Mi. Jun 12th, 2024

Holetschek setzt sich für Beschleunigung der Anerkennungsverfahren für ausländische Arztabschlüsse ein – Bayerns Gesundheitsminister beriet mit der Landesärztekammer und den Regierungen von Oberbayern und Unterfranken über mögliche Maßnahmen

München – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek treibt die Beschleunigung der Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Arztabschlüsse weiter voran. Holetschek beriet am Mittwoch in einer Videokonferenz mit Vertretern der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) sowie den Regierungen von Oberbayern und Unterfranken über mögliche Maßnahmen. Anschließend betonte der Minister: „Wir waren uns heute alle einig, dass die Anerkennungsverfahren für ausländische Arztabschlüsse hierzulande deutlich beschleunigt werden müssen. Deshalb haben wir bereits verschiedene Stellschrauben für das weitere Vorgehen benannt. Auf dieser Basis wird das Gesundheitsministerium jetzt gemeinsam mit den Regierungen von Oberbayern und Unterfranken, der BLÄK und dem Bayerischen Wissenschaftsministerium konkrete Vorschläge erarbeiten.“

Der Minister fügte hinzu: „Die Anerkennungsverfahren wurden bereits zentralisiert. So sind seit Oktober 1999 dafür ausschließlich die Regierungen von Oberbayern und Unterfranken zuständig – bei Anträgen mit Ausbildung in einem Drittstaat ist dies nur die Regierung von Oberbayern. Darüber hinaus soll die Antragstellung künftig digitalisiert und online ermöglicht werden. Nicht zuletzt können aber die Antragsteller selbst zur Beschleunigung beitragen, indem sie die notwendigen Unterlagen vollständig, in der erforderlichen Form und rechtzeitig übermitteln. Dann können die notwendigen Verfahren eingeleitet werden.“

Holetschek unterstrich: „Auch auf Bundesebene setzt sich Bayern in enger Abstimmung mit den anderen Ländern intensiv für eine schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Ärztinnen und Ärzten ein. Wir fordern die Bundesregierung auf, in den Berufsgesetzen generell die Möglichkeit eines Verzichts auf die dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung zu verankern. Dies würde das Verfahren verkürzen und den Antragstellern Kosten ersparen, da sogleich die Kenntnisprüfung abgelegt werden könnte.“

Holetschek ergänzte: „Auf Initiative Bayerns wurden in der 93. Sitzung der Arbeitsgruppe ‚Berufe des Gesundheitswesens‘ der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden Ende Januar Maßnahmen zur Beschleunigung der Verfahren zur Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen im Bereich der Gesundheitsberufe erörtert, insbesondere der Abschlüsse von Ärztinnen und Ärzten sowie von Pflegefachkräften.“

Der Minister erläuterte: „Im Gesundheitsbereich haben wir in ganz Deutschland und auch in Bayern mit einem zunehmenden Fachkräftemangel zu kämpfen. Leider fehlen auch immer mehr Ärztinnen und Ärzte. Um diesen Mangel zu bewältigen, müssen wir vermehrt auch Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland gewinnen. Dafür brauchen wir eine zügige Durchführung der Anerkennungsverfahren durch die zuständigen Behörden, eine Mitwirkung der Antragstellerinnen und Antragsteller sowie endlich die geforderten Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben durch den Bund.“ – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

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