Di.. Dez. 9th, 2025

München (upd) – Die KU trauert um Prof. Dr. Brigitte Louis. Die Psychologin ist am 15. August 2025 in der Münchner Benediktinerinnen-Kommunität Venio, der sie seit 1969 als Sr. Birgitta angehörte, verstorben. Brigitte Louis wirkte von 1977 bis 2002 als Professorin für Psychologie in der vormaligen Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Brigitte Louis wurde 1938 als Tochter eines Universitätsprofessors in Istanbul geboren, 1943 kehrte ihre Familie nach Deutschland zurück. Nach ihrem Abitur 1958 studierte sie an der Pädagogischen Hochschule München-Pasing, ging in den Schuldienst und legte 1964 die 2. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. 1964 begann sie mit dem Studium der Psychologie an der LMU München, das sie 1968 mit dem Diplom abschloss. Ab 1965 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Psychologischen Seminar der Pädagogischen Hochschule Augsburg und wechselte 1970 als wissenschaftliche Assistentin an das Institut für Unterrichtsmitschau und Didaktische Forschung der LMU. Dort promovierte sie sich 1974 mit der Arbeit „Unterrichtliche Steuerung und selbstständiges Denken“.

An die KU kam Brigitte Louis 1977 als Professorin für Psychologie am FH-Studiengang für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit. Als einzige Psychologin der Fakultät deckte sie mit ihrer Lehre ein weites Spektrum von Pädagogischer Psychologie über Allgemeine Psychologie, Entwicklungs-, Erziehungs-, Sozial- und Religionspsychologie ab. Als Prodekanin leitete sie von 1985 bis 1987 sowie von 1991 bis 1992 die damals bestehende Abteilung der Fakultät am Standort München. Von 1990 bis 1995 war sie Vertreterin der Fachhochschulen für Religionspädagogik bzw. Praktische Theologie bei der Konferenz der Diözesanreferenten und -referentinnen für Gemeindereferent/innen und Religionslehrer/innen i.K.

1969 trat Brigitte Louis in die benediktinische Kommunität Venio in München ein, in der sie 1974 die ewigen Gelübde ablegte. Sr. Birgitta engagierte sich über ihre Hochschultätigkeit hinaus im Bereich der Orden. So war sie von 1978 bis 1990 Dozentin am Institut der Vereinigung der Ordensoberinnen Deutschlands in München und von 1985 bis 1996 Dozentin beim Kommunnoviziat der Bayerischen Benediktinerkongregation. Ab 1983 war sie Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie und 1988 bis 1992 dort Dekanin der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Sektion.

Brigitte Louis hat mit ihrer profunden Fachkenntnis den FH-Studiengang Religionspädagogik seit den Anfangszeiten engagiert mitgestaltet und in unermüdlichem Einsatz seine Weiterentwicklung begleitet. Die produktive Implementierung humanwissenschaftlicher Disziplinen (Psychologie, Pädagogik, Soziologie) als Spezifikum des anwendungsorientierten theologischen Studiums war Brigitte Louis ein zentrales Anliegen. Als Professorin für Psychologie hat sie 25 Jahre an der akademischen Qualifizierung von Studierenden für Seelsorgedienst und Religionsunterricht mitgewirkt. Ihr forschend-verstehender Blick auf den Menschen von der wissenschaftlichen Empirie her war dabei auch „im Gespräch“ mit dem Bild, das aus biblisch-christlicher Tradition gespeist ist. Studierende wie auch Kolleginnen und Kollegen erlebten in der Begegnung mit Brigitte Louis in beeindruckender Weise Gelehrsamkeit mit Haltung. In ihrer Redlichkeit als Mensch und engagierte Hochschullehrerin war sie ein prägendes Vorbild, als Persönlichkeit inspirierend für Christsein heute mit Verstand und Herz.

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt dankt Frau Professorin Dr. Brigitte Louis für ihr langjähriges verdienstvolles Wirken und bewahrt sie in ehrender Erinnerung.

Katholische Universität trauert um ihren Gründungspräsidenten Rudolf Mosis
Eichstätt  (upd) – Die KU trauert um Prof. Dr. Rudolf Mosis. Der Gründungspräsident und Ehrensenator der KU ist am 16. August 2025 im Alter von 92 Jahren in Trier verstorben. Rudolf Mosis war Theologe und spezialisiert auf den Bereich des Alten Testaments.
1978 wurde er Präsident der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt und war maßgeblich beteiligt daran, dass diese 1980 zur ersten Katholischen Universität im deutschsprachigen Raum erhoben wurde. Als Präsident bis 1983 prägte er nicht nur die ersten Jahre, sondern legte auch die Grundsteine für die KU von heute. 1986 wechselte er an die Universität Mainz, wo er bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Altes Testament war.

Die Präsidentin der KU, Prof. Dr. Gabriele Gien, würdigt die großen Verdienste ihres Vorgängers für die Universität: „Rudolf Mosis ist einer der maßgeblichen Architekten unserer Universität. In den Gründungs- und Aufbaujahren der KU legte er wichtige Grundsteine für ihre Etablierung in der deutschen Universitätslandschaft.“ Auch Prof. Dr. Ruprecht Wimmer, von 1996 bis 2008 Präsident der KU, erinnert sich mit großer Wertschätzung an Mosis: „Er war für die KU ein echter Lichtblick, denn er machte sich hier für eine Universität im eigentlichen Sinne stark.“

Nach Eichstätt kam Rudolf Mosis 1973. Damals folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Altes Testament im Fachbereich Theologie an der 1972 gegründeten Gesamthochschule Eichstätt, einer Verschmelzung der Bischöflich Philosophisch-Theologischen Hochschule und der Pädagogischen Hochschule Eichstätt. Aus dem renommierten Bibelwissenschaftler wurde bald auch ein Wissenschaftsorganisator: 1975 bis 1977 war Mosis Dekan der Theologischen Fakultät. 1978 wurde er für vier Jahre zum Präsidenten der Kirchlichen Gesamthochschule gewählt. Wenige Tage vor der offiziellen Erhebung zur Katholischen Universität Eichstätt am 1. April 1980 blickte Mosis in die Zukunft: „Die Errichtung der Katholischen Universität Eichstätt ist ein großes Ereignis, und ich meine, dass uns selbst die ganze Tragweite und Bedeutung dieses Ereignisses erst in der Zukunft recht zum Bewusstsein kommen wird.“

In diesem Jahr feiert die KU nun ihr 45-jähriges Bestehen. Aus 1478 Studierenden und rund 70 Professoren im Sommersemester 1980 sind heute knapp 5000 Studierende und rund 120 Professorinnen und Professoren geworden. Unter dem Präsidenten Rudolf Mosis wurde die KU in fünf wissenschaftliche und zwei fachhochschulische Fachbereiche neu gegliedert, die bis heute renommierten Fächer Mathematik und Journalistik wurden eingerichtet und die Zentralbibliothek geplant. Mosis unterstützte hochschulpolitisch konsequent den Übergang der Kirchlichen Gesamthochschule zur Katholischen Universität.

1982 wurde er für weitere vier Jahre als Präsident wiedergewählt, trat jedoch 1983 zurück. Hintergrund waren Differenzen über Struktur- und Personalfragen. In einem Brief an den damaligen Großkanzler Bischof Dr. Alois Brems bemängelte Mosis, dass „maßgebliche Personen von der Eigenart und Aufgabe einer Katholischen Universität eine durchaus unangemessene und provinzielle Vorstellung haben“. Bemühungen um wissenschaftliche Qualität würden anderen Punkten nachgeordnet. „Es war der Sinn meines Rücktritts, bestimmte Dinge in Bewegung zu bringen“, erklärte Mosis vor der Vollversammlung der Studierendenschaft im Dezember 1983. Er wolle einen Reflexionsprozess „an der Universität und bei den Bischöfen“ beschleunigen. Tatsächlich folgte eine rege Debatte über Aufgaben und Ausrichtung einer Katholischen Universität. 1987 beschied der damalige bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Wild dem ehemaligen Präsidenten: „Ohne das Wirken von Rudolf Mosis wäre die Universität Eichstätt nicht überlebensfähig gewesen, jetzt ist sie es.“ Auch der ehemalige KU-Präsident Ruprecht Wimmer sieht Mosis in einer Schlüsselrolle in der Geschichte der KU: „In einer Phase, in der Kirche und die Universität sich noch aneinander gewöhnen mussten, hat er aufrichtig das Wohl der noch jungen Universität im Auge behalten und dafür mit seinem Rücktritt auch ein Opfer gebracht, das sich als heilsamer Akt herausstellte.“

Nach seinem Rücktritt als Präsident wendete sich Mosis als Professor für Altes Testament wieder der Lehre zu – mit Freude, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung betonte: „Ich war nie gewillt, mein ganzes Leben in der Universitätsverwaltung zuzubringen.“ 1986 folgte der Theologe – nachdem er zuvor mehrere Rufe abgelehnt hatte – einem Ruf an den Lehrstuhl für Altes Testament an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort war er 1991 bis 1992 Dekan des Fachbereichs Katholische Theologie. Emeritiert wurde er 1998.

Rudolf Mosis wurde am 16. Januar 1933 in Mannheim geboren und machte 1952 sein Abitur in Konstanz. Nach drei Semestern Theologiestudium an der Universität Freiburg schickte der Freiburger Erzbischof Mosis 1953 zum Weiterstudium nach Rom an die Päpstliche Universität Gregoriana und das Priesterseminar Collegium Germanicum et Hungaricum. Dort wurde er 1958 zum Priester geweiht. Sein Studium der Theologie und Philosophie schloss Mosis mit der Dissertation „Der Mensch und die Dinge nach Johannes vom Kreuz“ ab. Anschließend war er als Kaplan in der Seelsorge in seinem Heimatbistum tätig sowie als Repetitor für Philosophie am Erzbischöflichen Konvikt in Freiburg und Leiter eines großen Studentenwohnheims. Ein Aufbaustudium der Orientalistik und die Habilitation im Fach Altes Testament führten Mosis an die Universitäten Tübingen und Freiburg. 1972 habilitierte er sich in Freiburg mit einer Arbeit mit dem Titel „Untersuchungen zur Theologie des chronistischen Geschichtswerks“, die sich weniger bekannten Büchern des Alten Testaments widmet.

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere unterstrich Mosis mit zahlreichen Aufsätzen, Lexikon-Artikeln, Predigten und Vorträgen seine Expertise. Im Fokus seiner Forschungsarbeiten standen frühapokalyptische Texte des Alten Testaments, insbesondere Psalmen. Sein Weggefährte Kardinal Karl Lehmann lobte ihn einst als „Meister didaktischer und pastoraler Vermittlung“. Mosis galt als begeisternder Lehrer und war bei den Studierenden beliebt. Während seiner Eichstätter Zeit wirkte er auch seelsorgerlich im Bistum, feierte u.a. häufig Gottesdienste im Kinderdorf Marienstein und der Schutzengelkirche und engagierte sich in der Fort- und Weiterbildung pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für seine Verdienste wurde Rudolf Mosis 1987 durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. 1992 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Ehrentitel Prälat. Die KU ernannte ihn 2000 zum Ehrensenator. „Wir werden Rudolf Mosis ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Präsidentin Gabriele Gien.

Das Requiem für Prof. Dr. Rudolf Mosis wird am Mittwoch, 27. August, um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Paulin in Trier (Palmatiusstraße 3) gefeiert. Im Anschluss findet die Beerdigung auf dem angrenzenden Friedhof statt. – Dr. Christian Klenk, KU Eichstätt-Ingolstadt

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