Fr. Feb 3rd, 2023
Ausenminister

Vor ihrer Abreise nach Nigeria erklärte Außenministerin Annalena Baerbock heute (08.12.2022):

Berlin – Heute gehen wir einen Schritt, der längst überfällig war: Wir bringen zwanzig Benin Bronzen aus deutschen Museen dorthin zurück, wo sie hingehören, in ihre Heimat. Das wird nicht alle Wunden der Vergangenheit heilen. Aber gemeinsam mit den Bundesländern, Städten und Museen zeigen wir, dass Deutschland es ernst meint mit der Aufarbeitung seiner dunklen Kolonialgeschichte. Auch in dem wir den betroffenen Ländern einen Teil ihrer Geschichte zurückgeben und so ermöglichen, dass Schulkinder, Wissenschaftlerinnen und die breite Bevölkerung diese geraubten Kunstschätze endlich im eigenen Land erfahren können und nicht mehr nur aus der Ferne, in Büchern und dem Internet.

Diese Aufarbeitung kolonialen Unrechts schlägt auch ein neues Kapitel vertiefter Kooperation mit Nigeria auf. Nigeria ist mit seinen über 210 Millionen Menschen die größte Demokratie Afrikas. Und eine Stimme, die international Gewicht hat – nicht nur als Sitzstaat der Regionalorganisation ECOWAS und tragende Säule der Afrikanischen Union, sondern auch als wichtiger Truppensteller in UN-Friedensmissionen. Wir wollen mit diesem wichtigen Partner noch enger zusammenarbeiten, insbesondere bei der größten globalen Herausforderung, der Eindämmung der Klimakrise. Zurzeit ist Nigeria noch großer CO2-Emittent und Exporteur fossiler Brennstoffe. Umso wichtiger sind die Pläne der Regierung für eine Energietransition.

Vor knapp zehn Jahren zerrissen uns die Bilder der von Boko Haram entführten Schulmädchen das Herz. Die Aufnahmen der verzweifelten Eltern, die die „Bring back our girls“-Schilder hochhielten, haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. Die Menschen in Nigeria haben unfassbar unter dem islamistischen Terror gelitten – Terror, der nun wieder von Norden aus der Sahelregion droht und der die ohnehin fragile Sicherheitslage verschärft. Dass sich seit dem letzten Jahr etwa 100.000 Boko Haram Kämpfer und Unterstützer ergeben haben, gibt Hoffnung. Hoffnung darauf, dass eine inklusive, demokratische Gesellschaft es schaffen kann, soziale und politische Abwehrkräfte gegen Terrorismus aufzubauen. Insbesondere, wenn man die Bevölkerung vor Ort aktiv einbindet. Deutschland steht dabei an der Seite Nigerias und der anderen Küstenstaaten Westafrikas. Sie können sich darauf verlassen, dass wir uns auch in Zukunft engagieren werden – mit humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und mit Projekten, die helfen, den Menschen eine Perspektive auf wirtschaftliche Entwicklung und ein Leben in Sicherheit zu geben. – Auswärtiges Amt

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