Di. Sep 28th, 2021

Kulturmittel sind Investition in die Gesellschaft
• Branchenvertreter:innen aus dem Popularmusikbereich diskutierten in Präsenz und virtuell über Pandemieerfahrungen und Horizonte
• Kultur muss aus Kürzungsdiskussion herausgehalten werden
• Insbesondere die freie Kulturszene braucht fundierte und nachhaltige Finanzierung

Alteglofsheim – Der Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy) veranstaltete in Partnerschaft mit der Initiative Musik gGmbH, am 20./21. Juli 2021 die „Dialog.Pop“, eine Fachkonferenz für Popmusikfördernde und -fördergebende, in der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim bei Regensburg. Alle Beteiligten waren sich einig: dieser erste Präsenzdialog war enorm motivierend und konstruktiv. Das historische Ambiente und das schöne Wetter rundeten den Erfolg ab.

Die Konferenz lief unter dem Motto „Corona als Chance?!“. Frage- und Ausrufezeichen bildeten den Spannungsbogen aus positiven wie negativen Erfahrungen während der Pandemiebewältigung. Und das Panel mit dem Untertitel „Bis zum Horizont und weiter… sich verstehen, vernetzen und?“ fokussierte den Blick auf konstruktive Nachhaltigkeit – auch wenn manches bei der Problemlösung nicht geklappt hatte. Insbesondere die finanzielle Fragilität der Kulturbranche müsse aus den anstehenden Kürzungsdiskussionen bei Bund, Ländern und Kommunen herausgehalten werden. Kultur brauche im Gegenteil gerade jetzt mehr Budgetausstattung. Ähnlich auch das Resümee „dranzubleiben am bisher Erreichten“, beim zweiten Panel mit Bundestagsabgeordneten aller demokratischen Parteien unter dem Titel „Wir haben die Wahl! Bundespolitik und Popkulturförderung – wer will wo lang?“.

Weil Pandemiebewältigung nicht nur eine monetäre Aufgabe war, gab es einen eigenen Themenstrang „Mentale Gesundheit“, wo die Problematiken und auch Lösungsansätze für jede/n Einzelne/n diskutiert wurden. Ein weiterer Themenblock beschäftigte sich mit der Rolle der Verbände in der Kommunikation auf allen relevanten Krisenebenen – und deren nachhaltiger Fortschreibung auch nach Corona. Dazu können auch elementar wichtige Zahlen und Fakten hilfreich sein. In einem dritten Strang wurden wichtige Studienergebnisse vorgestellt. So z.B. die „Clubstudie“ der Initiative Musik mit einem zusätzlichen speziellen Fokus auf Bayern. Demnächst wird die Initiative Musik weitere Länderauswertungen veröffentlichen. Auch die hauptsächlich von der Initiative Musik ermöglichte Studie
„Ökonomische Wirkungsanalyse des Musikökosystems“ erbrachte überaus spannende Ergebnisse, die es jetzt umfangreich in den Dialog mit Ländern und Kommunen einzuarbeiten gilt. Entstanden ist die Idee zu dieser Studie bei der letzten „Dialog.Pop 2019“ Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy), Am Schlosshof 1, 93087 Alteglofsheim, info@popkultur.bayern auf einem Bierdeckel. Unter dem bewährten Motto „Jede gute Idee passt auf einen Bierdeckel“ wurden auch diesmal wieder zahlreiche Ideen gesammelt, von denen noch zu hören sein wird.

Ina Keßler
(Geschäftsführerin Initiative Musik gGmbH) resümiert: „Um die Musikkultur in Deutschland positiv und strategisch zu bereichern sowie mittel- und langfristig abzusichern ist der regelmäßige Gedankenaustausch der Expertinnen und Experten auf der ‚Dialog.Pop‘ über Methoden, Projekte und Visionen essentiell. Hier werden Erfahrungen schonungslos hinterfragt und analysiert. Spannende Impulsvorträge bringen neue Themen auf die Tagesordnung. Wir alle nehmen großartige Ideen und ganz konkrete Ansätze mit, so z.B. für den anstehenden Generationswechsel in zahlreichen Clubs.“

Bernd Schweinar
(Geschäftsführer VPBy): „Kulturmittel insbesondere in die freien Szenen sind keine Almosen! Sie sind eine Investition in eine friedvolle, ausgeglichene Gesellschaft, in unser aller Zusammenleben und die Gesundheit der Menschen. Kulturmittel sind eine nachhaltige Investition in den Staat. Daher dürfen Kulturmittel nach der Pandemie nicht gekürzt werden! Vielmehr muss insbesondere die Unterstützung für die freien Szenen ausgebaut werden!“

Das jährliche Zusammentreffen der Popförder:innen in der Bayerischen Musikakademie in Alteglofsheim soll weiter ausgebaut werden. Hierfür setzt sich Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik ein: “Wir brauchen dringend einen starken Schulterschluss aller Popförderer in Bund, Länder und Kommunen.”

Die „Dialog.Pop“ ist als Think Tank eine Partnerschaft von Initiative Musik gGmbH und Verband für Popkultur in Bayern e.V.. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt die Konferenz zudem im Rahmen der institutionellen Förderung des VPBy. – Alisa Weixelbaum, Verband für Popkultur in Bayern e.V., Foto: Dominik Hupf

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