Köpfe - Rudolph Nießner
Vorstands-Vorsitzender des Verkehrsvereins
Neuburg
In Verbindung gebracht wird der umtriebige Verwaltungsbeamte wohl
in erster Linie mit dem Schloßfest, bei dem er alle zwei Jahre als Marktvoigt
präsent ist. Doch das alleine ist eine zu knappe Titulation für einen
Mann, der auf vielen Hochzeiten tanzt und trotzdem durch Gelassenheit und Ruhe glänzt.
Vielleicht ist gerade dieser Umstand das Erfolgsrezept des Neuburgers. Denn wenn’s
eines braucht in der Ottheinrichstadt, dann sind es eben genau diese Tugenden...
Aufgaben über Aufgaben
Beruflich ist Nießner als Verwaltungsbeamter Geschäftsstellenleiter der
Verwaltungsgemeinschaft Neuburg und zuständig für die Gemeinden Bergheim
und Rohrenfels. ‘Hobbymäßig’ macht Mister Schloßfest
nach eigenen Angaben noch ‘ein paar Sachen’, wie z.B. Verkehrsverein,
Stadtrat, historischer Verein und... “eine Familie habe ich auch noch!” Auf
die Frage, ob nicht die Fülle der Aufgaben miteinander kollidieren, antwortet
Nießner knapp “Das ist alles eine Frage der Organisation. Das Wichtigste
ist, dass man eine brave Frau daheim hat, sprich’, dass einfach die Basis
stimmt - und bei uns Zuhause ist das so. Selbstverständlich wird’s manchmal
happig; insbesondere das Schloßfest ist mittlerweile zu einer Aufgabe herangewachsen,
die beinahe einen Hauptamtlichen bräuchte...! Ein Jahr ohne Schloßfest,
wie in 2004, ist für mich Erholung.”
Die Story mit dem Verkehrsverein...
“
Mein Engagement für das Neuburger Schloßfest begann 1985. Der damalige
Schloßfest-Mitorganisator Kapps sprach mich an, ob ich beim nächsten
Schloßfest-Markt mithelfen würde. Als dieser sich dann 1987 aus gesundheitlichen
Gründen von seinen Fest-Aktivitäten zurückzog, wurde ich zuerst als ‘Marktweibl’ eingesetzt
und hernach 1990 von Fritz Seebauer als Vorsitzender des Verkehrsvereins vorgeschlagen.
Nach der Zusammenstellung eines Komitees aus Teilen der alten Mannschaft und neuen
Leuten wurde ich dann zum Vorsitzenden gewählt, was bis heute bestand hat.”
Zur Zeit ‘Stadtführerausbildung’ mit Blick auf Landesausstellung
2005
Mit über 400 Stadtführungen pro Jahr werden lt. Nießner rund 50-60.000
Touristen über das kulturelle Angebot und kulturelle Einrichtungen in Neuburg
informiert. Die Tendenz ist nach Jahren des Rücklaufs und der Stagnation wieder
langsam ansteigend und wird natürlich durch die Eröffnung der neuen Gemäldegalerie
in 2005 einen sprunghaften Aufschwung erfahren.
“
Da der Verkehrsverein für die Stadtführungen in Neuburg zuständig
ist, werden derzeit 17 neue Stadtführer ausgebildet, wobei auch ich in den
Genuss einer solchen Ausbildung komme. Zielrichtung ist natürlich, für
das große Jubiläumsjahr 2005 genügend Stadtführer zur Verfügung
zu haben, um der auf uns zukommenden Nachfrage optimal gerecht werden zu können.
Insbesondere die Gemäldegalerie wird für die touristische Zukunft Neuburgs
eine der Hauptattraktionen darstellen. Den Besuchern hier mit Fachwissen und Sachkompetenz
zu begegnen muss unser erstes Anliegen sein. Diese Gemäldegalerie wird ein
ständiges Zweigmuseum der Staatsgalerie München in Neuburg und über
einen Fundus von ca. 90 Gemälden verfügen. Bilder von berühmten Kunstmalern
wie Rubens und van Dyke werden im Westflügel des Neuburger Schlosses ständig
zu sehen sein. Diese für Neuburg zweifellos wunderbare Geschichte ist der gemeinsamen
Anstrengung der Schlösserverwaltung, dem Landrat Dr. Richard Keßler in
Zusammenarbeit mit dem Baron von Redwitz sowie Bayerns Finanzminister Faltlhauser
zu verdanken. Letzterer hat speziell am Neuburger Schloss ‘einen Narren gefressen’ und
tut für Neuburg in Blickrichtung Landesausstellung sein Bestes! Man sieht es
vor allem an den kontinuierlich voranschreitenden Restaurierungsarbeiten im Neuburger
Schloss! Aber ich möchte nochmal zurückkommen auf die Stadtführungen.
Jeder Besucher Neuburgs ist überrascht, was unsere Stadt zu bieten hat. Denn
das kulturelle Angebot, die reiche Geschichte und die großen Anstrengungen
der Gegenwart sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wenn aber die Stadtführung
aufzeigt, welche Vielfalt und Fülle an Aktivitäten und Historie Neuburg
zu bieten hat, dann sieht man in allen Augen ungläubiges Staunen und überraschte
Gesichter. Es muss also in Zukunft darum gehen, diese Vielfalt und Fülle einem
größeren Publikum transparent zu machen - die Landesausstellung 2005
ist in dem Zuge genau die richtige Komponente. Der Zeitpunkt, der Ort und das Vorhaben
sind richtig gewählt!” Für 2005 scheint Neuburg’s Kulturleben
aus den Fugen zu geraten. Schloßfest, Landesausstellung, Gemäldegalerie
- alles gleichzeitig und Rudolph Nießner mittendrin. “Ja sicherlich,
da kommt alles geballt. Doch als Neuburger freut man sich darauf, dass die Heimatstadt
so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Und wenn man eine gute
Mannschaft hinter und neben sich weiß, dann werden die Vorhaben gelingen.
Der Erfolg liegt meistens in der Vorbereitung und die laufen bereits...”
Nießner und der historische Verein
“
Beim historischen Verein bin ich lediglich im Ausschuss und arbeite etwas mit in
der Schriftleitung, erstelle die Chronik für das Jahresblatt. Der historische
Verein richtet derzeit das Weveldhaus als historisches Museum ein. Mit 20-25.000
Exponaten verfügen wir natürlich über einen immensen Fundus, der
im Weveldhaus endlich eine Heimat bekommt. Allein das Schloßmuseum ist zu
zwei Drittel mit Leihgaben des historischen Vereins bestückt. Daran kann man
die Bedeutung dieses Vereins für das Kulturgut und dem damit zusammen hängenden
Bildungsauftrag für die Stadt ermessen. Für den historischen Verein Neuburgs
muss es derzeit vordergründig darum gehen nicht nur die finanziellen Mittel
baulicherseits, sondern eben auch Gelder für die Inneneinrichtung und Innengestaltung
des Weveldhauses flüssig zu machen bzw. zu bekommen.”
Ziel: Resonanz für Neuburg!
Alle Aktivitäten Nießners haben ein Ziel - Neuburg attraktiv zu gestalten
und den Besuchern ein umfang- und abwechslungsreiches Kulturangebot zu präsentieren
und anzubieten. Seine Bemühungen und Engagements zeigen dies klar auf. Der
Verkehrsverein kümmert sich um die großen Events, wie den Christkindlmarkt,
das Schloßfest oder die kontinuierlich stattfindenden Stadtführungen
samt Ausbildung der Stadtführer. Das Mitwirken im historischen Verein sieht
als mittelfristiges Ziel die Sanierung und die Einrichtung des Weveld-Hauses als
historisches Stadtmuseum unter der Federführung des Vorsitzenden Roland Thiele.
Die Funktion Nießners als Stadtrat seit 2002 hat zum Ziel, den kulturellen
Belangen der Stadt Gehör zu verschaffen oder das bestehende zu vertiefen und
auszubauen. Last not least ist das Engagement des Verkehrsvereins im Blick auf die
Landesausstellung 2005 herauszuheben - für Neuburg eine große Chance
zur Vor- und Darstellung der hochinteressanten Historie.