Pleitewelle in Deutschland
Eine Pleitewelle überrollt ganz Deutschland.
Besonders hart trifft es derzeit den Freistaat. Im ersten Quartal 2002 erhöhte
sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um
fast 28 Prozent auf 1236. Dabei zeigen die Beispiele Kirch Media und Fairchild
Dornier, dass die Krise selbst vor etablierten Großfirmen nicht Halt macht.
Besonders gefährdet: Kleine
Familienbetriebe
Da sie leichter Opfer zahlungsunwilliger Kunden werden, sind kleine Familienbetriebe
besonders gefährdet. Wer eine Insolvenz vermeiden will, muss frühzeitig Krisenzeichen
erkennen. Dazu ist es notwendig, kontinuierlich die Situation des Unternehmens
zu kontrollieren, Probleme nicht unter den Tisch zu kehren, sondern schonungslos
zu analysieren, um effektiv gegensteuern zu können.
Insolvenz: Kleinunternehmer haften auch mit Privatvermögen
Bleibt letztlich doch kein Ausweg, muss die Insolvenz richtig gehandthabt werden.
Das ist gar nicht so einfach, denn das 1999 mit großen Vorschusslorbeeren gefeierte
neue Insolvenzrecht birgt so manchen Fallstrick: Viele Kleinunternehmer, eingetragene
Kaufleute oder Selbständige wissen oft gar nicht, dass sie für Geschäftsschulden
mit ihrem Privatvermögen haften.
Rechtzeitig reagieren
Dass die wenigsten Unternehmen eine Insolvenz überleben, liegt oft daran, dass
viele Chefs auf drohende Liquiditätskrisen zu spät reagieren: Wenn die Banken
alle Kredite fällig gestellt und die besten Mitarbeiter das Unternehmen verlassen
haben, nützt auch das neue Insolvenzverfahren nicht mehr viel. Dabei bietet
es viele Chancen wie die Gründung einer Auffanggesellschaft, die Kooperation
mit neuen Partnern oder den Verkauf des Unternehmens. Wie sich in wirtschaftlich
stürmischen Zeiten Firmenpleiten verhindern lassen, Insolvenzverfahren sinnvoll
abgewickelt werden können und welche Möglichkeiten eine Sanierung oder Liquidation
bietet, darüber informieren die zuständigen Kammern.