Fr. Feb 3rd, 2023

Neuburg – Wie sich mittlerweile mit Bestimmtheit und an allen Orten herumgesprochen hat, ist dasjenige, was wir derzeit am Nötigsten brauchen, Energie. Nun scheint es zu diesem Dauerthema einen Lichtblick aus der Forschung zu geben.  Bei jüngsten Experimenten am staatlichen Lawrence-Livermore-Labor in Kalifornien konnte mit Hilfe einer Kernfusion nämlich zum ersten Mal mehr Energie erzeugt werden als man zur Gewinnung aufwenden musste. „Wenn sich das bestätigt, erleben wir einen historischen Moment“, kommentierte Arthur Turnell, Physiker vom Londoner Imperial College diesen Verschmelzungsprozess.

In der Tat besteht bereits seit den 1950er Jahren der Traum, unbegrenzte Energie durch Kernfusion zu gewinnen. Es ist gewissermaßen ein Griff nach den Sternen; denn man nimmt sich hierzu die Sonne als Vorbild, die deshalb brennt, da es in ihrem Inneren permanent zur Verschmelzung von Atomkernen kommt. Könnten wir einen solchen Vorgang zur Energiegewinnung kopieren, so brächte das immense Vorteile mit sich. Das Gute an einer Kernfusion ist, dass sie als saubere und auch ungefährliche Energiequelle betrachtet werden kann. Es entsteht, im Gegensatz zur Kernspaltung, wie wir sie bei Atomkraftwerken kennen, kein Atommüll und es besteht auch keine Gefahr eines nuklearen Unfalls.

Allerdings müssen bei einer Kernfusion Temperaturen von etlichen Millionen Grad erreicht werden, was bisher ein nahezu unüberwindliches Problem dargestellt hat. Die Forscher in Kalifornien scheinen nun hierfür eine Lösung gefunden zu haben. Sie verwendeten für ihre Experimente die weltweit stärkste Laseranlage, um mit deren Hilfe winzige Mengen von Wasserstoffatomen (Deuterium und Tritium) in Plasma zu verwandeln, das die erforderlich hohe Hitze erreichen kann. Hierzu fokussierten sie viele Laserstrahlen auf das Innere eines nur wenige Millimeter kleinen Behälters, um diesen maximal zu durchglühen.

Ließe sich dieses Experiment in Zukunft im großen Stil auf unsere Energiegewinnung umsetzen, so wäre unsere Versorgung auf einen Schlag und für viele Jahrtausende gesichert. Die Bundesforschungsministerin Bettina Strak-Watzinger bemerkte zu diesem wissenschaftlichen Meilenstein, der in Kalifornien gelungen ist: „Forscherinnen und Forscher haben sich gegen alle Bedenken durchgesetzt und haben das erste Mal die Sonne auf die Erde geholt.“

Das ist doch genau das, was wir jetzt brauchen können: Die Sonne auf Erden und damit ein wenig Licht in dunklen Zeiten. Beginnen wir die Jahreswende 2022/23 also mit allem nötigen Optimismus. – Christiane Maria Borrmann, brennessel Magazin

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