Sa. Mai 21st, 2022

Rennertshofens Familienbetrieb feiert einen runden Geburtstag
Hört man Juliane Gebert zu, wie sie die Geschichte ihres Familienunternehmens erzählt, kann man nur fasziniert darüber sein, wie sehr sich das Leben und Arbeiten in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Eines ist aber in all den Jahren gleichgeblieben: Der Enthusiasmus der Familie Fischer/Gebert für Bekleidung und ihre intensive Nähe zur Kundschaft.

Die Anfänge des Familienunternehmens
Den Grundstein für das heutige Bekleidungshaus legte Theo Fischer, ein Kriegsheimkehrer, im Jahr 1952 gemeinsam mit seiner Frau Rosa. Mit der Nähmaschine von Mutter Fischer machte sich das Paar in Theos Elternhaus selbstständig, im Jahr 1954 hatten sie bereits ihre eigene Schneiderei inklusive einem Verkauf von Fertigkleidung.
Nicht nur war das Schneiderhandwerk damals noch viel bedeutender als heute, wo Massenproduktion im Ausland die Bekleidungsindustrie dominiert, auch die Kundenbetreuung war damals noch viel intensiver, schließlich wurde vieles direkt nach Maß angefertigt. Kleidung, die die Fischers nicht selbst nähten, wurde per Fahrrad von der Neuburger Goldix geholt.

Lange Zeit war das Bekleidungshaus vor allem auf Herren- und Jungenmode spezialisiert. Als dann Theo und Rosas Tochter Juliane, welche bis heute das Familienunternehmen leitet, ihre Meisterprüfung im Schneiderhandwerk abgelegt und Industrieerfahrungen bei Goldix gesammelt hatte, eroberte auch die Damenmode immer mehr das Sortiment. Seit 1986 leitet Juliane Gebert das von ihren Eltern gegründete Familienunternehmen.

Das Bekleidungshaus Fischer heute
Das herzliche Verhältnis zu ihrer treuen Kundschaft ist für Juliane Gebert das, was der gelernten Schneiderin und Geschäftsführerin heute am wichtigsten ist. Sie berät ihre Kundinnen und Kunden sehr gerne und setzt dabei auf Aufrichtigkeit: „Man darf den Leuten nichts aufdrängen. Es muss wirklich passen. Wenn Leute merken, dass sie ehrlich beraten werden, fühlen sie sich wohl. Und wenn sie diesmal nichts kaufen, kaufen sie eben beim nächsten Mal etwas.“
Dass ihre Kundschaft wirklich emotional am Bekleidungshaus Fischer hängt, bemerkt Frau Gebert insbesondere in letzter Zeit in der Coronakrise: Die Leute entschuldigen sich sogar, dass sie zur Zeit so wenig kaufen, weil es zu wenige Gelegenheiten gibt, schöne Kleidung auszuführen.
Das Bekleidungshaus ist heute hauptsächlich auf den Verkauf von Kleidung deutscher Firmen spezialisiert. Angefertigt wird, abgesehen von Spezialkleidung zum Beispiel für den Faschingsprinzen, kaum noch etwas. Anpassungen nehmen die Fischer-Schneiderinnen aber immer wieder mal vor. Frau Gebert ist ohnehin der Meinung, das Schneiderhandwerk sei hierzulande weitgehend verloren, Ausbildungsstätten für Schneider gibt es so gut wie nicht mehr, und die Tätigkeit des Industrieschneiders sei mit dem traditionellen Schneider kaum vergleichbar.

Herzlichen Glückwunsch an den „Oma-Betrieb“ Fischer
Juliane Gebert fühlt sich wohl in ihrem Betrieb, den sie liebevoll als „Oma-Betrieb“ bezeichnet. Selbst die jüngste Mitarbeiterin sei kürzlich – als Letzte von allen – Oma geworden. Die „Omas“ halten zusammen, pflegen ein freundschaftliches und vertrautes Miteinander und das einzige, was sich die Geschäftsführerin für die Zukunft wünscht, ist Gesundheit für sich, ihr gesamtes Team und dass sie alle weiterhin so viel Spaß und Freude am Geschäft haben. Und natürlich eine zufriedene und glückliche Kundschaft. Wir wünschen Frau Gebert und ihrem Team, dass ihre bescheidenen Wünsche in Erfüllung gehen und gratulieren dem Rennertshofener Bekleidungshaus Fischer zum 70-Jährigen Jubiläum! – brennessel Magazin

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