Weihnachtsglückwunschkarten Ausstellung in SOB
Vielleicht fragen Sie sich: Kann man mit Weihnachtsglückwunschkarten eine ganze Ausstellung bestreiten? Die Antwort: Man kann!
Und das, obwohl das Metier noch sehr jung ist. Gefühlsmäßig gab es Weihnachten und die dazugehörigen Glückwünsche schon immer! Dem ist jedoch nicht so. Die Weihnachtsglückwünsche wie wir sie kennen sind eine Erfindung des 19. Jahrhunderts, des späten 19. Jahrhunderts sogar.
Eine wahre Blüte erlebte die allgemeine Glückwunsch- und Ansichtskartenkultur um 1900, mit farbenprächtigen Lithographien, mit Flitter, Seidenapplikationen und kolorierten Fotos. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ die Begeisterung für die zum Teil entzückenden Druckwerke merklich nach, noch mehr nach dem Zweiten Weltkrieg. Man hielt die weihnachtlichen Glückwunschkarten vielfach für kitschig und „g’schert“; in manchen Augen konnten nur Szenen der klassischen Kunst mit Barockengeln und Düreraltären bestehen. Erst in den letzten Jahrzehnten erfreut man sich wieder mehr an aufwendig oder originell gestalteten Glückwünschen – allen Handys und Computern zum Trotz.
Die Geschichte der Weihnachtsglückwünsche, deren unterschiedliche Formen und Motive wird nun in der von der Historikerin Dr. Cornelia Oelwein gestalteten Ausstellung im Pflegschloss Schrobenhausen in einer faszinierenden Vielfalt gezeigt. Dort sind neben frühen Vorläufern vor allem die Fülle der Karten um 1900 und ihre Entwicklung bis in unsere Tage zu sehen.