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Dr. Bernhard Gmehling: Oberbürgermeister der Stadt Neuburg und Jurist
Neuburg, 13.12.2018 - 12:05 Uhr
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Dr. Bernhard Gmehling: Oberbürgermeister der Stadt Neuburg und Jurist

Das Licht der Welt erblickte Dr. Bernhard Gmehling in Beilngries. Im „zarten Alter“ von zehn Jahren kam er nach Neuburg ins Studienseminar und besuchte von 1970 bis 1979 das Descartes-Gymnasium. Seitdem lebt er in der Ottheinrichstadt und fühlt sich hier sehr wohl.

Weshalb zogen Sie nach Neuburg?

Beilngries ist zwar eine wunderschöne Stadt, nur gab es dort damals noch kein Gymnasium. Ich hatte also die Wahl zwischen täglich zwei Stunden Fahrt oder der Unterbringung im Studienseminar. Da mein Vater auch schon hier als Seminarist sein Abitur gemacht hat und der damalige Direktor ein guter Freund meines Vaters war, entschied ich mich für das Studienseminar. Auch meinen Zivildienst habe ich in Neuburg abgeleistet, sowie bei verschiedenen Firmen wie Europa Carton, Schertler, Buchdruckerei Loibl usw. in den Ferien gejobbt.

Sie sind dann endgültig hier geblieben – der Liebe wegen?

Obwohl ich 1981 in Regensburg zu studieren angefangen habe, bin ich nie mehr von Neuburg weggegangen, denn meine damalige Freundin und jetzige Frau ist Neuburgerin. Wir haben zwei Töchter, Caroline und Isabella (13 + 15 Jahre). Einen Sohn hat meine Frau mit in die Ehe gebracht. Er ist allerdings schon 33 Jahre alt und lebt nicht mehr bei uns.

Ursprünglich hatten Sie einen anderen Berufswunsch. Statt Journalist wurden Sie jedoch Jurist. Wie kam es dazu?

Unmittelbar nach dem Zivildienst wollte ich nicht im Sommersemester zum Studieren anfangen und habe deswegen bei der Buchdruckerei Loibl, die damals die Heimatzeitung herausgegeben hat, zehn Monate lang als Korrektor gearbeitet. Gelegentlich durfte ich auch einen Artikel schreiben. Das gefiel mir sehr gut und so wollte ich in Richtung Journalistik weiter machen. Doch durch den Einfluss meiner Frau und vor allem meines Vaters, der Amtsrichter in Beilngries war, entschied ich mich letztendlich für ein Jura-Studium.

Als Richter am Amtsgericht Neuburg wurden Sie vor über drei Jahren zum Oberbürgermeister gewählt. Haben Sie schon alles erreicht, was sie wollten?

Man wird nie alles erreichen, was man sich vorstellt und wünscht, auch ich nicht. Oft fehlen einfach die finanziellen Mittel, um die Dinge verwirklichen zu können, die ich mir noch für die Stadt wünschen würde. Aber ich glaube, es ist schon sehr vieles passiert; wir sind auf einem sehr guten Weg, vor allem was die Entwicklung im touristischen Bereich betrifft: Die Bayerische Landesausstellung und die flämische Galerie sind ein toller Erfolg. Und auch das Stadtbild – finde ich – hat sich recht gut herausgemacht, mit dem neuen Fußgängerüberweg und dem Aufgang zur oberen Stadt. Das sind durchaus Dinge, wo man sagen kann: Neuburg hat sich positiv verändert. Was unheimlich gut ankommt, ist auch das Stadtmarketing. Ich glaube, dass dies ein ganz wichtiger Punkt ist, um uns als Marke „Neuburg“ zu positionieren gegenüber dem FOC und dem Westpark in Ingolstadt und gegenüber all den großen Verkaufsmärkten auf der grünen Wiese. Wir müssen unsere Stadt als Einheit präsentieren und da sind wir schon auf einem guten Weg. Wir haben z.B. durch die sog. „Semmel-Taste“ Erfolge erzielt; andere Städte machen uns dies jetzt nach. So gibt es eigentlich vieles, womit ich sehr zufrieden bin.

Was haben Sie nicht erreicht?

Das sage ich ganz offen: Mit Herzblut hing ich daran, in der Luitpoldstraße eine zweite Busspur einzurichten, um dort die gefährliche Situation für die Schüler zu entschärfen und eine Wendemöglichkeit für die Busse anzulegen. Sie kennen die Diskussion darüber: Die Mehrheit des Stadtrats hat es anders gesehen. Mit dieser Entscheidungen muss ich halt leben. Außerdem ist im Moment sowieso nicht das Geld dafür da.

Die Stadt engagiert sich sehr im Bereich Wirtschaft.

Wenn Sie damit das neu gegründete Forschungszentrum für Erneuerbare Energien, auch f10-Projekt genannt, ansprechen – da sehe ich große Chancen, Kompetenz nach Neuburg zu bekommen, woraus sich etwas entwickeln kann und wir vielleicht alle sehr profitieren können. Die fossilen Energieträger werden immer knapper und teurer. Dadurch werden die Erneuerbaren Energien einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Wir wollen wirklich in Richtung Erneuerbare Energien marschieren. Da stehe ich voll dahinter. So ist z.B. jetzt ein Baugebiet in Planung, das eine Zentralwärmeversorgung mit Wärmepumpe oder Hackschnitzelheizung bekommen wird.

Auch die Stadtwerke engagieren sich in dieser Richtung und wollen demnächst mit einer neuen Gas-Tankstelle starten.

Da bin ich sehr glücklich darüber! Einige Autofahrer, die Gas als Treibstoff verwenden, haben wir ja schon und ich bin überzeugt, dass die Zahl ständig zunehmen wird und dann ist es gut, dass wir in Neuburg auch eine Gas-Tankstelle besitzen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Stadt?

Ich bin kein Freund besonders euphorischer Prognosen, weil es schwierig ist, fünf oder zehn Jahre in die Zukunft zu schauen. Wir haben keinen Einfluss auf die Konjunktur in Deutschland oder in Europa. Auch sind wir im globalen System vielen Faktoren ausgesetzt, die wir nicht beeinflussen können. Wir haben jedoch in den letzten Jahren alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir uns gut entwickeln können, indem wir einen Flächennutzungsplan aufgestellt haben, der wirklich für alle etwas bietet: Chancen für das Gewerbe, für Häuslebauer, für die Industrie, für Freizeit und Sport.

Sollten Industrie, Handel und alle anderen mehr zusammenarbeiten?

Ich versuche, im Industriebereich einen Zusammenhalt aufzubauen, indem ich vierteljährlich alle Betriebsinhaber mit mehr als 50 Arbeitnehmern zu einem „Wirtschaftsfrühstück“ einlade. Da setzt man sich zusammen und tauscht Erfahrungen aus. Das wird von den Firmen sehr gut angenommen und ich krieg immer wieder Rückmeldungen, dass es den Geschäftsführern ganz gut tut, sich mal mit anderen Firmeninhabern auszutauschen.

Ist die Ansiedlung neuer Industriebetriebe in Aussicht?

Die Zeiten, dass Industriebetriebe Neuburg als neuen Standort für eine Niederlassung auswählen, sind leider längst vorbei. Es wären reine Glücksfälle, wenn wir neue Gewerbe- oder Industriebetriebe herbekämen. Die Ausweisung des Industriegebietes in unserem Flächennutzungsplan ist nur deswegen wichtig, damit wir im „Fall des Falles“ sofort einen Standort anbieten können. Die Chance, dass z.B. ein Betrieb wie BMW morgen vor der Tür steht und sagt, wir machen jetzt ein Zweitwerk in ND auf, die ist gering. Da drauf zu hoffen, wäre wirklich vermessen. Das wäre wie ein 6er im Lotto! Aber man kann es nicht ausschließen, und ich denke, gerade im Zusammenhang mit dem Forschungszentrum f10 könnte sich vielleicht im Laufe der Jahre hier etwas tun. Der Bereich „Erneuerbare Energien“ ist noch einer der wenigen Industriezweige mit Expansionsmöglichkeiten. Vielleicht liegt hier unsere Chance!

Im Bereich Tourismus läuft es derzeit doch auch recht gut oder?

Der Tourismus ist DIE große Chance für ND. Wir haben nur zwei Rohstoff-Quellen: Das eine ist die Kieselerde und der andere der Tourismus. Das Potential hier ist noch nicht ausgeschöpft. Ich bin mir sicher, dass die Zahlen in diesem Jahr erheblich über denen vom vergangenen Jahr liegen werden. Maßgeblich ist, dass man den Schwung dieses Jahres mit in die nächsten Jahre hinein nimmt, denn wir haben nicht jedes Jahr eine Landesausstellung. Aber mit der Flämischen Galerie - die Rubensbilder bleiben für immer hier – haben wir einen großen Trumpf in der Hand. Außerdem besitzen wir ein wunderbar neu restauriertes Schloss, bald ein neues Schlossmuseum, das Stadtmuseum, Biohistoricum und weitere Anziehungspunkte, die wirklich dazu beitragen können, die Touristenzahlen auf Dauer in ND erheblich höher zu halten, als in den vergangenen Jahren.

Der Donau-Radwanderweg bringt sicherlich auch ein paar Besucher?

Ja, stimmt. Solche Touristen bleiben zwei Tage in Neuburg und fahren dann weiter. Sie sind unsere Zielgruppe. Da müssen wir noch mehr tun!

Wenn man den Tourismus im Altmühltal mit dem hier vergleicht: Die Altmühl ist doch viel kleiner als die Donau. Bei den Besucherzahlen ist es jedoch genau umgekehrt.

Wir müssen da mehr zusammenarbeiten, denn für einen Touristen spielen Landkreisgrenzen keine Rolle. Es wäre schön, wenn wir Leute, die im Altmühltal Urlaub machen, auch für einen Aufenthalt in Neuburg gewinnen könnten. Kürzlich besuchte ich meinen Bürgermeister-Kollegen in Beilngries. Die haben unglaubliche 180.000 Übernachtungen im Jahr! Ich habe dort unsere Neuburg-Prospekte ausgelegt und hoffe, dass wir davon auch profitieren können.

Was wünschen sie sich für die Zukunft?

Persönlich wünsche ich mir Gesundheit und dass ich noch möglichst lange aktiv meinen Fußballsport betreiben kann – und natürlich, dass es meiner Familie gut geht. Für die Stadt: dass wir die positive Entwicklung in diesem Jahr mit in die nächsten Jahre hinüber nehmen können.

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