Rotwein richtig servieren
Mehr als eine Geste: DEKANTIEREN
Viele Weinliebhaber gießen edlen, gereiften Rotwein vor dem Verkosten in eine Karaffe um. Was hat es mit dieser Zeremonie auf sich?
Wer einen Bordeaux, Barolo oder Rioja lieber in der Glaskaraffe als in der Originalflasche kredenzt, beruft sich meist nicht nur auf die
Tradition, er nennt auch sachliche Argumente. Dennoch scheiden sich unter Experten oft die Geister: Dekantieren oder nicht? Es ist wohl auch
eine Frage des persönlichen Geschmacks.
WARUM WIRD DEKANTIERT ? Vor allem in französischen und italienischen Rotweine bildet sich mit zunehmender Lagerdauer – als
Zeichnen der Reife – ein Niederschlag, das sogenannte Depot . Es besteht aus natürlichen, also unschädlichen,
Gerb- und Farbstoffen. Sie stören allerdings den Augen- und Gaumengenuss, beim vorsichtigen Umgießen in ein anderes Gefäß sollen
sie deshalb in der Flasche zurückgehalten werden. Junge Weine haben kein Depot, müssen allerdings nicht dekantiert werden.
Faustregel: Je empfindlicher ein Rotwein auf Luftzufuhr reagiert (das tun vor allem die sehr alten), desto später sollten
Sie ihn dekantieren. Genaue Vorschriften für den jeweils richtigen Zeitpunkt existieren nicht – Sie müssen selbst Erfahrungen
sammeln! Gehen Sie davon aus, dass viele Rotweine durchaus zwei Stunden vor dem Servieren umgefüllt werden können. Wenn sie aber
nach dem „belüften“ zu lange stehen, werden die Aromastoffe abgebaut. Jüngere Weine müssen Sie nicht dekantieren,
es schadet ihnen aber auch nicht.
Und selbstverständig passt zu edlem Wein edles Zubehör: Karaffen, Flaschenständer und Dekantier- Trichter (übrigens als
Weihnachtsgeschenk eine nette Überraschung!)