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Georg Beidenhauser - Vorstand der Raiffeisen-/Volksbank Neuburg
Neuburg, 23.03.2019 - 10:10 Uhr
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Georg Beidenhauser - Vorstand der Raiffeisen-/Volksbank Neuburg

Vita: Geboren, aufgewachsen und wohnhaft im Ehekirchener Ortsteil Walda, Ausbildung zum Bankkaufmann in Pöttmes, seit fast 30 Jahren als Vorstand tätig.

Sie sind also der Chef der größten Genossenschaftsbank in unserem Landkreis?
Einer der Chefs! Der Vorstand setzt sich nämlich aus zwei Personen zusammen. Gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen Werner Halbig (seit 2007 bei uns) leite ich die Bank, jeder mit anderen Ressortzuständigkeiten. Ich bin mehr im Innenbereich tätig, mein Kollege im Kundenbereich.

Wie wird man Bankdirektor? Schildern Sie uns Ihren beruflichen Werdegang?
In der damaligen Genossenschaftsbank Pöttmes habe ich meine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert. Die Arbeit am Bankschalter hat mich jedoch nicht befriedigt, weshalb ich eine Führungsposition anstrebte. Bei meiner Tätigkeit im genossenschaftlichen Prüfungsverband in München konnte ich viel für mein Leben lernen und gewinnen. Als 1978 bei den Banken das so genannte "Vier-Augen-Prinzip" (zwei Vorstände) vorgeschrieben wurde, um dadurch das Risiko von Fehlern und Missbrauch zu reduzieren, bot man mir eine entsprechende Position an. Nach intensiven Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen wurde ich dann am 1.12.1979 mit 25 Jahren zum Vorstand der Genossenschaftsbank Pöttmes berufen.

Wie kamen Sie zu Ihrer jetzigen Funktion in Neuburg?
1992 fusionierte die Genossenschaftsbank Pöttmes mit der Volksbank Neuburg und diese 2002 mit der Raiffeisenbank Neuburg. Pöttmes ist heute ein Filialbereich der Raiffeisen-Volksbank Neuburg/Donau. Meine Vorstandsposition wurde mit jeder Fusion erneut bestätigt, sodass ich diese Aufgabe inzwischen fast 30 Jahre lang mit großer Freude erfülle.

Als Leiter einer der größten Banken im Landkreis können Sie uns sicherlich Einblick in die jetzige wirtschaftliche Situation geben?
Unsere Bank hat eine sehr gute Position, denn die Genossenschaftsbanken haben aufgrund ihrer Geschäftspolitik und des Garantiefonds, der Einlagenverluste immer absichert, im Verlauf der Wirtschafts- und Finanzkrise weitere Kunden hinzugewonnen. Das hat uns geschäftlich weiter nach vorne gebracht.

Und wie sieht es mit der Wirtschaft im Landkreis aus?
Wenn ich die Arbeitslosenzahlen usw. betrachte - ist unsere Region insgesamt durchaus in einer guten Position. Ich befürchte jedoch - obwohl die Wirtschaft in der Großindustrie inzwischen wieder mehr Fuß fasst - dass die Abwärtswelle die kleineren, mittelständischen Betriebe erst noch erreichen wird. Ich denke, dass wir in den nächsten 1 - 2 Jahren von der Arbeitslosigkeit stärker betroffen sein werden und dadurch der Konsum nachlassen wird. Meine Sorge ist, dass es noch die eine oder andere größere Pleite geben wird, die in der Folge auch kleinere Betriebe mit in die Tiefe reißt.

Die Raiffeisen-Volksbank Neuburg/D. wurde 1892 von Handwerkern und Gewerbetreibenden gegründet. Haben aufgrund der Wirtschaftskrise die kleineren Betriebe jetzt Probleme, an Kredite zu kommen?
Diese so genannte "Kreditklemme", von der immer gesprochen wird, also dass die Wirtschaft nicht ausreichend mit Geld versorgt wird, ist bei uns nicht der Fall. Die Politik fordert zwar immer, die Banken müssten großzügiger sein mit Kreditgewährungen an Unternehmen, das kann aber nur unter sinnvoller wirtschaftlicher Betrachtung geschehen. Das war aber nie anders, auch vor der Krise nicht! Man muss großes Augenmerk darauf legen, wie ein Unternehmen ausgestattet ist und ob und in welcher Form es in der Lage ist, Kredite auch wieder zurückzuzahlen. Da differenziert die Politik zu wenig. Sie fordert zwar, aber sie verkennt teilweise die Situation, unter welchen Voraussetzungen eine Kreditgewährung sinnvoll und vertretbar ist oder nicht.

Etlichen großen Firmen hat die Regierung bereits geholfen. Jetzt soll ein neuer "Topf" für kleinere und mittlere Betriebe aufgemacht werden?
Es war schon richtig und sinnvoll, die großen Firmen zu unterstützen. Wenn man die großen fallen lässt, dann sind nicht nur diese Unternehmen betroffen und die unmittelbaren Beschäftigten, sondern auch Zulieferbetriebe und deren Mitarbeiter. Da hängen sehr, sehr viele Arbeitsplätze daran! Auch die Unterstützung der mittleren und kleinen Betriebe ist enorm wichtig, wenn diese Abwärtswelle noch auf uns zukommt, damit auch diese Unternehmen eine reelle Überlebenschance haben.

Könnte es sein, dass die befürchtete Abwärtswelle in unserer Region ausbleibt und stattdessen die Wirtschaft wieder boomt?
Wenn das der Fall wäre, wäre das eine glückliche Situation!

Verraten Sie uns noch etwas über Ihr Privatleben?
Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Unsere Tochter (27) hat vor kurzem geheiratet und unser Sohn (29) bereitet sich ebenfalls darauf vor.

Sind Ihre Kinder auch im Bankbereich tätig?
Nein! Sie haben in meiner Tätigkeit anscheinend ein abschreckendes Beispiel gesehen! (lacht) Beide haben das Abitur gemacht und studiert. Mein Sohn ist Dipl.-Ingenieur für Elektrotechnik und meine Tochter Apothekerin hier in Neuburg.

Welche Hobbys haben Sie?
Meine Vorliebe lag eigentlich immer schon im handwerklichen Bereich. Ich arbeite gerne mit Holz. Wenn es meine Zeit erlaubt, fahre ich Motorrad oder arbeite im Garten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Generell wünsche ich mir, dass im Finanzwesen die Gier zurück geschraubt wird. Eine kontinuierliche, vernünftige Gewinnerwirtschaftung muss jedem möglich sein, aber nicht Profit um jeden Preis. Es darf auch nicht sein, dass einer dem anderen das Fell über die Ohren zieht. Das hat uns nämlich in die Finanz- und Wirtschaftskrise geführt. Mein großer Wunsch wäre, dass wieder mehr Augenmaß, Vernunft und Werteverständnis einkehrt, wenngleich ich nur begrenzte Hoffnungen habe, dass dies geschehen wird. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Persönlich, wünsche ich mir, dass ich in meinem Familienverbund weiterhin so gut und glücklich sein kann und wir alle gesund bleiben.

Ein paar Worte für unsere Leser zum Schluss?
Bleiben Sie mit beiden Füßen auf dem Boden! Planen Sie Ihr Leben überschaubar in finanzieller und in jeder anderen Hinsicht! Dann sind Sie gut beraten.

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