So. Mrz 3rd, 2024

München – Die Bayern-Auswertung der Jahresend-Umfrage des Verbands Der Mittelstand. BVMW von Dezember 2023 zeichnet ein ernüchterndes Bild zur Lage der Unternehmerinnen und Unternehmer im Freistaat.

Achim von Michel, Politikbeauftragter im Verband der Mittelstand. BVMW in Bayern kommentiert: „Die Ergebnisse machen deutlich, dass das dicke Ende erst noch bevorsteht. 2023 konnten die Unternehmen noch irgendwie abfedern, jetzt aber geht es massiv ans Eingemachte. Die Pläne der zukunftsorientierten Mittelstandsunternehmen in Bayern sind zwar weiterhin auf Wachstum ausgelegt, aber die wirtschaftliche Gesamtlage und der Fachkräftemangel werden ihnen wahrscheinlich einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Dem entsprechend wird die aktuelle Regierungspolitik vernichtend bewertet, denn sie läuft unternehmerischen Interessen direkt zuwider.“

Katastrophales Zeugnis für die Ampel
Klar ist, dass die Arbeit der gegenwärtigen Bundesregierung vom Mittelstand auch in Bayern vernichtend bewertet wird. 72 Prozent der Befragten geben der aktuellen Bundesregierung die Schulnote fünf oder sechs. Dieser Wert entspricht der bundesweiten Auswertung exakt. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die SPD in Bayern einen Stimmenanteil von zwei Prozent, und damit nochmal ein Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Bündnis90 / Die Grünen kämen auf 11 Prozent, die FDP auf 15 Prozent. Die CSU könnte hingegen mit einem Wert von 55 Prozent die absolute Mehrheit für sich beanspruchen. Die AfD, in der letzten bayerischen Landtagswahl mit 14,6 Prozent vertreten, käme in dieser Umfrage nur auf neun Prozent.

Geschäftslage 2023 noch überwiegend gut
Aber es gibt auch positive Ergebnisse zu vermelden: So beurteilten im Dezember immerhin noch fast 40 Prozent der Befragten die aktuelle wirtschaftliche Lage als „gut“ oder „sehr gut“. 45 Prozent geben an, dass ihr Umsatz im vergangenen Jahr gestiegen ist. Dem entsprechend plant rund ein Viertel der Befragten, das Investitionsvolumen im laufenden Jahr steigern zu wollen, knapp die Hälfte der Unternehmen beurteilt die aktuelle Finanzlage als „gut“ oder „sehr gut“.

Pessimistischer Blick in die Zukunft
Die Zukunftsaussichten werden allerdings gleichzeitig alles andere als rosig eingestuft: Rund 85 Prozent der Befragten erwarten einen Abschwung oder sogar eine Tiefphase, das ist eine etwas pessimistischere Einschätzung als im Bundestrend. 66 Prozent der Befragten schätzen ihre Geschäftslage in den kommenden 12 Monaten ungünstiger ein. Fast die Hälfte der Unternehmen geht von weiter steigenden Erzeugerpreisen aus. Damit in Zusammenhang sind natürlich die Energiekosten zu bringen, die für über die Hälfte der Unternehmen bereits zwischen 10 und 50 Prozent gestiegen sind. Fast drei Prozent geben gar eine Steigerung von über 100 Prozent an. Als Bedrohung für den Fortbestand sieht das weiterhin jedes fünfte Unternehmen.

Fachkräftemangel bedroht das Wachstum
Die wichtigsten notwendigen Maßnahmen sind für die bayerischen Unternehmen die Reduzierung der Stromsteuer auf ein europarechtliches Mindestmaß auch für Privathaushalte (71 Prozent), gefolgt vom Ausbau der erneuerbaren Energien (48 Prozent) und der Reduzierung des nationalen CO2-Preises (40 Prozent). Rund ein Drittel der Unternehmen plant, in 2024 seine Belegschaft aufzustocken, allerdings geben gleichzeitig über 80 Prozent der Befragten an, dass ihnen das wohl nur teilweise oder gar nicht gelingen wird. Weniger als die Hälfte der Unternehmen (44 Prozent) geht davon aus, die offenen Ausbildungsstellen komplett besetzen zu können. Dementsprechend sprechen sich 84 Prozent für eine erleichterte Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen als dringend notwendige Maßnahme aus. Auch die überbordende Bürokratie wird von über 70 Prozent der Befragten als Hemmnis genannt. – Achim von Michel, Landesbeauftragter Politik Bayern, Pressesprecher Bayern & Baden-Württemberg

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