So. Aug 1st, 2021

„Leben und leben lassen!“, heißt es in Bayern. Und nirgendwo lässt sich dieses Gefühl des „Bavarian Way of Life“ besser erleben als in einem gemütlichen Biergarten unter dem frischen Grün der Bäume, bei einer deftigen Brotzeit und einem kühlen Bier.

Jetzt, wenn die Temperaturen steigen, zieht es die Menschen wieder raus ins Freie. Nach einem Stadtbummel, Spaziergang oder einer Radltour schmeckt es natürlich doppelt so gut. Und im Hochsommer trifft man sich gerne abends mit Freunden zum Feierabendbier.

Wichtige soziale Funktion
„Biergärten erfüllen wichtige soziale und kommunikative Funktionen“, so steht es in der Bayerischen Biergartenverordnung v. 20. April 1999. „Sie sind seit jeher beliebter Treffpunkt breiter Schichten der Bevölkerung und ermöglichen ein ungezwungenes, soziale Unterschiede überwindendes Miteinander. Die Geselligkeit und das Zusammensein im Freien wirken Vereinsamungserscheinungen im Alltag entgegen. Sie sind vor allem in Städten ein ideales und unersetzliches Nahziel zur Freizeitgestaltung im Grünen. Sie bieten gerade Besuchern mit niedrigem Einkommen und Familien, insbesondere durch die Möglichkeit zum Verzehr mitgebrachter Speisen, eine erschwingliche Gelegenheit zum Einkehren. Kennzeichnend für den echten bayerischen Biergarten im Sinne der Verordnung sind vor allem zwei Merkmale: der Gartencharakter und die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet.“

Bei uns ist die Welt noch in Ordnung
In den Biergärten unserer Region sind die Preise im Vergleich zu den Ballungszentren noch so günstig, dass man sich gerne von den vielen angebotenen deftigen oder süßen Schmankerln verführen lassen kann: von der knusprigen Schweinshaxn mit Knödeln, herzhaftem Gegrilltem, leckeren Brotzeiten, köstlichen Eiskreationen und natürlich einer frischen, kühlen Halbe oder Alkoholfreiem.

Geschichte
Biergärten entstanden in Bayern im 19. Jahrhundert, als vorwiegend untergäriges Bier getrunken wurde. Dieses konnte nur in den kalten Monaten hergestellt werden, da die Gärung und Lagerung bei Temperaturen zwischen vier und acht Grad erfolgen musste. Ein entsprechendes Dekret von König Ludwig I. regelte die Brauzeiten. Damit auch im Sommer dieses Bier ausgeschenkt werden konnte, legten die größeren Bierbrauer tiefe Bierkeller an, in denen im Winter Eis eingelagert wurde, um das gebraute Bier ganzjährig kühl halten zu können. Über den Bierkellern pflanzte man Kastanien, die mit ihrem dichten Blätterwerk im Sommer guten Schatten boten. Man geht davon aus, dass das Bier üblicherweise in mitgebrachten Maßkrügen mit nach Hause genommen wurde. In den heißen Sommermonaten wurde es jedoch oft gleich direkt vor Ort unter den schattigen Bäumen getrunken. Die Biergärten entstanden.

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