Di. Mai 17th, 2022

Die Menschen in Deutschlands Norden stehen vor einer stürmischen Nacht. Behörden warnen vor Orkanböen und einer schweren Sturmflut an der Nordseeküste. Dutzende Züge fallen aus.

Stresstest für Küstenbewohner und Bahnkunden: Schon am Nachmittag waren im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein etliche Züge ausgefallen, weil Sturmtief „Nadja“ Bäume auf die Gleisanlagen geworfen hatte.

Am Abend hat die Deutsche Bahn auch den Fernverkehr im Raum Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen vollständig eingestellt, wie der Konzern auf Twitter mitteilte. Später hieß es jedoch, dass einige Strecken zumindest eingleisig wieder befahrbar seien.

Die Komplettsperre habe 50 Minuten gedauert, sagte ein Bahn-Sprecher. Es komme weiter zu Beeinträchtigungen insbesondere auf den ICE-Strecken zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Berlin. Reisende und Pendler sollten sich vor Fahrtantritt über die Webseite, die App oder telefonisch informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt. Aktuelle Informationen bietet die Deutsche Bahn hier.

Orkanböen und Windstärke zwölf an der Küste
Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, verstärken sich die Winde im Laufe des Abends weiter und können an den Küsten Niedersachsens Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometer pro Stunde erreichen. Vereinzelt seien in Schleswig-Holstein und an exponierten Abschnitten der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern auch Orkanböen der Windstärke zwölf mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen.

Warnung für Nordseeküste
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat seine Sturmflut-Warnung verschärft. Für die deutsche Nordseeküste bestehe nun die Gefahr einer schweren Sturmflut, teilte das BSH am Samstagabend mit. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet könnten zweieinhalb bis drei Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr erreicht werden. Auch für Ost- und Nordfriesland bestehe den Angaben nach eine Warnung vor einer schweren Sturmflut.

Auch in Bayern ist es teils stürmisch
In Bayern lockt am Sonntag ein Mix aus Sonne und Wolken, die Temperaturen liegen zwischen vier und acht Grad, es bleibt allerdings sehr windig, wie BR-Meteorologe Michael Sachweh betont. Am Montag und Dienstag wehen laut dem Experten stürmische Winde, über einigen Gipfeln seien sogar Orkanböen zu erwarten.

Im Flachland erwartet Sachweh „richtiges Schmuddelwetter“ mit Wolken, Wind, Nassschnee und Regen. In den Bergen soll es stark schneien. So könnten in den Hochlagen des Bayerischen Waldes bis zu 40 Zentimeter Neuschnee fallen, in den Alpen bis zu einem Meter. Spätestens ab Dienstag drohe dann starke Lawinengefahr, so Sachweh. – BR

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