Sa. Jun 22nd, 2024

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zieht erste Zwischenbilanz: Konsequente Kontrollen zwingend notwendig – Zahlreiche schwere Verstöße festgestellt – Einsatz modernster Kontrolltechnik

München – Die Bayerische Polizei kontrolliert im Mai 2023 landesweit verstärkt den Schwerverkehr. Eingebettet in den Kontrollmonat ist eine Schwerverkehrskontrollaktion des europäischen Verkehrspolizei-Netzwerks ‚ROADPOL‘, die vom 8. bis zum 14. Mai stattgefunden hat.
An einer Kontrollstelle auf der BAB9 bei Göggelsbuch hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gemeinsam mit Schwerverkehrsexperten der Polizei die verstärkten Lkw- und Buskontrollen vorgestellt und eine erste Zwischenbilanz gezogen. „Konsequente Schwerverkehrskontrollen sind leider zwingend notwendig“, erklärte Herrmann. „Immer wieder gehen Lkw-Fahrer ins Netz, die eklatant gegen die Vorschriften verstoßen und damit sich und andere gefährden.“ Die konkrete Abschlussbilanz zu den verstärkten Schwerverkehrskontrollen werde Anfang Juni gezogen.

Laut Herrmann setzt die Bayerische Polizei bei den Schwerverkehrskontrollen auf modernste Kontrolltechnik und Innovationen: „Seit August 2022 erproben wir beim Polizeipräsidium Oberfranken ein mit einer speziellen Detektionstechnik ausgestattetes Kontrollfahrzeug, Kostenpunkt 326.000 Euro.“ Wie der Innenminister erläuterte, kann das Fahrzeug während der Fahrt aus der Ferne den digitalen Fahrtenschreiber anderer Lkw auslesen, die Maße überprüfen und die Temperatur im Bereich der Achsen anzeigen. Von Mitte November 2022 bis einschließlich März 2023 wurden damit mehr als 2.000 Kraftfahrzeuge überprüft und rund 100 davon aufgrund von Verstößen angehalten. „Zusätzlich erproben wir bei den Verkehrspolizeidienststellen in Feucht, Hof und München eine mobile Detektionstechnik, die mit einem Stativ oder direkt auf dem fahrenden Polizeifahrzeug eingesetzt werden kann“, ergänzte Herrmann. „Damit können unsere Schwerverkehrsexperten Daten wie die aktuell gefahrene Geschwindigkeit, ob eine gültige Fahrerkarte gesteckt ist oder Manipulationsversuche des Tachografen aus der Ferne auslesen.“

Nachfolgend einige Beispiele festgestellter Verstöße im Rahmen der aktuell laufenden Schwerverkehrskontrollen:

– Am 10. Mai wurde auf der BAB73 bei Coburg ein österreichischer Holztransporter aufgehalten, der mit einem Gewicht von 53 Tonnen massiv überladen war. Aufgrund der hohen Unfallgefahren haben die Polizisten dem Fahrer die Weiterfahrt untersagt.
– Auf der Rastanlage Fränkische Schweiz an­ der BAB9 kontrollierten am 10. Mai Polizisten einen Sattelzug vor der Abfahrt. Der Fahrer hatte vormittags um kurz nach 10 Uhr eine Atemalkohol-Konzentration von 2,32 Promille, war also sturzbetrunken. Selbstverständlich durfte der Lkw-Fahrer die Fahrt zunächst nicht mehr antreten.
– Am 4. Mai wurde auf der BAB6 auf Höhe Schmidgaden ein aus Tschechien stammender Gefahrgut-Lkw kontrolliert, der Feuerwerkskörper mit einer Nettoexplosivstoffmasse von etwa 1.500 Kilogramm geladen hatte. Neben fehlerhaften Beförderungspapieren war die Ladung zum Teil nicht gesichert und nicht sachgerecht verpackt. Den Verantwortlichen drohen Bußgelder in vierstelliger Höhe.

Mehr als ein Fünftel der auf Bayerns Straßen getöteten Personen kamen 2022 bei Lkw-Unfällen ums Leben (107 von 519 Verkehrstoten). Mehr als die Hälfte der tödlichen Lkw-Unfälle wurde vom Lkw-Fahrer selbst verursacht, unter anderem wegen nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erheblicher technischer Mängel. – Oliver Platzer, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

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