Glatteis & Schnee oft schon im Oktober
Ist
Ihr Auto winterfit?
Es ist fast ein Phänomen, aber Jahr für Jahr wiederholt sich das gleiche Spiel.
Es gibt Autofahrer, die regelmäßig vom Wintereinbruch "überrascht" werden. Das
heißt sie haben es versäumt, ihr Fahrzeug zeitgerecht so auszustatten, um auch
bei schlechter Wetter- und Straßenlage weitgehend problemlos unterwegs sein zu
können. Büßen müssen dies nicht nur sie selber, sondern auch andere Fahrzeuglenker,
die zwar selbst gut vorgesorgt haben, aber z. B. durch hängen gebliebene Fahrzeuge
an der Weiterfahrt gehindert werden. Abgesehen davon, dass es rücksichtslos ist,
kann es auch versicherungstechnische Auswirkungen haben, wenn man mit einem schlecht
ausgerüsteten Auto einen Unfall verursacht. Letztlich geht es aber vor allem um
die eigene Sicherheit.
Bereifung:
Das immer wieder vorgebrachte
Argument, "Ich wohne in der Stadt, ich brauche keine Winterreifen", ist nicht
stichhältig. Es gibt keine Stadt, in der es nur "brettelebene" Straßen gibt. Bei
Glatteis reicht bereits eine geringe Steigung aus, um etwa nach einem Ampelstopp
Probleme mit der Anfahrt zu haben. Ein Winterreifen hat, wenn die Temperatur unter
zehn Grad absinkt, selbst bei trockener Fahrbahn eine wesentlich bessere Haftung.
Auf schneebedeckter Fahrbahn ist der Bremsweg mit Sommerbereifung deutlich länger.
Beispiel: Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h kommt ein Auto mit Winterreifen
nach 70 Metern zum Stehen, eine Auto mit Sommerreifen erst nach 112 Metern!!
Gute
Sicht:
Weiterer wesentlicher Sicherheitsfaktor, ist eine gute Sicht. Zum
einen durch die von Eis und Schnee gesäuberten Scheiben, zum anderen durch gute
Beleuchtung. Glühlampen werden schleichend dunkler, geben immer weniger Licht.
Im Zuge eines Winterchecks ist es daher sinnvoll, die Lampen überprüfen zu lassen.
Übrigens: Die schönste Leuchtkraft ist beim Teufel, wenn die Scheinwerfergläser
mit Schmutz oder Schnee behaftet sind.
Ausreichend Sprit:
Durch
Schneeverwehungen können Verkehrswege unpassierbar werden. Da kann es schon vorkommen,
dass Autofahrer stundenlang festsitzen. In kürzester Zeit wird es im Wageninneren
kalt. Den Motor und damit die Heizung laufen lassen, kann man nur, wenn der Treibstoffvorrat
ausreicht. Während der Wintermonate empfiehlt es sich aus diesem Grunde, in kürzeren
Abständen aufzutanken. Eine mitgeführte warme Decke kann zusätzlich helfen, eine
derart ungemütliche Situation zu verbessern.
Medikamente:
Erkältungen
und Grippe sind in der feuchten und kalten Jahreszeit an der Tagesordnung. Wer
Kopfweh, Schnupfen, oder Fieber mit Arzneimittel bekämpft, muss wissen, dass Medikamente
eine dämpfende Wirkung haben können. Im kranken Zustand ist man den Anforderungen
des Straßenverkehrs sicher nicht gewachsen. Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit
sind eingeschränkt.
Was in keinem Auto fehlen sollte
In keinem
Auto fehlen sollte im Winter ein Starthilfekabel, ein Abschleppseil, ein Anti-Beschlagtuch,
ein Reservekanister, ein Handfeger, ein Eiskratzer, ein Defroster-Spray und ein
Türschloss-Enteiser für die Manteltasche. Falls das Auto dann einmal stecken bleibt,
können ein gefüllter Sandsack und eine Schaufel nützliche sein, um einen glatten
Untergrund befahrbar zu machen. Hilfreich sind zudem wasserdichte Handschuhe,
die die Hände beim Eiskratzen und Schneeräumen warm halten. So lässt sich leichter
arbeiten.
Aber Vorsicht: Werden Schnee und Eis nicht vollständig vom Auto
entfernt, kann es passieren, dass die Schneeschicht vom Dach auf die Frontscheibe
des Hintermannes fliegt oder die Schicht einem von der Motorhaube aus selbst die
Sicht nimmt. Empfehlenswert ist es, vor dem Wintereinbruch die Karosserie mit
einem Konservierungsmittel zu behandeln und sicher zu stellen, dass der Unterbodenschutz
Wintertauglichkeit besitzt.
Fahrweise anpassen
Im Winter kann
es schnell passieren, dass man sich noch nicht an die geänderten Fahrbahnverhältnisse
angepasst hat und zu sehr aufs Gaspedal tritt. Doch gerade auf eis- und schneebedeckten
Straßen hat das mitunter schlimme Folgen. Um diese von vornherein zu vermeiden,
ist es besser und sicherer, sich Zeit zu nehmen, besonders vorsichtig und langsam
zu fahren sowie plötzliche Geschwindigkeits- oder Richtungswechsel zu unterlassen.
Weich & gefühlvoll fahren
Mit einer sanften und weichen Fahrweise
kommt man ganz gut zurecht. So sollten Autofahrer bereits vor Kurven - also auf
den geraden Streckenabschnitten - bremsen und dabei immer die Kupplung treten.
Lässt sich das Herunterschalten nicht vermeiden, schon vor dem Einkuppeln etwas
Gas geben. Dadurch wird ein harter Ruck vermieden. Da sich der Bremsweg auf glatten
Straßen verlängert, auch die Bremse besonders gefühlvoll einsetzen. Im Notfall
jedoch muss das Bremspedal voll durchgetreten werden, um das ABS zu aktivieren
und weiterhin lenken zu können. Auf glattem Untergrund nie mit dem Motor bremsen
- das führt eventuell zu blockierenden Rädern.
Frontantrieb von Vorteil
Während die größeren Straßen und Autobahnen in der Regel sofort von Eis
und Schnee befreit werden, werden kleinere Straßen und Wege von den Gemeinden
teils aus ökologischen, teils aus ökonomischen Gründen entweder gar nicht oder
nur unregelmäßig gestreut bzw. geräumt. Wer schon als Autofahrer nicht umhin kann,
die Letzteren zu benutzen, sollte sich unbedingt einen Pkw mit Frontantrieb zulegen.
Denn auf glattem Untergrund ist ein solches Gefährt im Allgemeinen einem Auto
mit Heckantrieb deutlich überlegen.
Darüber hinaus empfiehlt sich auf
verschneiten Nebenstrecken eine äußerst behutsame Fahrweise. Im Einzelnen sollte
man z.B. möglichst langsam und mit gleichmäßigem Tempo fahren. Starkes Beschleunigen
ist hier genauso fehl am Platz wie der plötzliche Tritt auf die Bremse. Beides
kann bewirken, dass der Wagen seine Lenkbarkeit einbüßt und von der Fahrbahn abkommt.
Daraus folgt: Extra großen Sicherheitsabstand einhalten, vor allem in Kurven.
Auch beim Lenken ist viel Sensibilität erforderlich. Unsanfte und abrupte Bewegungen
am Steuer sind zu vermeiden.
Wenn’s doch gekracht hat
Zuerst
sollten Sie die Unfallstelle und die Beweise sichern. Die Aufnahme der wichtigsten
Daten trägt dazu bei, dass eine effektive und umgehende Schadensregulierung statt
finden kann. Notieren Sie deshalb:
- Kennzeichen des/der beteiligten Fahrzeuge(s),
- Namen und Adresse der beteiligten Fahrer,
- Ort und Zeit des Unfalls,
- Name
und Anschrift von Unfallzeugen,
- Versicherer und Nummer des Versicherungsscheins
der Beteiligten,
- ) Unfallfotos bzw. –skizze,
- Unfallprotokoll (Schädiger
und Geschädigter müssen beide unterschreiben).
Reparatur in Fachwerkstatt
Lassen Sie Ihr Fahrzeug anschließend abschleppen bzw. falls möglich, bringen
Sie Ihr Fahrzeug selbst zur Reparatur in eine Fachwerkstatt. Dort wird das Ausmaß
Ihres Schadens festgestellt. Als Faustregel gilt, dass Sie bei einem Schaden am
Auto von über 512,00 € einen Sachverständigen einschalten sollten. Bei kleineren
Schäden genügen oft die Vorlage eines Kostenvoranschlages und evtl. ein Foto der
Schäden. Ein kompetenter Service-Meister wird Sie über die voraussichtliche Höhe
der Reparaturkosten informieren und auf ihre evtl. Schadenersatz-Ansprüche wie
Wertminderung Ihres Autos, Abschleppkosten, Mietwagenkosten und Nutzungsausfall
hinweisen. Große und kleine Blechschäden, Glasschäden und Lackschäden an Ihrem
Fahrzeug werden dann sauber und kompetent instand gesetzt.
Meldung an
Versicherung
Setzen Sie sich sobald wie möglich mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung
in Verbindung, aber auch Ihre eigene Haftpflichtversicherung ist zu benachrichtigen.
Je nach Art der Unfallschäden müssen Sie auch andere Versicherungen benachrichtigen,
z. B.: Kaskoversicherung, Rechtschutzversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung
gegebenenfalls Ihren Arbeitgeber. Klären Sie dann mit Ihrem örtlichen Versicherungsvertreter
ab, ob und welche Schadenersatz-Ansprüche (Sach- und Personenschäden, Verdienstausfall,
Heilungskosten etc.) Ihnen zustehen.