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Kurt Müller - Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuburg-Rain
Neuburg, 24.06.2019 - 23:59 Uhr
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Kurt Müller - Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuburg-Rain

Die Stadtsparkasse Neuburg hat vor einigen Jahren mit der Stadtsparkasse Rain fusioniert. Dadurch hat sich der Kundenkreis als auch die Finanzkraft wohl ziemlich vergrößert oder?
Natürlich wuchs aufgrund der Fusion unsere Bilanzsumme. Das war aber nur ein schöner Nebeneffekt. Wir wurden aber stärker, weil wir dadurch Aktivitäten bündeln konnten. Jede unserer regionalen Sparkassenfilialen vor Ort kann nun ihren Kunden alles anbieten, was er braucht und sogar noch mehr. Als Universalbank betreiben wir alle Bankgeschäfte. Durch die zusätzliche Vermittlung von Lebensversicherungen, Bausparverträgen, Fördermitteln, Devisengeschäften, Immobilien usw. sind wir noch breiter aufgestellt. Diese Geschäfte orientieren sich konkret an den Bedürfnissen unserer Kunden. Darin unterscheiden wir uns gravierend von den Investmentbanken, deren System in der jetzigen Finanzkrise ja grundlegend gescheitert ist.

Was ist eine Investmentbank?
Das sind Spezialbanken. Ihre Hauptgeschäftstätigkeit ist der Handel mit Wertpapieren, die Unterstützung von Unternehmen bei Börsengängen und des Handels an den Finanzmärkten. Investmentbanken entstanden ursprünglich in den USA als Gegenstück zu den Geschäftsbanken, denen das Aufnehmen von Kundeneinlagen gestattet war, die aber einer schärferen Aufsicht unterlagen. Im Zuge der US-Bankenkrise haben die noch verbleibenden Investmentbanken auf ihren rechtlichen Sonderstatus verzichtet. In Deutschland gibt es für das Investmentbanking-Geschäft keine gesonderten Investmentbanken, sondern nur Universalbanken, die alle Bankgeschäfte betreiben.

Was unterscheidet Sparkassen von den anderen Banken?
Die Kreditinstitute in Deutschland teilen sich auf in Banken und Sparkassen. Nur Sparkassen dürfen die Bezeichnung „Sparkassen“ tragen, weil diese mit Abstand den größten Einlagensicherungsfond in Deutschland haben und besonders sicher in der Anlage ihrer Mittel sind. Sparkassen sind laut Sparkassengesetz auch „gemeinwohlorientiert“, d.h. wir sorgen für das Gemeinwohl in unserer Region.

Heißt das, hier regiert nicht der harte Bankenkapitalismus?
Selbstverständlich müssen auch wir Gewinn machen, denn sonst können wir die Personalkosten nicht bezahlen. Aber es gibt dabei sicher einen Unterschied zwischen Banken, die wegen ihrer Aktionäre hohe Gewinne machen müssen und uns, denn unsere Eigentümer sind die Städte Neuburg und Rain. Wir haben den öffentlichen Auftrag gemeinwohlorientiert so viel Gewinn zu machen, dass unser Eigenkapital gestärkt wird, um entsprechend Kredite ausgeben zu können. Aber diese bleiben in der Region.

Die weltweite Finanz- und Bankenkrise beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Wie schaut es momentan bei der Sparkasse ND-Rain aus?
Als Sparkasse geht es uns gut. Wenn Kunden nachfragen, wie sicher ihr Geld ist, kann ich nur sagen: Wir stehen natürlich nur für Einlagen bei unserer Bank. Unser Haftungsfond garantiert allen Anlegern zu 100 % die Rückzahlung dieser Einlagen. Wir können marktgerechte Zinsen bieten und wenn die Kunden sehen, dass sie bei uns eine gute Verzinsung auf Einlagen erhalten, bringen sie ihr Geld gerne in den „sicheren Hafen der Sparkasse“. Wir hatten im Oktober deshalb deutliche Mittelzuflüsse. Es bleibt abzuwarten, wie es weiter geht. Aber ich glaube, es wird im Moment gesamtwirtschaftlich alles getan, um das Bankensystem in Deutschland zu stützen. Hierbei geht es ja nicht darum, dass man einer einzelnen Bank helfen will, sondern dass man das gesamte System am Laufen hält. Und da bin ich auch sehr dafür.

Die Finanzkrise begann ja mit dem Platzen fauler Hypothekenkredite in den USA. Kann das der Sparkasse auch passieren?
In Deutschland haben wir im Gegensatz zu den USA besonders sichere Finanzierungen. Wenn wir Kredite z.B. für einen Hauskauf ausgeben, dann machen wir keine 100 %-Finanzierung, außer der Kunde hat eine besonders gute Bonität. Die Kreditwürdigkeit eines Kunden hängt ab vom Eigenkapital (= Vermögensteil, der nach Abzug sämtlicher Schulden bleibt), von seiner Liquidität (= Möglichkeit, sein Vermögen in Geld umzuwandeln), vom Anlagedeckungsgrad (Vergleich der Aktiv- und Passivseite einer Bilanz. Wie ist das Vermögen finanziert?) usw. Was man aber in Deutschland grundsätzlich nicht macht, dass man 110 % des Wertes eines Hauses finanziert. Und das ist in den USA regelmäßig passiert.

Bankgeschäfte, Lebensversicherungen, Immobilien. Wie viel Geld bewegt die Sparkasse eigentlich im Jahr?
Unsere Geschäftstätigkeit kann man nicht gut in Umsatzzahlen messen, da diese Summen sehr groß sind, aber sich ja nicht bilanzwirksam niederlegen. Banken orientieren sich deshalb an der Bilanzsumme. Da sehen wir, wie viele Kunden uns ihr Geld anvertrauen. Unsere Bilanzsumme beträgt derzeit 726 Millionen Euro.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt die Sparkasse Neuburg-Rain?
Im direkten Bankgeschäft arbeiten 210 Mitarbeiter. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen, das ausschließlich in unserer Region arbeitet, d.h. wir nehmen unser Geschäft aus der Region und unsere Ertragskraft kommt ausschließlich wieder unserer Region zugute. Ich möchte das mal so erklären: Die Gehälter, die wir unseren Mitarbeitern bezahlen, werden wieder in der Region ausgegeben. Von der Lohnsteuer erhalten die örtlichen Kommunen auch einen Teil. Unsere Investitionen werden von örtlichen Handwerkern und Betrieben ausgeführt; dieses Geld fließt also auch wieder in den örtlichen Wirtschaftskreislauf. Wir sind also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Region.

Nun möchten wir gerne etwas von Ihnen privat erfahren.
Ich bin gebürtiger Eichstätter, habe in der Sparkasse meine Ausbildung gemacht, war lange Jahre bei der Stadtsparkasse in München tätig und wechselte dann zur Sparkasse Eichstätt. Vor 10 Jahren wurde ich dann Vorstand bei der Stadtsparkasse Neuburg. Meine Arbeit hier macht mir viel Spaß. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, die Musik und Religion studiert.

Wie gefällt Ihnen Neuburg?
Neuburg ist eine tolle, weltoffene Stadt, hat kulturell viel zu bieten, was ich auch sehr genieße. Es sind nette Leute um mich herum. Es gibt tolle Institutionen und viele Privatinitiativen. Im Vergleich zu anderen Städten ist das in Neuburg besonders stark ausgeprägt. Auch das macht eine Stadt lebenswert. Es gibt so viele Vorzüge in Neuburg und auch gute Einkaufsmöglichkeiten. Wenn man in Neuburg jammert, dass man einen Kaufkraftrückgang hat, dann jammert man auf einem hohen Niveau. Aber ich gebe jedem Recht, der sich darüber Gedanken macht, wie man den guten Standort Neuburg erhält und weiter stärkt. Darum haben wir auch gerne bei der Stiftung „Zukunft Neuburg“ mitgemacht. Hier geht es um die kommunale, soziale und wirtschaftliche Entwicklung in der Residenzstadt.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Der Wohlstand unserer Region hängt von unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft ab. Wir möchten unseren Mittelstand, der hervorragende Leistungen erbringt und gerne als Handelspartner gesehen wird, auch ins Ausland begleiten. Unser Wirtschaftleben in Deutschland unterscheidet sich gravierend von dem in anderen Ländern. Wir haben ein einmaliges Steuerrecht in Deutschland und eine einmalige Rechtsstruktur, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. In vielen Ländern funktioniert das anders. Das wird dann unseren Mittelstandsunternehmen, wenn sie sich ins Ausland begeben, manchmal zum Verhängnis. Wir als Bank hätten die Instrumente, sie davor zu schützen.

Was wünschen Sie sich privat für die Zukunft?
Als erstes Gesundheit für mich und meine Familie. Und mehr Zeit, damit ich meinen Hobbys wie Holz hacken und Nordic Walking nachgehen oder öfters mal in Urlaub fahren kann.

Was wünschen Sie unseren Lesern?
Dass sie in der Finanzkrise die richtige Bank wählen – nämlich die Sparkasse! Dass unsere mittelständische Struktur weiterhin gut funktioniert, denn darauf ist unser Wohlstand aufgebaut. Wenn wir das schaffen, dann ist mir um unsere Zukunft überhaupt nicht bange. Ja und dann wünsche ich noch allen Lesern Wohlstand, die nötige Zeit diesen Wohlstand zu genießen und Glück.

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