Sa. Jul 13th, 2024

Stellvertretende Landrätin Sabine Schneider dankt engagierten LandwirtenNeuburg – Sie verschieben die Mahd, mähen erst mal nur einen Teil ihrer Fläche und stimmen sich obendrein bei jedem Schritt mit den Fachleuten ab: Für diesen Einsatz zum Schutz bedrohter Wiesenbrüterarten sind 15 Landwirtinnen und Landwirte aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen nun von der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) ausgezeichnet worden.

Der Ort für die Dankveranstaltung hätte kaum passender gewählt werden können. Auf den ausgedehnten Flächen zwischen Langenmosen und Ludwigsmoos trafen sich die Beteiligten des Wiesenbrüterschutz-Projekts im Landkreis und einige engagierte Landwirte, um die Saison Revue passieren zu lassen. Diese Gegend ist beim Großen Brachvogel und beim Kiebitz, aber auch bei durchziehenden Arten wie Braunkehlchen, Bekassine, Goldregenpfeifer und Kampfläufer äußerst beliebt. Weitere Reviere finden sich auch bei Waidhofen und Lichtenheim.

Ohne die Landwirte, die bei ihrer Arbeit Rücksicht auf die zum Teil vom Aussterben bedrohten Arten nehmen, hätten die Tiere allerdings kaum eine
Chance, wie die stellvertretende Landrätin Sabine Schneider betonte. Ihr Dank galt daher nicht nur den Projektmitarbeitern Marie Heuberger und Vera Mutz vom LBV sowie Jan Tenner von der Unteren Naturschutzbehörde sondern auch den Bewirtschaftern der Fläche. „Sie sind die tragende Säule im
Wiesenbrüterschutz“, so Sabine Schneider, die nicht verschwieg, dass eine Verschiebung des Mahd-Zeitpunkts nicht immer einfach umzusetzen sei. Das
bestätigten auch drei anwesende Landwirte.

„Es geht nur im Miteinander und das wird immer besser“, erklärte Jan Tenner, der sich vor allem über die personelle Verstärkung mit nun zwei Stellen beim LBV freute. Das Engagement der Expertinnen kam auch bei den Landwirten gut an, wie sich im Gespräch zeigte. Beide hatten sich demnach immer die Zeit für die Belange der Bewirtschafter genommen und auch kurzfristig reagiert. Der Dank der Fachleute galt auch dem Donaumoos-Zweckverband, der mit
seinen Flächen sowie mit weiteren Tauschverfahren das Areal für einen Schutzzaun bei Langenmosen deutlich vergrößert hat – auf nun elf Hektar. Auf
diese Weise ist ein Brutgebiet entstanden, in dem der Nachwuchs von Brachvogel und Co. vor Feinden am Boden geschützt ist. „Es freut mich, dass
es geklappt hat“, betonte Verbandsgeschäftsführer Michael Hafner, der in der Gegend eine wichtige Fläche für die Natur sieht. Dazu zählt auch die
Moorversuchsfläche bei Lampertshofen, die heuer vor allem bei Kiebitzen sehr beliebt war.

Insgesamt gibt es im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen aktuell 5.500 Hektar amtlich kartiere Wiesenbrütergebiete. Wie viele Küken in diesem Bereich
überlebt haben, lässt sich nicht exakt sagen. Laut Vera Mutz war der Erfolg beim Kiebitz definitiv sichtbar, wenn auch nicht messbar. Beim Großen
Brachvogel lässt es sich dank der Besenderung einiger Küken genauer sagen. 13 Gelege wurden durch die Leute vom LBV gefunden und durch ehrenamtliche Helfer mit einem Gelegeschutzzaun gesichert. Daraus haben bisher zwei Jungtiere überlebt. „Das ist besser als im vergangenen Jahr, aber noch nicht so gut, dass es bestandserhaltend wäre“, so Marie Heuberger. Dazu müsste etwa jedes zweite Küken durchkommen. Ein Ziel, das LBV und Naturschutzbehörde gemeinsam mit den Landwirten wieder angehen. – Sabine Gooss, Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen.

 

Bildunterschrift: Sie arbeiten Hand in Hand für den Artenschutz: Vera Mutz (l.) und Marie Heuberger
(2.v.l.) vom LBV, stellvertretende Landrätin Sabine Schneider (4.v.l.), Michael Hafner
(2.v.r.), Geschäftsführer vom Donaumoos-Zweckverband, Jan Tenner (r.) von der
Unteren Naturschutzbehörde sowie Landwirte aus dem Schutzgebiet.

Foto: Stefan Janda/ Donaumoos-Zweckverband

Kommentar verfassen