So. Sep 26th, 2021

Eichstätt (upd) – Eigentlich zählt das Sinfonieorchester der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in voller Besetzung über 60 Musikerinnen und Musiker, die es gewohnt sind, vor großem Publikum zu spielen. Doch die Pandemie hat Ensembles dieser Größe in den letzten Monaten verstummen lassen.
Die positive Entwicklung der Infektionszahlen ließ es nun aber zu, dass das Sinfonieorchester in kleiner Besetzung mit knapp der Hälfte des Ensembles in der Aula der KU die Zuhörerinnen und Zuhörer begeistern konnte. Um den aktuellen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, traten die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Uwe Sochaczewsky an einem Tag zweimal auf, damit jeweils rund 100 Gäste in der Aula sowohl klassischen als auch zeitgenössischen Kompositionen folgen konnten. Auf dem Programm standen Stücke für kleine Besetzung von Mozart und Beethoven sowie von Bartók und Gershwin.

„Auch wenn uns das Musizieren mit Maske, Abständen und in kleiner Besetzung viel Gewöhnung und auch ein paar Nerven gekostet hat, ist es schön, dass wir wieder ein Konzertprojekt hinbekommen haben, am Ende sogar mit ein paar unserer externen Mitspielerinnen und Mitspieler“, resümiert Sochaczewsky. Vielleicht habe es sogar einen positiven Nebeneffekt gehabt, dass einige neue Mitglieder in der kleinen Besetzung gleich eine große Verantwortung hatten und daran vielleicht mehr gewachsen seien als versteckt unter 60 anderen Musikern.

Besonders bemerkenswert war der Beitrag des aus den USA stammenden Pianisten Morgan Zearott, der als Solist bei Ludwig van Beethovens Rondo in B-Dur WoO 6 für Klavier und Orchester in seinen Improvisationen einen Bogen von der Klassik bis zum Jazz spannte. Der 30-Jährige lebte und arbeitete im gesamten pazifischen Nordwesten der USA als freiberuflicher Pianist, Begleiter, Komponist, Arrangeur, Klaviertechniker-Lehrling, vor allem aber als Musiklehrer. Trotzdem entschied er sich, für ein Stipendium an die Washington State University zu gehen. Dort erweiterte Zearott seinen Horizont durch intensives Studium des Tastenrepertoires der letzten vier Jahrhunderte, einschließlich Cembalo und Orgel. Zusätzlich studierte er Jazz bei einem Grammy-prämierten Keyboarder und Arrangeur.

„Die Ressourcen und die Gemeinschaft an der WSU boten Zearott viele großartige Entwicklungsmöglichkeiten. Aber als er sich entschied, ein Jahr im Ausland zu studieren, entdeckte er Eichstätt und verliebte sich. Morgan plant, sein Studium hier an der KU zu beenden und hofft dann, in der Wissenschaft weiterzumachen und seine europäische Karriere weiter südlich oder wo immer der Wind ihn hinführen mag, aufzubauen“, schildert Uwe Sochaczewsky.

Ihm und dem Ensemble sei es ein Anliegen gewesen, als finanziell von der Pandemie nicht Betroffene einen kleinen Beitrag zur Unterstützung von Berufsmusikerin zu leisten. Die beiden Konzerte, zu denen der Eintritt frei war, boten deshalb gleichzeitig den Anlass, um Spenden für die Musikernothilfe zu sammeln. Der Erlös des Benefizkonzertes spricht für das Publikum und dessen Bewusstsein für die Bedeutung von Kultur und Musik: Trotz der zwangsweise reduzierten Zahl an Zuhörinnen und Zuhörern kamen bei den zwei Konzerten über 1200 Euro an Spenden zusammen. – Katja Ossiander, KU Eichstätt-Ingolstadt

 

Bildinformation: In voller Besetzung zählt das Sinfonieorchester der KU über 60 Mitwirkende. Für die beiden Benefizkonzerte, die vor maximal 100 Zuhörerinnen und Zuhörern stattfanden, trat das Ensemble in kleiner Besetzung auf. (Foto: Klenk/upd)

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