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Primus im Landkreis: Gemeinde Karlshuld
Neuburg, 05.12.2020 - 09:39 Uhr
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Primus im Landkreis: Gemeinde Karlshuld

Herr Bürgermeister Seitle, Sie wurden nun zum fünften Mal zum 1. Bürgermeister gewählt und das mit einem Traumergebnis von 97,3 %!
Die Bürger scheinen mit meiner Arbeit zufrieden zu sein.

Von Jahr zu Jahr wurde Karlshuld schöner und größer und ist nun schon eine richtig „kleine Stadt“.
Bei meiner Wahl zum Bürgermeister im Jahre 1984 waren wir die drittgrößte Gemeinde im Landkreis. Durch unsere Grundstück- und Siedlungspolitik hat es sich ergeben, dass wir – neben den beiden Städten Neuburg und Schrobenhausen – die einzige von 16 Landkreisgemeinden sind, die über 5.000 Einwohner hat, genau 5.050. Eine tolle Entwicklung! Deshalb haben wir statt 16 jetzt 20 Gemeinderäte und einen Bürgermeister. Wir haben auch immer vorausschauend gearbeitet und z.B. schon vor drei Jahren bei der Rathaussanierung einen größeren Sitzungssaal eingeplant, damit auch alle zukünftigen Gemeinderäte Platz finden.

Was hat diese Baumaßnahme gekostet?
1,2 Mio! Diese Investition musste die Gemeinde allein tragen, denn für Rathaussanierung gibt es keine Zuschüsse.

Sie hatten in letzter Zeit eine weitere große Investition. Die Hauptstraße ist schön saniert und mit frischen Bäumen bepflanzt worden. Was kostete das Ganze?
2 Mio mit der Straße! Die Straße hat aber der Freistaat Bayern zahlen müssen, weil es eine Staatsstraße ist. Den Geh- und Radweg mit 1,6 Mio haben wir finanziert.

Und jetzt ist ein großes Vakuum im Karlshulder Gemeindesäckel?
Das Geld dafür haben wir schon gehabt. Sie wissen doch, wir machen immer eine kleine Einweihung mit „Bandl durchschneiden“ und dann freue ich mich jedes Mal, wenn ich sagen kann: „Und zahlt is auch scho!“ Unser Ziel war immer, es so zu machen, wie man es auch privat macht, wenn man etwas bauen will: Erst wenn man das Geld zusammen hat, dann zieht man das Bauvorhaben durch. Wir haben noch nie Schuldzinsen bezahlen müssen! Wir haben zwar ein kleines Darlehen, weil es dafür einen Zinszuschuss gibt, aber damit verdienen wir noch Geld!

Hinsichtlich Rathaus, Mehrfachturnhalle, Kindergärten und Schule scheint alles gut zu laufen?
Wir haben rund 500 Kinder an unserer Volksschule und sind die einzige Schule, die alle Klassen von 1 – 10 hat, einschließlich Mittlere-Reife-Zug und Praxis-Intensiv-Klasse. Wir haben heuer auch die Zusage vom Kultusministerium für eine gebundene Ganztagsklasse bekommen und so wie es ausschaut, bringen wir die notwendigen Schüler dafür auch zusammen. Die Schule war schon immer ein Schwerpunkt unserer Kommunalpolitik.

Die Karlshulder Volksschule hat erst kürzlich hohen Besuch und eine besondere Auszeichnung bekommen?
Von sämtlichen Schulen in ganz Bayern wurde in jedem Regierungsbezirk eine Schule geehrt. Im Regierungsbezirk Oberbayern wurde die Volksschule Karlshuld als einzige Schule für ihr vielfältiges und großes Engagement im Rahmen der europäischen Einigung vom Bayerischen Europaminister Dr. Markus Söder und Kultusminister Schneider mit der neu gestifteten Europa-Urkunde ausgezeichnet.

An der Schule gibt es auch einen Jugendtreff?
Im Rahmen der Schulhauserweiterung wurden zwei Räume dafür eingerichtet. Dort können sich die 10-14-Jährigen unter Aufsicht drei Mal die Woche zum Quatschen, Spielen oder Kickern treffen. Das wird sehr gut angenommen. Die Gemeinde bezuschusst den Jugendtreff jährlich mit 5.000 Euro.

Eine große Bereicherung für die Gemeinde ist sicherlich auch das Seniorenheim.
Inzwischen wurde das dritte Haus mit barrierefreier Wohnmöglichkeit und Aufzug fertig gestellt. Insgesamt sind es 25 Eigentumswohnungen, die alle verkauft sind. Dort wohnen Leute, die teilweise das Seniorenheim brauchen oder z.B. der Mann ist im Pflegeheim und die Frau wohnt nebenan und kann ihn jeden Tag besuchen oder auch mal wegfahren und ihr pflegebedürftiger Mann ist trotzdem bestens versorgt. Das ist ein gutes Modell und wir sind stolz darauf, dass wir es zu uns nach Karlshuld hergebracht haben. Meine Aufgabe war damals, ein entsprechendes, baureifes Grundstück zu besorgen.

Karlshuld hat auch ein bekanntes Museum, das Haus im Moos und auch die Versorgung mit Einkaufsmärkten ist gut.
Das kommt daher, dass die Einwohnerzahl so angewachsen ist. Damit sind wir als Markt interessant. Wir haben auch stets neue Bürger in unsere Gemeinde „hereingelassen“. Die Bürgermeister, die das bisher versäumt haben, die können das beim jetzigen Geburtenrückgang nicht mehr nachholen.

Seit fast 25 Jahren sind Sie der Kapitän am Steuer des Gemeinde-Schiffs „Karlshuld“. Während es in anderen Kommunen immer wieder Probleme gibt, scheint in Ihrer Gemeinde alles zu klappen.
Wir haben auch einen sehr guten Gemeinderat! Das muss ich schon mal sagen. Wir haben es z.B. auch fertig gebracht, dass der 2. als auch der 3. Bürgermeister jeweils einstimmig gewählt wurden. Der dritte ist von der CSU, obwohl wir von den Freien Wählern die totale Mehrheit haben! Aber das ist gar nicht wichtig, denn die Bürger haben die jeweiligen Gemeinderäte doch als Person hinein gewählt. Damit man als Gemeinde weiterkommt, müssen alle an einem Strang ziehen. Eine Bundesregierung z.B. kann nie erfolgreich sein und wissen Sie warum?

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür?
Weil die Hälfte der Abgeordneten gegen die Regierung arbeitet. Stellen Sie sich mal einen Betrieb vor mit 300 Mitarbeitern und 150 davon arbeiten immer dagegen? Dieser Betrieb kann nie Erfolg haben. Arbeiten in einer Gemeinde die einen Gemeinderäte gegen die anderen, dann kommt auch nichts dabei heraus. Bei uns zählt jeder, egal zu welcher Partei er gehört: Alle arbeiten zusammen. Im Rechungsprüfungsausschuss ist z.B. der Vorsitzende ein CSU-Mann, der hat die Befähigung dazu. Darum hab ich ihn genommen, „auch wenn mia die mehran san!“ Wichtig ist einfach, dass man für die Gemeinde etwas zusammen bringt. Wir haben immer so gute Wahlergebnisse, weil die Leute wissen: Wir arbeiten für die Bürger! Wir haben die niedrigsten Kanalgebühren. Wir räumen und streuen im Winter kostenlos die Gehwege. Wir verlangen keine Konzessionsabgabe beim Strom. Die Gemeinde Karlshuld würde dadurch 140.000 Euro im Jahr mehr einnehmen! Aber so lange wir das Geld nicht unbedingt brauchen, nehmen wir es den Bürgern auch nicht ab.

Klingt alles schön und wunderbar, doch es gibt sicherlich auch irgendwelche Probleme oder?
Was wir bisher noch nicht gelöst haben – wir sind aber dabei - ist das Projekt „Sportheim Karlshuld“, das von Seiten des Vereins etwas zu groß dimensioniert wurde. Der erste Entwurf ist deshalb aus Kostengründen vom Gemeinderat abgelehnt worden. Und hier zeichnet uns wieder aus: Da haben nicht die Schwarzen so gestimmt und die Freie Wähler anders, sondern der Beschluss wurde 1-stimmig gefasst!

Wie hoch wären denn die Kosten gewesen?
1,2 Mio Euro! Das kann ein Verein nicht tragen. Da bleibt er mittendrin hängen. Die Baumaßnahme muss in finanzieller Hinsicht im Kostenrahmen bleiben. Dann kriegen wir das auch hin. Wir haben bereits bei der Schule eine Grundstücksfläche mit 34.000 qm für den Sportverein erworben und den jetzigen Sportplatz, welcher dem Verein selbst gehört, zu einem anständigen Preis abgekauft. Und wenn sie jetzt das Sportheim in einer vernünftigen Größe planen, steht diesem nichts mehr im Wege.

Welche Projekte sind noch geplant?
Wenn wir wieder Zuschüsse bekommen - die Neuburger Straße müsste saniert werden. Die Kirche wird renoviert und da zahlen wir nicht nur die üblichen 10 % Zuschuss. Das Gewerbegebiet muss erweitert werden. Wir haben keinen Quadratmeter Gewerbefläche mehr, haben aber bereits teilweise Grundstücke für ein neues Gewerbegebiet aufgekauft.

Besteht die Möglichkeit, auch größere Konzerne oder Industrieunternehmen nach Karlshuld zu holen? Oder möchten Sie die nicht?
Mögen täten wir schon. Wir mögen alles, nur nicht was stinkt und raucht oder die anderen auch nicht wollen.... Für die Bevölkerung liegt Karlshuld geographisch recht günstig, für die Ansiedlung von Unternehmen vielleicht nicht so gut. Aber der Mittelstand bringt’s auch.

Wie schaut es mit Bauplätzen aus?
In Kürze können wir wieder ein Wohngebiet mit 14 Bauplätzen freigeben. Acht Interessenten haben schon fest nachgefragt. Der Preis beträgt 65 Euro pro qm. Das sind bei einer Grundstücksgröße von 700 qm rund 42.000 Euro plus Kanal und Wasser.

Ihre Wünsche für Zukunft?
Dass wir für unsere Bürger immer das Beste herausholen können und sie sich in unserer Gemeinde wohl fühlen. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit unseren Vereinen und Mitbürgern..... Obwohl, bei den Geburten zwickts a weng...... aber jetzt haben wir einen Storch, der hat zwei Junge bekommen. Vielleicht wirkt sich des a bisserl aus...

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