilfe.
So kam eine große Lieferung zustande, die wir im Konvoi nach Iasi transportierten
und damit das Kinderkrankenhaus ausstatteten. Man kann den Kliniken in Neuburg
dafür gar nicht genug danken...”
In den folgenden Jahren...
“Von nun an führten wir Jahr für Jahr Hilfsaktionen durch,
die sich aber nicht zwingend nur auf Iasi bezogen. Wir halfen auch in Lugos,
Temesvar, Oraviza und anderen Ortschaften. Oft wurden wir von Bürgermeistern
auf Hilfslieferungen angesprochen. Wir versuchten alles, um zu helfen. Mittlerweile
beschränken sich unsere Hilfsaktionen in erster Linie auf Iasi. Es herrscht
bei uns der Grundsatz für alle Aktivitäten, nur Aktionen mit Hand
und Fuß durchzuführen. Ein punktuelle Hilfe nützt im Krankenwesen
nicht. Dies wird am Beispiel einer Dialysestation sichtbar. Ich kannte noch
von früher her eine Kinder-Dialyse-Klinik. Sie ist die einzige in ganz
Moldawien. Deshalb besuchten wir diese Einrichtung. Hier starben Kinder,
da die Dialyse-Geräte veraltet waren oder nicht mehr funktionierten.
Ein sechsjähriges Mädchen lag im Sterben. Von der Dialysestation
des Schrobenhausener Kreiskrankenhauses bekamen wir Geräte und Geschirr
für die Dialyse. Wir fuhren diese nach Rumänien und arbeiteten
vier Tage und Nächte an der Installation und Betriebsbereitschaft der
Geräte und konnten den Kind in letzter Sekunde das Leben retten. Heute
ist sie 19 Jahre alt und die erste, die uns begrüßt, wenn wir
mit dem Konvoi eintreffen - sie ist unser Maskottchen geworden und ein Beweis
für den Sinn unserer Arbeit.”
Tolle Mannschaft - viele Spenden!
Unsere Rumänienhilfe läuft unter der Schirmherrschaft des BRK Neuburg-Schrobenhausen. “Besonders
die Schrobenhausener sind sehr engagiert in der Rumänienhilfe. Aus Neuburg
unterstützt uns lediglich Emil Frey, Leiter der Intensivabteilung Kliniken
St. Elisabeth, und meine Wenigkeit. Die Helfer aus Schrobenhausen sind Anton
Drexler, Gabriela Karl, Ute Natzer, Georg Karl, Siegfried Natzler, Josef
Drexler, Josef Schlittenbauer, Hans und Irmgard Neugschwendtner, Rudolf Hörmann
aus Gachenbach, um nur einige zu nennen. All’ diese Leute geben ihre
Freizeit und sogar ihren Urlaub für die jährliche Hilfsaktion.
Dabei ist es mit den 10 Tagen in Rumänien ja nicht getan. Das ganze
Jahr sammelt z.B. Josef Drexler mit seinem wöchtentlichen Flohmarkt
in Schrobenhausen Spendengelder. Denn nicht alle Hilfsgüter werden gesponsort.
Es muss viel zugekauft werden. Die Gelder sind aber knapp und die Einnahmen
aus Märkten und Ausstellungen, wie etwa im Pfarrsaal Heilig Geist in
Neuburg, werden besteuert (???). Vom Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen
gibt es zudem keine finanziellen Mittel. Es muss also alles in Eigenleistung
und Eigenengagement passieren. Um so erstaunlicher, dass wir in 14 Jahren
soviel bewegen konnten. Das haben wir der Bevölkerung im Landkreis und
den Freunden unserer Organisation zu verdanken. Ich möchte mich an dieser
Stelle herzlichst bei allen bedanken, die unsere Sache unterstützen
und unterstützt haben.
‘Ein Schritt nach Westeuropa!’“Wenn man heutzutage durch
die Räumlichkeiten der betreuten Krankenhäuser in Rumänien
streift, spürt man die zwei Welten, die sich dort präsentieren.
Die rumänischen Krankenschwestern und Ärzte bringen es auf den
Punkt: “Geht man in die Kinderklinik des Krankenhauses, so ist das
jedesmal wie ein Schritt nach Westeuropa. Ob das ein Lob oder eher ungläubiges
Staunen ist, soll dahingestellt bleiben. Alles in allem muss ich aber sagen,
dass es in Rumänien aufwärts geht und die schlimmste Talsohle durchschritten
ist. Man merkt, dass sich etwas tut - wir können stolz sein, beim Anschieben
des Gesamtkomplexes mitgewirkt haben zu dürfen.”
Wünsche für die Zukunft...
“Mir persönlich wünsche ich Gesundheit. Für Rumänien
kann ich hoffen, und ich sehe erste Anzeichen, dass es mit derselben Geschwindigkeit
weitergeht und die Menschen eine ähnliche ärztliche Versorgung
erhalten, wie es bei uns schon selbstverständlich ist. Doch braucht
das alles noch viel Zeit.. Für unseren Hilfstrupp wünsche ich mir
Neuburger Zuwachs, um die Schrobenhausen-Lastigkeit zumindest etwas auszugleichen.”
Bitte spenden Sie!
Spendenkonto: Kinderhilfe Rumänien 360 800 bei der Stadtsparkasse Schrobenhausen
721 518 80