So. Jul 14th, 2024

Alteglofsheim – Weitere Preisträger*innen sind das SUMMER BREEZE Open Air, das Kulturzentrum E-Werk und What If – Projektbüro für nachhaltige Kultur

Am Dienstag entschied eine 27-köpfige Jury im Bayerischen Landtag über die fünf Preisträger*innen vom Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy) seit 1991 verliehenen Bayerischen Popkulturpreis. In der Kategorie Pop-Raute erhält der seit Jahren engagierte Szeneförderer und leidenschaftliche Konzertveranstalter Olli Zilk den Preis. In den Kategorien Soziale und Ökologische Nachhaltigkeit bekommen das Netzwerk musicBYwomen* und What If, das Projektbüro für nachhaltige Kultur den Popkulturpreis. Der Preis für das Festival des Jahres geht an das SUMMER BREEZE Open Air in Dinkelsbühl und zum Club des Jahres wurde das Kulturzentrum E-Werk gekürt. Alle Preise sind mit jeweils 2.000 € dotiert und werden finanziert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (Pop-Raute, Ökologische Nachhaltigkeit und Soziale Nachhaltigkeit), München Ticket GmbH (Festival des Jahres) und fritz-kola (Club des Jahres). Die Preisverleihung erfolgt am 23. November 2023 um 16:00 Uhr im Feierwerk München durch den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume.

Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller freute sich, dass Olli Zilk mit der Pop-Raute ausgezeichnet wird und betont: „Mit seinem Engagement leistet Zilk einen Beitrag dazu, dass die Kultur im ländlichen Raum weiter wächst und dieser nicht noch weiter abgehängt wird. Zilk veranstaltet bis zu 180 Konzerte pro Jahr. Ihm gelinge es mit seinen Konzerten unterschiedlichste Menschen anzusprechen und für Musik zu begeistern. Damit leistet er einen Beitrag zum guten Miteinander in unserer Gesellschaft.“ Ebenso schlug der Popularmusikbeauftragter Säm Wagner Olli Zilk für seinen unermüdlichen Einsatz für die freie Kulturszene und sein Engagement vor: „Olli Zilk widmet sein gesamtes Leben der Popkultur und schafft dabei ein außergewöhnliches, spannendes und stets weltoffenes Kulturprogramm für die ländliche Region. […] Mittlerweile hat Zilk bereits rund 1000 Konzerte organisiert. Musiker*innen aus mehr als 50 verschiedenen Ländern holte er in den Bayerwald.“

In der Kategorie Soziale Nachhaltigkeit entschied sich die Jury mit großer Mehrheit für das überwiegend ehrenamtlich organisierte Netzwerk musicBYwomen*, dass sich um die Sichtbarmachung von FLINTA+ in der bayerischen Musiklandschaft einsetzt. Von Geschlechtergerechtigkeit ist auch die bayerische Musikbranche immer noch weit entfernt und das Netzwerk reagiert mit Konzerten, Podiumsdiskussionen und regelmäßigen, örtlichen Austauschtreffen auf die Problematik, hob die Jury hervor. Andy Olschar hatte das Netzwerk vorgeschlagen und wies in der Nominierung auch daraufhin: „Studien zeigen, dass weiblich gelesene Personen stark unterrepräsentiert sind. Und nicht nur auf der Bühne, auch in den anderen Bereichen der Musikbranche. Das Netzwerk musicBYwomen* setzt sich dafür ein, hieran etwas zu verändern und Musikerinnen* und Frauen* in der Musikbranche zu unterstützen.“

In der Kategorie Club des Jahres gewinnt das Kulturzentrum E-Werk in Erlangen den Preis. Der Musiker und Vorschlagende Torsten Goods beschrieb in der Nominierung seine persönlichen Erfahrungen: „Das E-Werk ist für mich als Künstler aus Erlangen eine der wichtigsten Institutionen meiner Karriere. Für mich als jugendlichen 14-Jährigen war es die erste Anlaufstelle. Schon 1995 war ich jede Woche mehrmals im Jugendclub.“ Weiter erklärt er: „Wichtig ist nicht nur, dass das E-Werk für Jugendliche in Erlangen eine Anlaufstelle ist und war und auch junge Bands und Künstler aus der Region fördert, es bietet auch einen zentralen Ort für Kultur aller Art in Erlangen, wo man Gleichgesinnte trifft.“

Auf Vorschlag der Landtagsabgeordneten Sanne Kurz erhält das Projektbüro What If aus München den Preis in der Kategorie Ökologische Nachhaltigkeit. Die Preisträger*innen entwickeln Nachhaltigkeitsstrategien für Kulturinstitutionen und unterstützen diese beim notwendigen Transformationsprozess. Kurz hebt hervor: „What if ist ein sehr kompetenter Ansprechpartner für bayerische (Pop)Kulturinstitutionen und Initiativen und füllt eine wichtige Lücke: denn der Wunsch nach Wissen und Beratung im Bereich Nachhaltigkeitstransformation im Popkulturbereich ist groß, kompetente Ansprechpartner*innen und Expert*innen gibt es nur wenige.“

Festival des Jahres wurde das SUMMER BREEZE Open Air aus Dinkelsbühl. In ihrer Entscheidung lobte die Jury unter anderem das durchdachte Müllentsorgungskonzept, das 25-köpfige Awarenessteam und das Engagement für mehr Barrierefreiheit. Das SUMMER BREEZE zählt mit ca. 40.000 Besucher*innen (Stand 2019) zu einem der größten unabhängigen Festivals in Deutschland. Darüber hinaus unterstützt das SUMMER BREEZE Festival andere Veranstaltende unter anderem durch Knowhowtransfer und Leihe von Equipment. Das ist, so das Gremium, vorbildlich und sehr unterstützenswert.

Als Juroren fungierten aus der Politik die Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Oetzinger (CSU), Kerstin Radler (Freie Wähler), Sanne Kurz (B’90/Grüne), Volkmar Halbleib (SPD) und Christoph Skutella (FDP). Die Medien vertraten Edi van Beek (Musikchef BAYERN 3), Thomas Moser (ROCK ANTENNE), Dietmar Schwenger (MUSIKWOCHE), die freie Journalistin Michaela S. Pollock und Michael Zirnstein (Süddeutsche Zeitung). Die Stimmen aus dem Musikbusiness kamen von Luisa Albrecht (corner.company), Madeleine Söltl und Elnaz Amiraslani (Initiative Barrierefrei Feiern), Jakob Döring (Feierwerk Fachstelle Pop München), Claudia Appel (Beastie Butterfly), Maria Trump (Büro für Popkultur Augsburg), Stephan Rusch (München Ticket GmbH), Benjamin Kindler (fritz-kola), Andreas Jäger (Popularmusikberater Bezirk Mittelfranken), Oliver Alexander (41065 Musikverlag), Antje Zelnitschek (F.A.M.E. Recordings), Axel Ballreich (LiveKomm Deutschland / Concertbüro Franken), Alba Wilcczek (BR Kultur, DJ), Goar Biesenkamp (Unicade Music), Nicole Zwicknagel (musicBYwomen*) sowie Bernd Strieder und Alisa Weixelbaum vom VPBy. Insgesamt wurden 40 Vorschläge für alle fünf Kategorien eingereicht, aus der die Jury auswählen durfte. – Alisa Weixelbaum, Verband für Bayerischer Popkulturpreis an Olli Zilk und musicBYwomen* eV

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