Fr. Jun 21st, 2024

Wie Augsburg 2023/24 das Ulrichsjahr feiert
Kirchen, Kunst, Museen und das Augsburger UNESCO-Welterbe erinnern an Bischof Ulrich

Augsburg/PM – Es war ein epochales Gemetzel: Als im Jahr 955 ungarische Reiterhorden das nur schwach befestigte Augsburg einzunehmen drohten, leitete Bischof Ulrich die Verteidigung seiner Stadt. Das Schwert war dem Kirchenmann nicht fremd: Ulrich war der waffengeübte Sohn eines alemannischen Grafen. Ob der Bischof selbst zur Waffe gegriffen hat, ist unter Historikern umstritten. Der 973 verstorbene Bischof war bald nachseinem Tod der Erste, der durch ein förmliches Kanonisationsverfahren bei einer Synode unter dem Vorsitz des Papstes heiliggesprochen wurde. Ob das stimmt? Auch darüber streiten die Gelehrten. Unstrittig ist: Die Schlacht auf dem Lechfeld machte Ulrich von Augsburg in Süddeutschland, im Alpenraum, in Niederösterreich und im Elsass populär. Viele Kirchen zeigen in Fresken und Gemälden, wie der Bischof in vollem Ornat übers Schlachtfeld galoppiert – oft an der Seite König Ottos I. „des Großen“, des Siegers in der Schlacht auf dem Lechfeld.

Mit dem Ulrichsjahr 2023/24 erinnert das Bistum Augsburg an die Bischofsweihe Ulrichs vor 1100 Jahren und an den Tod des Heiligen vor 1050 Jahren. Das Festjahr beginnt am 3. Juli 2023 mit der traditionell gefeierten Ulrichswoche und endet nach der Ulrichswoche am 14. Juli 2024. Auf dem Augsburger Rathausplatz wird am Samstag, den 8. Juli 2023, das Auftaktfest zum Ulrichsjubiläum gefeiert. Auch Abseits offizieller Feierlichkeiten lohnt sich für Gäste Augsburgs die Suche nach den Spuren des Bischofs: So dicht an dicht liegen Kirchen, Denkmäler und Museen, die an Ulrich erinnern, dass die Regio Augsburg Tourismus GmbH eine Broschur mit einem Stadtspaziergang zwischen dem romanisch-gotischen Dom und den beiden Ulrichskirchen zusammengestellt hat. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Schlacht auf dem Lechfeld bietet auch das Augsburger Umland Ausflugsziele und Abstecher, die sich mit der Geschichte Bischof Ulrichs verbinden. An die Schlacht auf dem Lechfeld erinnert ein von der Regio Augsburg Tourismus GmbH konzipierter Geschichtspfad – analog und digital. Drei große Dioramen in dem von der Regio Augsburg Tourismus GmbH initiierten „955 Informations- und Präsentationspavillon“ in Königsbrunn zeigen mit tausenden handbemalten Zinnfiguren drei Szenen der Schlacht auf dem Lechfeld. Selbst das „Sisi-Schloss“ im Aichacher Ortsteil Unterwittelsbach erinnert mit der dortigen Schlosskapelle nicht nur an die Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, sondern auch an Ulrich von Augsburg.

Das markanteste Attribut des Bischofs ist ein Fisch auf dem Evangelienbuch. Der Fisch erinnert an ein Fischwunder aus der Ulrichslegende – und daran, dass Ulrich als Schutzpatron der Fischer und Fischhändler verehrt wurde. Der Fisch ist das Bild für Wasser: Die Ulrichslegende erzählt nämlich auch von einem Wasserwunder an der Wertach. Der auch als Schutzpatron bei Wassergefahren und als Brunnenheilige verehrte Ulrich hat also – indirekt – durchaus auch Anteil am UNESCO-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“. Warum das so ist und was man zu Augsburger Bistumsheiligen und zur Schlacht auf dem Lechfeld wissen und sehen sollte, verraten Stadtführungen und Exkursionen der Regio Augsburg Tourismus GmbH. – Candida Sisto, context Augsburg

 

 

Bild: An der Predella des Ulrichsaltars in der Basilika St. Ulirch und Afra entdeckt man diese Darstellung Bischof Ulrichs in der Schlacht auf dem Lechfeld. Neben ihm reitet König Otto I. „der Große“, der Sieger in der epochalen Schlacht. – Foto: Martin Kluger

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